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KI-Assistenten erhalten über MCP direkten Zugriff auf Unternehmenssoftware

Nils Bedke Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nils Bedke

KI-Assistenten erhalten über MCP direkten Zugriff auf Unternehmenssoftware Glocalist Press © glocalist.press
KI-Assistenten erhalten über MCP direkten Zugriff auf Unternehmenssoftware © glocalist.press

Perk erweitert seinen MCP-Connector und ermöglicht KI-Assistenten erstmals, nicht nur Daten aus Unternehmenssoftware abzurufen, sondern auch operative Aktionen auszuführen. Welche Chancen und Risiken entstehen für Workflows und Kontrolle

Der Zugang zu Unternehmenssoftware verändert sich: Immer mehr Anbieter integrieren das Model Context Protocol (MCP), das KI-Assistenten einen direkten Zugriff auf operative Unternehmensdaten und Prozesse ermöglicht. Nach Angaben von Perk, einem Anbieter von Software für Geschäftsreisen und Ausgabenmanagement, wurde der eigene MCP-Connector nun um sogenannte Write Actions erweitert. Damit können KI-Assistenten nicht mehr nur Informationen abfragen, sondern auch konkrete Aktionen wie Buchungen, Ausgaben oder Genehmigungen direkt ausführen. Die zugrunde liegende Plattform bleibt dabei erhalten, doch der Zugang erfolgt zunehmend über KI-basierte Schnittstellen.

Neue Funktionen für KI-gestützte Workflows

Mit der Erweiterung des MCP-Connectors um Write Actions können Nutzerinnen und Nutzer Aufgaben wie Reisebuchungen, das Einreichen von Ausgaben oder die Steuerung von Genehmigungsprozessen direkt über einen KI-Assistenten anstoßen. Nach Unternehmensangaben ist es damit möglich, beispielsweise Unternehmensevents zu planen oder Einreisebestimmungen automatisiert zu prüfen, ohne die Perk-Plattform selbst öffnen zu müssen. Die KI agiert dabei innerhalb der bestehenden Unternehmensrichtlinien und Berechtigungen. Laut Perk ist der Prozess, etwa für die Erstellung eines Reports, über den MCP-Connector deutlich schneller als zuvor. Unabhängige Benchmarks oder externe Tests zu diesen Effizienzgewinnen liegen bislang jedoch nicht vor.

Kontrolle, Berechtigungen und Risiken

Die Einführung von Write Actions wirft Fragen nach Kontrolle und Nachvollziehbarkeit auf. Nach Angaben von Perk bleibt die menschliche Kontrolle zentral: KI-Assistenten können nur im Rahmen der bestehenden Berechtigungen und Richtlinien agieren. Für risikoarme Prozesse wie die Genehmigung kleiner Ausgaben können Schwellenwerte definiert werden, während sensible Entscheidungen weiterhin menschlicher Freigabe bedürfen. Alle Aktionen, die über den Assistenten ausgelöst werden, durchlaufen laut Anbieter dieselben Genehmigungs- und Audit-Prozesse wie innerhalb der Plattform. Neue Rechte werden durch die Nutzung des Chatfensters nicht vergeben. Dennoch bleibt offen, wie Unternehmen im Alltag sicherstellen, dass komplexe oder fragmentierte Workflows nicht zu Fehlern oder Kontrollverlust führen.

Veränderung der Nutzerinteraktion mit Unternehmenssoftware

Mit der Integration von MCP und KI-Assistenten entsteht eine zusätzliche Zugangsebene zu Unternehmenssoftware. Die klassische Benutzeroberfläche wird nicht ersetzt, sondern durch einen alternativen, dialogbasierten Zugang ergänzt. Nach Angaben von Perk nutzen viele Beschäftigte, die zuvor keine Reports direkt erstellt haben, nun den MCP-Connector für einfache Abfragen. Dies könnte die Nutzungshürden senken und die Effizienz steigern. Gleichzeitig bleibt die Frage, wie viel Autonomie Unternehmen ihren KI-Systemen tatsächlich einräumen wollen und wie sich das Vertrauen in agentische Workflows entwickelt. Die Bereitschaft, operative Aufgaben an KI zu delegieren, scheint laut Perk zu wachsen, insbesondere wenn Kontrollmechanismen und menschliche Eingriffsmöglichkeiten erhalten bleiben.

Das Model Context Protocol (MCP) ist ein technischer Standard, der es KI-Assistenten ermöglicht, systemübergreifend auf Daten und Prozesse verschiedener Unternehmensanwendungen zuzugreifen. MCP definiert Schnittstellen, über die sowohl lesende als auch schreibende Aktionen ausgeführt werden können. Die Integration von MCP soll die Interoperabilität zwischen KI-Systemen und Unternehmenssoftware erhöhen, ohne bestehende Plattformen zu ersetzen. Entscheidend für den Erfolg solcher Lösungen sind klare Berechtigungsmodelle, nachvollziehbare Audit-Trails und die Definition von Schwellenwerten für menschliches Eingreifen.

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