First Solar stoppt das USITC-Verfahren zu TOPCon-Patenten und setzt auf Klagen vor US-Gerichten. Die Aktie legt nachbörslich leicht zu. Was steckt hinter dem Kurswechsel?
Am 15. September 2026 zog First Solar die eigene Section-337-Beschwerde bei der US International Trade Commission (USITC) zurück. Das Unternehmen beantragte damit das Ende der laufenden Untersuchung zu angeblichen Patentverletzungen bei TOPCon-Technologien. Die USITC beendete das Verfahren ohne abschließende Entscheidung. Ein Importverbot gegen die betroffenen Produkte wurde nicht verhängt.
First Solar bleibt aber juristisch aktiv. Die Firma verfolgt weiterhin Klagen vor US-Bezirksgerichten. Im Visier stehen mehrere Wettbewerber, darunter Unternehmen mit Verbindungen zu Canadian Solar, Jinko Solar, T1 Energy und Trina Solar. Die Entscheidung wurde am 16. September 2026 von Reuters und anderen internationalen Agenturen bestätigt.
Strategiewechsel bei der Patentdurchsetzung
Mit dem Rückzug aus dem USITC-Verfahren ändert First Solar die Taktik im Patentstreit. Die betroffenen US-TOPCon-Patente stammen laut Unternehmen aus der Übernahme von TetraSun im Jahr 2013. First Solar will das weltweite Patentportfolio weiter gegen andere Hersteller verteidigen. Details zu den laufenden Klagen vor US-Gerichten bleiben unter Verschluss.
Die US-Handelspolitik hat sich zuletzt verschärft. Nach Section 232 gelten neue Maßnahmen gegen Polysilizium und verwandte Produkte. Das verändert die Regeln für Importbeschränkungen. Branchenanalysten sehen darin einen Grund, warum First Solar nun auf ordentliche US-Gerichte setzt. Die Wahl des Gerichts beeinflusst, wie schnell und wie weit Patente durchgesetzt werden können. Das gilt besonders für internationale Lieferketten und die Einhaltung von DIN EN ISO 9001 in der Photovoltaikproduktion.
Die jüngste Pressemitteilung zur Patentstrategie erschien am 15. September 2026 bei der Nasdaq. Noch ist offen, wie sich der Rückzug bei der USITC auf die laufenden Verfahren und die Marktposition von First Solar auswirkt. Die Bundesnetzagentur betont in aktuellen Analysen, wie wichtig Innovationsschutz und Patentrechte für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Solarindustrie sind. Mehr zu den regulatorischen Rahmenbedingungen steht in den aktuellen Veröffentlichungen der Bundesnetzagentur.
Die konsequente Durchsetzung von Patentrechten ist ein zentrales Element für die Innovationskraft und die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Solarbranche.
Aktienkurs reagiert auf Ankündigung
Am 29. September 2026 lag die First Solar-Aktie im nachbörslichen Handel bei Lang & Schwarz in Deutschland um 18:02 Uhr bei 153,90 Euro. Das war ein Plus von 1,12 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss von 152,20 Euro. Der Geldkurs lag bei 153,80 Euro, der Briefkurs bei 154,00 Euro. Die Aktie wird in Deutschland außerbörslich gehandelt. In den USA ist First Solar, Inc. an der Nasdaq unter dem Ticker FSLR gelistet.
Im US-Handel zeigte die Aktie zwischen dem 24. und 28. September 2026 einen deutlichen Rückgang. Marktanalysen führen das auf Unsicherheit über die neue Rechtsstrategie und offene Fragen zur Durchsetzbarkeit der Patente zurück. Die Kursbewegung fiel in die Zeit der veröffentlichten Patentstrategie und der laufenden Klagen. Ob der Rückzug bei der USITC oder die Fortsetzung der Klagen vor US-Gerichten den Kurs beeinflusst haben, bleibt unklar. Die Daten geben darauf keine eindeutige Antwort.
Relevanz für den Solarmarkt und Wettbewerber
Die Patentstreitigkeiten um TOPCon-Technologien betreffen zentrale Akteure im internationalen Solarmarkt. Neben First Solar sind auch Canadian Solar, Jinko Solar, T1 Energy und Trina Solar in laufende Verfahren verwickelt. Ein Bericht hatte bereits auf rechtliche Risiken für T1 Energy hingewiesen. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass Patentfragen im Solarsektor weiter entscheidend für Marktposition und Strategie der Unternehmen sind.
Für den deutschen und europäischen Markt bleibt offen, wie sich die internationale Patentdurchsetzung auf Lieferketten, Technologieentwicklung und Wettbewerbsfähigkeit auswirkt. Details zu betroffenen Produkten, konkreten Patentansprüchen und möglichen Folgen für den Marktzugang in Europa wurden bisher nicht veröffentlicht. Die Bundesnetzagentur und das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) beobachten die Folgen von Patentstreitigkeiten für Versorgungssicherheit und Energiewende. Das dokumentieren die aktuellen Dossiers des BMWK.
First Solar setzt mit dem Ende des USITC-Verfahrens und dem Fokus auf US-Gerichte auf eine neue juristische Strategie im globalen Wettbewerb um Solartechnologien. Die direkten Auswirkungen auf den Aktienkurs sind bisher begrenzt. Noch ist offen, wie die laufenden Verfahren die Marktanteile und die Innovationsdynamik im Solarsektor beeinflussen. Für international aktive Unternehmen wird die Fähigkeit, Patente durchzusetzen oder abzuwehren, immer wichtiger. Das kann über Marktanteile entscheiden.
TOPCon steht für Tunnel Oxide Passivated Contact. Die Technologie steigert die Effizienz von Solarzellen. Patente auf solche Verfahren sichern exklusive Nutzungsrechte. Sie können den Zugang zu Märkten oder Technologien stark beeinflussen. In den USA werden Patente oft vor spezialisierten Gerichten oder Behörden wie der USITC durchgesetzt. Die Wahl des Forums wirkt sich auf Tempo, Reichweite und Durchsetzbarkeit von Ansprüchen aus. In Europa gelten für Photovoltaikprodukte die Normen DIN EN IEC 61215 und DIN EN IEC 61730. Sie regeln technische und rechtliche Anforderungen für den Marktzugang.