Micron Technology legt beim Umsatz und Gewinn kräftig zu. Trotzdem setzt Wells Fargo das Kursziel herab - trotz positiver Aussichten für das laufende Geschäftsjahr.
Micron Technology steht gerade zwischen zwei Polen: Rekordzahlen auf der einen Seite, eine vorsichtige Bewertung auf der anderen. Der Speicherhersteller hat seinen Umsatz und die Margen deutlich gesteigert. Trotzdem hat Wells Fargo das Kursziel von 1.525 auf 1.400 US-Dollar gesenkt. Die Analysten bleiben aber bei ihrer "Overweight"-Einstufung. Sie sehen Micron weiter stark im Speichersegment. Die Bank erklärte am 23. September 2026, dass die Anpassung rein auf der Bewertung basiert. Es sei keine Kritik an der operativen Entwicklung.
Quartalszahlen: Wachstum auf neuem Niveau
Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 setzte Micron Technology nach US-GAAP 41,456 Milliarden US-Dollar um. Das sind 345,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Bruttomarge sprang auf 84,6 Prozent, im Vorjahr lag sie noch bei 37,7 Prozent. Das operative Ergebnis lag bei 33,318 Milliarden US-Dollar, im Vorjahr waren es 2,169 Milliarden US-Dollar. Auch das Ergebnis je Aktie zog an: 24,67 US-Dollar pro Aktie, nach 1,68 US-Dollar im Vorjahr. Der Free-Cashflow (Non-GAAP) lag bei 18,304 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahr waren es nur 1,949 Milliarden US-Dollar.
Diese Zahlen zeigen, wie stark Micron als einer der größten DRAM-Hersteller aktuell wächst. Die Ergebnisse wurden am 23. September 2026 in einem Research-Bericht von Wells Fargo veröffentlicht und eingeordnet. Die Bank rechnet auch in den nächsten Jahren mit starken Zahlen: Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Wells Fargo 132,3 Milliarden US-Dollar Umsatz und 75 US-Dollar Gewinn je Aktie. Für 2027 werden 261,3 Milliarden US-Dollar Umsatz und ein EPS von 166 US-Dollar prognostiziert, für 2028 sogar 287,8 Milliarden US-Dollar Umsatz und ein EPS von 178 US-Dollar.
Wells Fargo bleibt optimistisch, senkt aber das Kursziel
Die aktuelle Marktdynamik bei Speicherchips wird maßgeblich durch die hohe Nachfrage aus KI-Anwendungen und die anhaltende Knappheit an Produktionskapazitäten bestimmt. Für die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen ist die Einhaltung von DIN EN ISO 9001 und die Integration von Industrie 4.0-Standards entscheidend.
Micron-CEO Sanjay Mehrotra hatte schon im Juni betont, wie wichtig Speicherlösungen für KI-Anwendungen sind. Er stellte die Rolle des Unternehmens als Technologielieferant heraus. Die Bewertung von Wells Fargo zeigt aber, dass selbst starke Geschäftszahlen nicht automatisch zu höheren Kurszielen führen. Laut MarktBeat liegen die Konsensschätzungen der Analysten aktuell bei etwa 1.296,47 US-Dollar. Die Mehrheit empfiehlt weiter, die Aktie zu kaufen.
Marktumfeld: Engpässe und Chancen
Microns Entwicklung spiegelt die Lage im weltweiten Speichermarkt wider. Die Nachfrage ist hoch, die Kapazitäten bleiben knapp. Auch andere Anbieter wie SK hynix und Siltronic stehen vor ähnlichen Herausforderungen und Chancen, wie ein früherer Bericht zeigt. Die starke Nachfrage nach Speicherchips kommt vor allem durch den Ausbau von KI-Infrastrukturen und Rechenzentren. Die Preise schwanken weiter, weil Produktionskapazitäten und Lieferketten unter Druck stehen. Die Bundesnetzagentur hebt in ihren aktuellen Veröffentlichungen die Bedeutung stabiler Lieferketten hervor. Sie sieht es als notwendig an, europäische Halbleiterstandorte im Rahmen der Energie- und Digitalstrategie zu stärken. Mehr zu den regulatorischen Rahmenbedingungen steht in der Bundesnetzagentur-Dokumentation zur Versorgungssicherheit.
Für den europäischen Markt und besonders für deutsche Technologieunternehmen ist Microns Entwicklung ein Signal, wie wichtig Speichertechnologien im internationalen Wettbewerb sind. Hohe Margen und starke Cashflows sind in diesem Segment keine Selbstverständlichkeit. Sie hängen von technologischem Vorsprung, Fertigungskompetenz und Marktzugang ab. Die Einhaltung von Standards wie DIN EN ISO 27001 für Informationssicherheit ist für die Wettbewerbsfähigkeit und die Erfüllung der EU-Vorgaben unerlässlich.
Folgen für Unternehmen und Investoren
Die Entscheidung von Wells Fargo, trotz Rekordzahlen das Kursziel zu senken, zeigt, wie schwierig die Bewertung von Technologieunternehmen im aktuellen Markt ist. Investoren müssen nicht nur auf die aktuellen Geschäftszahlen schauen. Sie müssen auch strukturelle Risiken und Schwankungen im Speichersegment im Blick behalten. Die anhaltende Knappheit bei Speicherchips kann kurzfristig hohe Margen bringen. Sie birgt aber auch das Risiko, dass die Preise plötzlich fallen, wenn neue Kapazitäten auf den Markt kommen.
Micron bleibt mit seiner Bilanz ein wichtiger Spieler im globalen Speicherwettbewerb. Starkes Wachstum, hohe Profitabilität und eine vorsichtige Bewertung durch große Banken zeigen: Für nachhaltigen Erfolg reicht es nicht, nur kurzfristig Rekorde zu liefern. Entscheidend wird sein, wie Unternehmen wie Micron ihre technologische Position und ihre Lieferketten in einem Markt behaupten, der immer stärker von KI geprägt ist.
Die Bruttomarge zeigt, wie viel vom Umsatz nach Abzug der direkten Herstellungskosten übrig bleibt. Eine hohe Bruttomarge wie bei Micron bedeutet, dass das Unternehmen seine Produkte mit deutlichem Aufschlag verkaufen kann. In der Halbleiterbranche ist die Bruttomarge ein wichtiger Gradmesser für die Wettbewerbsfähigkeit und die Fähigkeit, Preisschwankungen oder steigende Kosten abzufedern. Sie unterscheidet sich vom operativen Ergebnis, das auch Verwaltung und Vertrieb einbezieht. Für Investoren und Analysten ist die Entwicklung der Bruttomarge ein zentraler Maßstab bei der Bewertung von Technologieunternehmen.