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Einride-Gründer planen 450-Millionen-Euro-Fonds für europäische Deep-Tech-Start-ups

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Einride-Gründer planen 450-Millionen-Euro-Fonds für europäische Deep-Tech-Start-ups Glocalist Press © glocalist.press
Einride-Gründer planen 450-Millionen-Euro-Fonds für europäische Deep-Tech-Start-ups © glocalist.press

Zwei Mitgründer von Einride haben mit Navisalma einen neuen Venture-Fonds angekündigt, der bis zu 450 Millionen Euro in europäische Deep-Tech-Start-ups investieren soll. Die Finanzierung ist noch nicht abgeschlossen

Die Mitgründer des schwedischen Unternehmens Einride, das für autonome Lkw-Lösungen bekannt ist, haben die Gründung eines neuen Venture-Fonds namens Navisalma angekündigt. Ziel ist es, in den kommenden drei Jahren bis zu 450 Millionen Euro in europäische Deep-Tech-Start-ups zu investieren. Die Initiative wurde von Robert Falck und Linnéa Kornehed Falck gemeinsam mit dem ehemaligen McKinsey-Partner Robert Westerdahl gestartet. Nach Angaben der Initiatoren befindet sich die Kapitalaufnahme noch im Anfangsstadium.

Struktur und Zeitplan der Finanzierung

Navisalma plant zunächst, rund 40 Millionen Euro einzuwerben, um die operativen Kosten des Fonds sowie erste Seed-Investitionen zu finanzieren. Ein Großteil dieses Betrags stammt laut Unternehmensangaben bereits von den Gründern selbst und weiteren Investoren. Die eigentliche Investitionssumme von 450 Millionen Euro soll anschließend über weitere Kapitalrunden eingeworben werden. Konkrete Angaben zu den beteiligten Investoren oder einen verbindlichen Zeitplan für das Fundraising wurden bislang nicht veröffentlicht.

Fokus auf europäische Deep-Tech-Innovationen

Der Fonds will gezielt europäische Start-ups aus dem Deep-Tech-Bereich unterstützen, darunter Unternehmen aus den Bereichen Robotik, künstliche Intelligenz und industrielle Technologien. Navisalma betont, dass der europäische Technologiestandort eigene Stärken in Ingenieurwesen, Design und industrieller Qualität habe, die gezielt gefördert werden sollen. Die Strategie unterscheidet sich damit bewusst von US-amerikanischen Modellen, die häufig auf schnelle Skalierung und Plattformdominanz setzen.

Erste Investitionen und Markteinordnung

Als erstes Investment hat Navisalma in das schwedische Start-up Abundry investiert, das künstliche Intelligenz zur Optimierung von Energiesystemen einsetzt. Die Auswahl der Portfoliounternehmen soll sich an technologischer Substanz und industrieller Skalierbarkeit orientieren. Im europäischen Kontext ist die Gründung von Navisalma Teil einer wachsenden Zahl von Initiativen, die gezielt Deep-Tech-Start-ups fördern. Ähnliche Entwicklungen sind auch in anderen europäischen Ländern zu beobachten, wie etwa bei der Expansion internationaler Akteure in den europäischen Markt, worauf beispielsweise die Eröffnung eines Londoner Büros durch Modal Labs hinweist.

Die Ankündigung von Navisalma unterstreicht den Trend, dass europäische Gründer zunehmend eigene Kapitalplattformen aufbauen, um die Finanzierung von technologieintensiven Start-ups unabhängiger von außereuropäischen Investoren zu gestalten. Ob das angestrebte Volumen von 450 Millionen Euro tatsächlich erreicht wird, bleibt angesichts der aktuellen Marktlage und des Wettbewerbs um institutionelles Kapital offen.

Venture Capital bezeichnet Eigenkapitalinvestitionen in junge, wachstumsorientierte Unternehmen, die meist noch keinen etablierten Zugang zu klassischen Kapitalmärkten haben. Im Deep-Tech-Segment sind solche Finanzierungen besonders risikobehaftet, da technologische Entwicklung und Markteintritt oft lange Vorlaufzeiten erfordern. Für europäische Start-ups ist der Zugang zu großvolumigem Wagniskapital ein entscheidender Faktor, um international wettbewerbsfähige Technologien zu entwickeln und zu skalieren.

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