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Enerparc-Insolvenz: Teilverkauf soll bis Dezember starten

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Enerparc-Insolvenz: Teilverkauf soll bis Dezember starten Glocalist Press © glocalist.press
Enerparc-Insolvenz: Teilverkauf soll bis Dezember starten © glocalist.press

Enerparc steht vor dem Verkauf erster Unternehmensbereiche. Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus will bis Dezember erste Teile abgeben. Was das für Projekte und Jobs bedeutet, bleibt offen.

Der Verkaufsprozess bei Enerparc läuft. Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus hat offiziell begonnen, das Unternehmen in Teilen zu verkaufen. Bis Dezember soll der erste Deal stehen. Enerparc zählt zu den größten Solarparkentwicklern Europas. Die Branche kämpft mit hohen Finanzierungskosten. Das Amtsgericht Hamburg eröffnete das vorläufige Insolvenzverfahren am 7. September 2026. Denkhaus von der Kanzlei BRL wurde als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt. Bei Konzernen mit vielen Tochterfirmen und laufenden Großprojekten ist ein erfahrener Insolvenzverwalter Pflicht. Das verlangt die deutsche Insolvenzordnung (InsO).

Teilverkauf als kurzfristige Lösung

Denkhaus plant, nicht nur einzelne Bereiche, sondern auch Teile der Belegschaft zu verkaufen. Die Investmentbank Rothschild & Co steuert den Prozess. Gespräche mit möglichen Käufern laufen bereits. Ein Gesamtverkauf bleibt das Ziel. Doch auch andere Wege sind möglich, falls sich kein Käufer für alles findet. Laut Insolvenzverwalter läuft der Betrieb stabil weiter. Die Bundesnetzagentur hebt in ihren Marktanalysen die Bedeutung von Netzstabilität und kontinuierlicher Einspeisung erneuerbarer Energien hervor. Das gilt besonders für Großprojekte mit mehreren hundert Megawatt Leistung.

Ob Enerparc komplett verkauft werden kann, ist offen. Die Struktur ist kompliziert. 492 verbundene Gesellschaften machen die Abwicklung schwierig. Denkhaus schließt nicht aus, dass weitere Firmen aus dem Verbund Insolvenz anmelden müssen. Bisher konnte das verhindert werden. Die vielen Projekte und Firmen erfordern enge Abstimmung mit den Regeln. Dazu zählen die Marktkommunikation nach MaBiS (Marktbilanzierungs-System) und die technischen Anschlussregeln nach VDE-AR-N 4110 für Mittelspannungsanlagen.

Finanzierungsprobleme als Auslöser

Enerparc meldete Anfang September Insolvenz an. Ende Juni war die Finanzierung mehrerer Photovoltaik- und Batteriespeicherprojekte (PV und BESS) im Wert von rund 200 Millionen Euro gescheitert. Das zeigt, wie wichtig der Kapitalmarkt für die Energiewende ist. Entwickler müssen Grundstücke, Netzanschlüsse, Baukosten und langfristige Abnahme- oder Speicherlösungen vorfinanzieren. Erst danach bringen die Anlagen Geld. Steigende Finanzierungskosten und Verzögerungen beim Netzanschluss können selbst große Firmen schnell in Schwierigkeiten bringen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur sind gesicherte Finanzierung und rechtzeitiger Netzanschluss entscheidend für große Projekte und die Ausbauziele in Deutschland und Europa.

Der Fall Enerparc zeigt exemplarisch, wie empfindlich die Finanzierungsketten großer Erneuerbare-Energien-Projekte auf Marktschwankungen reagieren. Die Sicherstellung von Liquidität und Netzanschluss bleibt für die Branche ein kritischer Erfolgsfaktor.

Bundesnetzagentur

Enerparc ist kein Einzelfall. Auch andere Unternehmen der Branche geraten unter Druck. Ein früherer Bericht zeigt das. Bei Enerparc geht es aber um eine besonders große Pipeline. Rund 90 Projekte sind im Bau. Das Portfolio umfasst 3,8 Gigawatt installierte Leistung. Insgesamt hat die Gruppe laut unabhängigen Marktanalysen rund 5,5 Gigawatt installierte Kapazität auf mehr als 500 Solarparks. Damit gehört Enerparc zu den größten Betreibern in Europa.

Weitere Verkäufe und Unsicherheiten

Der erste Teilverkauf soll bis Dezember über die Bühne gehen. Weitere Park-Portfolios könnten im ersten Quartal 2027 folgen. Ob Enerparc als Gruppe bestehen bleibt oder in Einzelteile zerlegt wird, hängt vom Interesse der Käufer und der Finanzierung laufender Projekte ab. Ein Verkauf einzelner Portfolios könnte kurzfristig Geld bringen. Ein Gesamtverkauf würde die Strukturen erhalten. Neue Eigentümer müssen die technischen Mindestanforderungen für den Netzanschluss erfüllen. Das schreibt die VDE-AR-N 4120 für Hochspannungsanlagen vor.

Auch die Schwestergesellschaften pvwerk und Sonnen Tiefbau haben Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Bei einer Gruppe dieser Größe bleibt das Risiko weiterer Insolvenzen bestehen. Für Beschäftigte und Partner zählt, dass der Betrieb weiterläuft und Projekte nicht stoppen. Die Bundesnetzagentur kontrolliert in solchen Fällen die Einhaltung der Meldepflichten und die Versorgungssicherheit nach dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG).

Marktrelevanz und Perspektiven

Enerparc ist einer der größten Solarparkentwickler Europas. Die Bedeutung des Verfahrens ergibt sich aus der Größe des Portfolios und der vielen verbundenen Firmen. In den nächsten Monaten entscheidet sich, ob ein Käufer für das Gesamtunternehmen gefunden wird oder eine Zerschlagung in Einzelportfolios nötig ist. Die Stabilisierung des Betriebs ist ein gutes Zeichen. Doch die Finanzierung bleibt das Nadelöhr. Für die Branche ist der Fall Enerparc ein Test, wie tragfähig die aktuellen Finanzierungsmodelle für große Erneuerbare-Energien-Projekte sind. Auch die Bundesregierung und das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) beobachten die Entwicklung in ihren Monitoringberichten zur Energiewende.

Eine Projektpipeline umfasst alle geplanten, im Bau befindlichen und laufenden Projekte eines Unternehmens. Im Bereich erneuerbare Energien ist das meist die Summe der installierten oder geplanten Leistung in Megawatt oder Gigawatt. Die Größe der Pipeline zeigt, wie wichtig ein Entwickler künftig am Markt sein kann. Sie sagt aber wenig über die wirtschaftliche Stabilität aus, solange Finanzierung und Netzanschluss nicht gesichert sind.

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