Amazon legt im zweiten Quartal 2026 beim Umsatz und bei den Margen kräftig zu. Goldman Sachs bleibt bei "Buy" und verweist auf die Dynamik bei AWS und Werbung.
Amazon hat im zweiten Quartal 2026 die 200-Milliarden-Dollar-Marke beim Umsatz geknackt. Das operative Ergebnis stieg deutlich. Die Marge zog an. Goldman Sachs bleibt überzeugt: Das "Buy"-Rating steht. Die Bank sieht vor allem die Cloud-Sparte AWS und das Werbegeschäft als Wachstumstreiber.
Starkes Plus bei Umsatz und Marge
Von April bis Juni 2026 lag der Nettoumsatz bei 200,6 Milliarden US-Dollar. Das sind 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Noch nie hatte Amazon in einem Quartal so viel umgesetzt. Das operative Ergebnis kletterte auf 27,461 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahresquartal waren es 19,171 Milliarden US-Dollar. Die operative Marge stieg von 11,4 auf 13,7 Prozent. Der Gewinn je Aktie (verwässert) lag bei 2,78 US-Dollar. Im Vorjahr waren es 1,59 US-Dollar.
Bei AWS gab es ein Rekordtempo. Die Cloud-Sparte wuchs um 37 Prozent auf 42,2 Milliarden US-Dollar Umsatz. Das ist das stärkste Wachstum seit 18 Quartalen. Die Nachfrage nach Cloud-Infrastruktur und KI-Diensten bleibt hoch. Auch die Bereiche Künstliche Intelligenz und Chips knackten jeweils eine annualisierte Umsatzrate von 25 Milliarden US-Dollar. Das Werbegeschäft legte um 26 Prozent zu und kam auf 19,8 Milliarden US-Dollar Umsatz.
Goldman Sachs bleibt bei "Buy"
Am 1. Oktober 2026 veröffentlichte Goldman Sachs einen neuen Research-Bericht. Das "Buy"-Rating für Amazon.com Inc. wurde bestätigt. Die Analysten sehen weiteres Wachstumspotenzial. Das Kursziel liegt bei 375 US-Dollar je Aktie. Im Fokus stehen Cloud-Infrastruktur, Künstliche Intelligenz und digitale Werbung. Die Nachfrage nach KI-Rechenleistung steigt. Auch im E-Commerce sieht die Bank Effizienzgewinne als Motor für langfristiges Wachstum.
Die fortschreitende Digitalisierung und der Ausbau von Cloud-Infrastrukturen sind zentrale Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Unternehmen sollten bei der Auswahl von Cloud-Diensten auf die Einhaltung von IT-Sicherheitsstandards wie BSI C5 und ISO/IEC 27001 achten.
Die Einschätzung von Goldman Sachs basiert auf vorläufigen Zahlen. Die Bank verweist auf das schnelle Umsatzwachstum und die höhere operative Marge. Beides sieht sie als Zeichen für Amazons Stärke im globalen Technologiemarkt. Ähnliche Analysen gab es zuletzt auch für andere US-Tech-Konzerne, etwa bei Meta Platforms.
Cloud und Werbung treiben Amazon
Die aktuellen Zahlen zeigen: Cloud-Dienste und digitale Werbung sind die Wachstumsmotoren. AWS und das Werbegeschäft profitieren von der starken Nachfrage nach Rechenleistung und datenbasierten Geschäftsmodellen. Die jährlichen Umsätze bei KI und Chips liegen jeweils über 25 Milliarden US-Dollar. Amazon bleibt damit ein zentraler Anbieter für digitale Infrastruktur.
Für Deutschland und Europa stellt sich die Frage, wie sich die Konzentration auf Cloud und KI-Dienste auf die Wettbewerbslandschaft auswirkt. Die Quartalszahlen deuten darauf hin, dass US-Plattformunternehmen ihre Marktposition weiter ausbauen - solange keine regulatorischen oder technischen Hürden entstehen. Die Bundesnetzagentur betont in aktuellen Veröffentlichungen die Bedeutung von Interoperabilität und offenen Schnittstellen für die digitale Souveränität europäischer Unternehmen. Mehr dazu in der Cloud-Strategie der Bundesnetzagentur.
Was bleibt offen?
Die Zahlen zeigen eine starke Entwicklung. Doch es gibt offene Fragen. Die vollständigen Quartalsergebnisse von Amazon stehen noch aus. Details zu einzelnen Segmenten und Regionen fehlen. Auch bleibt abzuwarten, wie nachhaltig das Wachstum angesichts globaler Veränderungen ist. Die Bewertung von Goldman Sachs stützt sich auf die bisher bekannten Daten. Neue Informationen könnten das Bild ändern.
Amazon bleibt im Fokus. Cloud-Infrastruktur und digitale Werbung werden in den nächsten Quartalen weiter entscheidend sein. Für Unternehmen in Deutschland und Europa stellt sich die Frage: Wie reagieren sie auf die wachsende Marktmacht der Plattformanbieter? Die nächsten Quartalsberichte werden zeigen, ob Amazon das Tempo hält oder nachsteuern muss.
Cloud-Infrastruktur meint die Bereitstellung von Rechenleistung, Speicher und Netzwerkressourcen über das Internet. Anbieter wie Amazon Web Services ermöglichen es Unternehmen, digitale Anwendungen flexibel und skalierbar zu betreiben. Eigene Server sind nicht mehr nötig. Die Nutzung von Cloud-Diensten senkt die Einstiegshürden für digitale Geschäftsmodelle. Es gibt aber auch Risiken: Abhängigkeit von einzelnen Plattformen und Fragen der Datensouveränität. Für viele Unternehmen ist die Wahl der Cloud-Infrastruktur heute eine strategische Entscheidung.