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Marvell Technology legt beim Rechenzentrumsumsatz kräftig zu

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Marvell Technology legt beim Rechenzentrumsumsatz kräftig zu Glocalist Press © glocalist.press
Marvell Technology legt beim Rechenzentrumsumsatz kräftig zu © glocalist.press

Marvell Technology meldet im zweiten Quartal 2026/2027 ein starkes Umsatzwachstum und bessere Margen. TD Cowen stuft die Aktie hoch und sieht neue Chancen.

TD Cowen hat am 7. Oktober 2026 seine Einschätzung zu Marvell Technology geändert. Die Analysten hoben die Aktie von "Hold" auf "Buy" und setzten das Kursziel von 245 auf 350 US-Dollar herauf. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 22 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom 6. Oktober. Der Grund: Marvell hat im zweiten Quartal 2026/2027 einen Nettoumsatz von 2,739 Milliarden US-Dollar erzielt. Das sind 37 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die operative Marge kletterte auf 16,8 Prozent, das Ergebnis je Aktie lag bei 0,33 US-Dollar. Auch der operative Cashflow zog an und erreichte 605,5 Millionen US-Dollar.

Wie Analysten das Klumpenrisiko einschätzen

Im Fokus der neuen Bewertung steht die Frage, wie stark Marvell noch von einzelnen Großkunden abhängt. TD Cowen sieht das sogenannte Klumpenrisiko inzwischen deutlich gesunken. Analyst Sean O'Loughlin betont, dass die Wachstumstreiber jetzt klar im Bereich Connectivity liegen. Die Risiken rund um Kundenkonzentration und Margen bei kundenspezifischen Chips seien spürbar zurückgegangen. Für Investoren ist das wichtig, denn eine breite Kundenbasis gilt im Halbleitermarkt als stabilisierend. Das höhere Kursziel spiegelt die Zuversicht der Analysten in die aktuellen Quartalszahlen und die Entwicklung im Rechenzentrumssegment wider.

Nach Angaben des Unternehmens bleibt die Nachfrage nach Rechenzentrumslösungen der wichtigste Wachstumsmotor. Im Jahresvergleich zog das Umsatzwachstum in diesem Bereich auf 46 Prozent an. Das Segment Data Center brachte 2,17 Milliarden US-Dollar ein und machte damit rund 79 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Besonders im Bereich Künstliche Intelligenz meldet Marvell weiterhin außergewöhnlich viele Aufträge. Für das dritte Quartal 2027 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 3,15 Milliarden US-Dollar (Mitte der Spanne) und einem bereinigten Ergebnis je Aktie von 1,10 US-Dollar (plus/minus 0,05 US-Dollar). Ob diese Prognose angesichts der Schwankungen im Halbleitermarkt erreicht wird, bleibt offen.

Trotz der Einschätzung von TD Cowen, dass das Klumpenrisiko gesunken ist, entfielen laut jüngstem Geschäftsbericht von Marvell weiterhin 82 Prozent des Umsatzes auf die zehn größten Kunden. Die Abhängigkeit von Investitionen in KI-Infrastruktur und Rechenzentren bleibt damit ein wesentlicher Faktor für die Geschäftsentwicklung.

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Marvells Zahlen im Vergleich zur Branche

Die aktuellen Quartalszahlen zeigen: Marvell konnte nicht nur den Umsatz, sondern auch die Profitabilität steigern. Die operative Marge lag mit 16,8 Prozent über dem Vorjahreswert von 14,5 Prozent. Das Ergebnis je Aktie stieg von 0,22 auf 0,33 US-Dollar. Der operative Cashflow wuchs von 461,6 auf 605,5 Millionen US-Dollar. Analysten sehen darin einen Beleg für mehr Effizienz im operativen Geschäft. Für das Gesamtjahr 2027 hat Marvell die Umsatzprognose auf rund 12 Milliarden US-Dollar angehoben. Das entspricht einem Wachstum von etwa 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Management rechnet außerdem mit mehr Schwung im Geschäft mit kundenspezifischen Chips in der zweiten Jahreshälfte.

Im Vergleich zu anderen US-Technologiefirmen, die ebenfalls von der Nachfrage nach KI-Infrastruktur profitieren, setzt Marvell klar auf das Rechenzentrumsportfolio. Die jüngsten Zahlen von Oracle, die in einem früheren Bericht analysiert wurden, zeigen ähnliche Trends bei KI-Cloud-Verträgen. Marvell hebt aber die eigene, breiter aufgestellte Kundenstruktur hervor - auch wenn laut aktuellem Bericht weiterhin ein Großteil des Umsatzes auf wenige Kunden entfällt.

Wie Analysten den Ausblick bewerten

Die Hochstufung durch TD Cowen zeigt, dass Analysten Marvell eine starke Position im Markt für Rechenzentrums- und KI-Infrastruktur zutrauen. Die Einschätzung, dass das Klumpenrisiko gesunken ist, spielt für die mittelfristige Planung eine Rolle. Trotzdem bleibt der Halbleitermarkt schwankungsanfällig und von geopolitischen Risiken beeinflusst. Die Prognose für weiteres Wachstum stützt sich auf aktuelle Auftragseingänge, ist aber nicht garantiert. Für den deutschen und europäischen Markt bleibt Marvell ein wichtiger Anbieter, da die Nachfrage nach Rechenzentrums- und KI-Hardware auch in Europa steigt. Entscheidend wird sein, wie sich die Kundenstruktur entwickelt und ob Marvell die Margen weiter verbessern kann. Die Bewertung von TD Cowen signalisiert, dass die Risiken neu gewichtet werden. Eine Garantie für dauerhaftes Wachstum gibt es damit aber nicht.

Die "operative Marge" zeigt, wie viel vom Umsatz nach Abzug der operativen Kosten als Gewinn bleibt. Steigt die operative Marge, spricht das für mehr Effizienz und bessere Kostenkontrolle. Gerade im Technologiesektor ist dieser Wert ein wichtiger Gradmesser für Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität bei wachsendem Umsatz. Für Unternehmen in Deutschland gelten zusätzlich die Vorgaben der Bundesnetzagentur zur Netzstabilität und die Effizienzstandards nach DIN EN 50600 für Rechenzentren. Das unterstreicht, wie wichtig nachhaltige und effiziente Infrastrukturen sind. Weitere Details zu regulatorischen Anforderungen finden sich in der Bundesnetzagentur-Dokumentation zum Netzentwicklungsplan.

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