Daiwa hebt die Prognose für PC-DRAM-Vertragspreise im vierten Quartal 2026 deutlich an. Welche Hersteller profitieren und wie sich der Markt verschiebt, steht im Fokus.
Im Oktober 2026 legt Daiwa neue Zahlen zum Speicherchipmarkt vor. Die Prognose: PC-DRAM-Vertragspreise sollen im vierten Quartal um 13 bis 18 Prozent steigen. Das ist deutlich mehr als bisher erwartet. Die Schätzung wurde nach oben korrigiert. Speicherhersteller könnten dadurch spürbar mehr verdienen. TrendForce meldet, dass die ursprüngliche Prognose von 3-8 % auf 13-18 % angehoben wurde. Der Grund: Hersteller verlagern Produktionskapazitäten zu Server-DRAM und KI-Speicher. Klassische DRAM wird knapper.
Warum die Prognose steigt
Die Analyse stützt sich auf einen Research-Bericht von Daiwa vom 2. Oktober 2026. TrendForce-Daten zeigen: Im September stiegen die PC-DRAM-Vertragspreise um zwei bis vier Prozent gegenüber August. Ein Standard-DDR4-8Gb-1Gx8-Modul kostete im September im Schnitt 26 US-Dollar. Das sind 4 % mehr als im Vormonat. Die Preiserhöhungen kommen vor allem von den Zulieferern. Server-DRAM treibt die Preise für den gesamten Markt. Gleichzeitig verschärft sich die Knappheit bei klassischer DRAM. Hersteller setzen stärker auf High Bandwidth Memory (HBM) und Server-Speicher. Der Bedarf für KI-Inferenz und spezialisierte ASICs bindet Produktionsressourcen. Das verschiebt die Prioritäten.
Marktdaten und Gewinner
Im September lag der durchschnittliche Vertragspreis für 8-GB-DDR4-Module bei 148 US-Dollar. Das sind vier Prozent mehr als im August. 8-GB-DDR5-Module blieben bei 133 US-Dollar. Damit ist DDR5 zehn Prozent günstiger als DDR4. Die bessere Verfügbarkeit bestimmter PC-Prozessoren half im dritten Quartal einigen Erstausrüstern. Viele bauten Lagerbestände im Vertriebskanal auf. Von den steigenden Preisen könnten vor allem Micron Technology, Samsung Electronics und SK hynix profitieren. Sie sind die führenden Anbieter im Speichersegment. Für den deutschen Markt ist die Entwicklung wichtig. Speicherchips sind zentral für Rechenzentren, KI-Infrastruktur und Industrie 4.0. Ohne sie läuft nichts.
Internationaler Vergleich
Nach Angaben von TrendForce wurde die Prognose für das Wachstum der PC-DRAM-Vertragspreise im vierten Quartal 2026 von 3-8 % auf 13-18 % nach oben korrigiert. Hauptgrund ist die Umstellung der Produktionskapazitäten auf Server-DRAM und KI-Speicherlösungen, wodurch das Angebot an klassischer DRAM weiter verknappt wird.
Wie es für den Speichersektor weitergeht
Daiwas Prognose zeigt, wie stark die Preise im Speicherchipmarkt schwanken können. Kurzfristige Preissprünge helfen den Herstellern. Die Unsicherheit bleibt aber. Zyklische Schwankungen, technologische Umbrüche und die Abhängigkeit von wenigen Großkunden bestimmen das Geschäft. Für deutsche und europäische Firmen ist das Thema zentral. Speicherchips sind das Rückgrat von Rechenzentren, KI-Infrastruktur und Industrieanwendungen. Anbieter wie Samsung Electronics, SK hynix und Micron Technology müssen flexibel bleiben. Sie reagieren auf Nachfrageschübe und Preisanpassungen, um im globalen Wettbewerb zu bestehen. Die Bundesnetzagentur hebt in aktuellen Veröffentlichungen die Bedeutung robuster Lieferketten hervor. Sie fordert, technologische Abhängigkeiten im Rahmen der Digitalstrategie der Bundesregierung zu verringern. Mehr zu regulatorischen Vorgaben und Marktdaten steht in der Digitalisierungsstrategie der Bundesnetzagentur.
DRAM (Dynamic Random Access Memory) ist ein flüchtiger Halbleiterspeicher. Er steckt in fast allen modernen Computern, Servern und Mobilgeräten. Vertragspreise für DRAM-Module werden zwischen Herstellern und Großabnehmern wie PC-Herstellern oder Rechenzentren ausgehandelt. Sie spiegeln Angebot, Nachfrage und Lagerbestände wider. Die Preisentwicklung gilt als Frühindikator für Investitionen in IT-Infrastruktur. Sie beeinflusst die Margen der Hersteller und die Kosten der Endkunden.