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Meta zahlt Milliardenvergleich in den USA wegen Risiken für Kinder

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Meta zahlt Milliardenvergleich in den USA wegen Risiken für Kinder Glocalist Press © glocalist.press
Meta zahlt Milliardenvergleich in den USA wegen Risiken für Kinder © glocalist.press

Meta einigt sich mit 48 US-Bundesstaaten auf einen Vergleich über rund 18 Milliarden Dollar. Die Vereinbarung verpflichtet zu neuen Schutzmaßnahmen für Minderjährige auf Facebook und Instagram, lässt aber zentrale Fragen offen

Meta, der Mutterkonzern von Facebook und Instagram, hat sich in einem umfangreichen Vergleich mit 48 US-Bundesstaaten auf die Zahlung von rund 18 Milliarden US-Dollar geeinigt. Hintergrund ist ein seit längerem laufendes Verfahren zu den Risiken sozialer Medien für Kinder und Jugendliche. Die Einigung wurde am Mittwoch durch veröffentlichte Gerichtsdokumente bestätigt. Sie sieht neben der finanziellen Kompensation auch eine Reihe verpflichtender Änderungen an den Plattformen vor, die speziell den Schutz Minderjähriger betreffen.

Umfang und Bedingungen des Vergleichs

Die Vereinbarung verpflichtet Meta, für Nutzerinnen und Nutzer unter 18 Jahren neue Schutzmechanismen einzuführen. Für Kinder unter 13 Jahren sollen die Dienste grundsätzlich nicht zugänglich sein; entsprechende Konten müssen deaktiviert werden. Für Jugendliche wird ein tägliches Zeitlimit von zwei Stunden eingeführt, das durch Hinweise nach 15, 60 und 90 Minuten ununterbrochener Nutzung ergänzt wird. Zusätzlich sollen nächtliche Sperren zwischen 0 und 6 Uhr den Zugriff auf Feeds verhindern, während Benachrichtigungen von 22 bis 7 Uhr stummgeschaltet werden. Während der Schulzeit dürfen keine Pushnachrichten auf Sperrbildschirme gesendet werden.

Weitere Maßnahmen betreffen die Sichtbarkeit von Interaktionen: Die Anzahl der "Gefällt mir"-Angaben und Reaktionen auf Beiträge wird für Jugendliche standardmäßig ausgeblendet. Zudem werden extreme Schönheits- und Makeup-Filter für jüngere Nutzerinnen und Nutzer deaktiviert. Meta verpflichtet sich außerdem zu strengeren Altersüberprüfungen und einer Verschärfung der Inhaltskontrollen. Die neuen Vorgaben gelten ausschließlich in den 48 beteiligten US-Bundesstaaten. New Mexico und Florida sind nicht Teil der Einigung.

Reaktionen und Einordnung der Maßnahmen

Die Generalstaatsanwaltschaft des District of Columbia bezeichnete den Vergleich als bedeutenden Schritt für den Jugendschutz. Kritikerinnen und Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass die Maßnahmen zunächst nur für die beteiligten US-Bundesstaaten verbindlich sind und internationale Nutzerinnen und Nutzer nicht direkt betreffen. Die Vereinbarung enthält ausdrücklich die Einschränkung, dass keine Bestimmung außerhalb der teilnehmenden Staaten oder in anderen Rechtsordnungen Anwendung findet. Dennoch wird in der Branche diskutiert, ob die Einigung als Vorbild für künftige Regulierungen in Europa dienen könnte.

Die Europäische Kommission hat in den vergangenen Monaten ihr Vorgehen gegen große US-Technologieunternehmen verschärft. Im Zusammenhang mit der Regulierung digitaler Plattformen und dem Schutz Minderjähriger werden in Brüssel bereits weitergehende Maßnahmen geprüft. Auch in Deutschland und anderen EU-Staaten wächst der Druck auf Plattformbetreiber, den Schutz junger Nutzerinnen und Nutzer zu verbessern. In diesem Kontext ist die US-Einigung von Meta ein wichtiger Referenzpunkt, ähnlich wie jüngste Entwicklungen im Bereich der Plattformregulierung, über die Glocalist Press bereits im Zusammenhang mit Umsatzprognosen von Unternehmen wie eBay berichtet hat.

Offene Fragen und internationale Perspektive

Unklar bleibt, wie wirksam die vereinbarten Maßnahmen im Alltag tatsächlich sind. Die technische Umsetzung von Altersüberprüfungen und Zeitlimits ist komplex und kann von technisch versierten Jugendlichen umgangen werden. Auch die Kontrolle von Inhalten und Filtern erfordert kontinuierliche Anpassungen, um neue Umgehungsstrategien zu verhindern. Für Unternehmen wie Meta stellt sich zudem die Frage, wie sich regionale Vorgaben mit globalen Plattformstrukturen vereinbaren lassen, ohne die Nutzererfahrung zu fragmentieren.

Für den europäischen Markt ist offen, ob und in welchem Umfang ähnliche Regelungen eingeführt werden. Die Diskussion um den Digital Services Act und weitere EU-Initiativen zeigt, dass der politische Wille zu strengeren Vorgaben vorhanden ist. Ob die US-Vereinbarung als Blaupause für europäische Regulierungsansätze dienen kann, hängt von der konkreten Ausgestaltung und der Übertragbarkeit auf unterschiedliche Rechtsräume ab.

Ein Vergleich wie der zwischen Meta und den US-Bundesstaaten ist ein außergerichtlicher Vertrag, der einen Rechtsstreit beendet, ohne dass ein Urteil gesprochen wird. Solche Vergleiche sind im US-Rechtssystem üblich, insbesondere bei komplexen Verfahren mit vielen Beteiligten. Sie ermöglichen es Unternehmen, finanzielle und regulatorische Risiken zu begrenzen, verpflichten aber oft zu konkreten Änderungen im Geschäftsmodell. Für internationale Plattformen wie Meta stellt sich die Herausforderung, regionale Auflagen mit globalen Standards zu vereinbaren, ohne die technische und wirtschaftliche Skalierbarkeit zu verlieren.Schlagwörter: Meta Platforms, Plattformen & Software, EU-Digitalpolitik

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