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Arm steigt bei EuroCDP ein: Neuer Schub für Europas Chipentwicklung

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Arm steigt bei EuroCDP ein: Neuer Schub für Europas Chipentwicklung Glocalist Press © glocalist.press
Arm steigt bei EuroCDP ein: Neuer Schub für Europas Chipentwicklung © glocalist.press

Arm Holdings macht erstmals bei der European Chips Design Platform EuroCDP mit. Damit bekommen Entwickler in Europa direkten Zugang zu Arm-Technologie. Was heißt das für Europas Halbleiterstrategie und den European Chips Act?

Arm Holdings ist jetzt Teil der European Chips Design Platform EuroCDP. Die Nachricht kam am 21. September 2026. Arm ist damit der erste kommerzielle Anbieter von Chipdesign-IP, der bei dieser EU-geförderten Plattform mitmacht. Für Entwicklerinnen und Entwickler in Europa heißt das: Sie können erstmals direkt auf bewährte Arm-Technik im Rahmen einer europäischen Initiative zugreifen.

Arm und die European Chips Design Platform

Die European Chips Design Platform (EuroCDP) ist ein Kernstück des European Chips Act. Mit gezielten Investitionen will die EU die Halbleiterindustrie bis 2030 stärken. EuroCDP wird vom European Chips Joint Undertaking (Chips JU) finanziert. Ziel ist, Entwicklung und Design von Halbleitern in Europa voranzubringen. Mit Arm als Partner kommt eine der meistgenutzten Chiparchitekturen der Welt ins Angebot. Die Vereinbarung mit Arm sieht vor, dass europäische Innovatoren Zugang zu Arm-IP und dem passenden Ökosystem bekommen.

Politischer und wirtschaftlicher Kontext

Der Einstieg von Arm bei EuroCDP passiert vor dem Hintergrund des European Chips Act. Bis 2030 sollen mehr als 43 Milliarden Euro investiert werden. Die EU will unabhängiger werden, vor allem bei Rechenkapazität und Halbleitertechnik. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in einer aktuellen Rede betont, wie wichtig es ist, Europas Rechenkapazitäten auszubauen und die Fähigkeiten bei künstlicher Intelligenz zu stärken. Eine starke Designbasis für Halbleiter gilt als Voraussetzung, um diese Ziele zu erreichen und weniger abhängig von Anbietern außerhalb Europas zu sein.

Arm hebt hervor: Mit dem Einstieg bei EuroCDP bekommen erstmals europäische Start-ups, KMU und Forschungseinrichtungen Zugang zu Arm-IP, Tools, Schulungen und flexiblen kommerziellen Formaten über das Arm Flexible Access-Programm. Das ist ein klarer Unterschied zu bisherigen EuroCDP-Partnern, die vor allem EDA-Software, Schulungen oder Beratung angeboten haben. Auch Keysight hat eine Vereinbarung mit dem Chips JU geschlossen. Damit stellt Keysight EDA-Software und Schulungen für europäische Chip-Start-ups über EuroCDP bereit. Die Plattform wird damit noch vielfältiger.

Die Integration von Arm als erstem kommerziellen IP-Provider in die EuroCDP-Plattform ist ein Meilenstein für die europäische Halbleiterstrategie und unterstreicht die Bedeutung von geistigem Eigentum und Designkompetenz für die technologische Souveränität Europas.

Die Vereinbarung zwischen Arm und EuroCDP ist Teil einer größeren europäischen Strategie. Es geht nicht nur um Fertigung, sondern gezielt um Design und geistiges Eigentum. Arm selbst sagt, Europa sei "focused on accelerating the next generation of innovators". Eine starke Designbasis gilt als Schlüssel für die digitale Infrastruktur des Kontinents. In aktuellen Nachhaltigkeitsberichten von Arm steht außerdem der Fokus auf "power-efficient computing" und der Zugang zu Innovationen durch Partnerschaften im Mittelpunkt. Das passt zu den Zielen des European Chips Act und der deutschen Digitalstrategie.

Wie genau der Zugang zu Arm-IP im Rahmen von EuroCDP geregelt wird, hängt stark von europäischen Datenschutz- und Cybersicherheitsstandards ab. Die BSI-Richtlinien zum Chips Act sind dabei zentral, um die Sicherheit und Integrität der Chipentwicklung zu sichern. Für teilnehmende Unternehmen ist die Einhaltung von DIN EN ISO/IEC 27001 für Informationssicherheitsmanagement Pflicht.

Noch ist offen, wie schnell und in welchem Umfang die neuen Möglichkeiten zu marktreifen Produkten und Innovationen führen. Auch die langfristigen Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Chipentwickler und die Einbindung in globale Lieferketten werden von Branchenexperten weiter genau beobachtet. Trotzdem gilt: Die Öffnung der EuroCDP-Plattform für kommerzielle IP-Anbieter ist ein wichtiger Schritt, um Europas Position im weltweiten Halbleitermarkt zu stärken und die Ziele des European Chips Act zu erreichen.

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