42 Prozent der Spielenden in Deutschland nutzen Computer- und Videospiele, um mit Freunden oder Familie in Kontakt zu bleiben. Was steckt hinter diesem Trend?
Rund 20 Millionen Menschen in Deutschland greifen gezielt zu Computer- und Videospielen, um mit Freunden, Bekannten oder Familie in Verbindung zu bleiben. Das zeigen aktuelle Zahlen des game - Verband der deutschen Games-Branche. Für viele sind Games längst mehr als Zeitvertreib. Sie sind Teil des Alltags. Sie verbinden Menschen.
Spielen als soziales Bindeglied
Die repräsentative Umfrage entstand in Zusammenarbeit mit YouGov. Sie lief vom 21. bis 28. Juli 2026 und umfasste 2.105 Personen ab 16 Jahren. Die Ergebnisse wurden für diese Altersgruppe gewichtet. Besonders junge Erwachsene nutzen Games, um Kontakte zu knüpfen: Sieben von zehn Spielenden zwischen 16 und 24 Jahren haben schon persönliche Treffen über ein Spiel vereinbart. 81 Prozent der Befragten sehen in Games ein Hobby, das Generationen zusammenbringen kann. 76 Prozent glauben, dass Games einsamen Menschen helfen, Gleichgesinnte zu finden. 73 Prozent sagen, Spiele helfen ihnen, sich weniger einsam zu fühlen.
Digitale Spiele sind nicht nur für junge Leute wichtig. Auch ältere Generationen nutzen sie als Plattform für Austausch. 30 Prozent der Gamerinnen und Gamer haben sich schon im Spiel zu einem Treffen außerhalb der digitalen Welt verabredet. Virtuelle Kontakte führen also oft zu echten Begegnungen. Das ist relevant, wenn man auf die Zahlen des Einsamkeitsbarometers der Bundesregierung schaut: 2021 fühlten sich 11,3 Prozent der Deutschen einsam. Bei den 18- bis 29-Jährigen lag der Wert sogar bei 14,1 Prozent. Diese Daten zeigen, wie wichtig digitale Räume für Begegnungen geworden sind.
Gesellschaftliche Bedeutung und mentale Gesundheit
Die Umfrage fand rund um den Welttag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober statt. Sie macht deutlich: Games sind für viele mehr als Unterhaltung. Sie sind ein Weg, soziale Beziehungen zu pflegen. Gerade in Zeiten, in denen Einsamkeit und Isolation wachsen, bieten digitale Spiele einen einfachen Zugang zu Gemeinschaft. Der game-Verband betont, dass gemeinsames Spielen Bindungen stärken und die mentale Gesundheit unterstützen kann. Für Plattformen in Deutschland gelten dabei strenge Datenschutz- und IT-Sicherheitsregeln. Das IT-Sicherheitsgesetz 2.0 und Vorgaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) setzen klare Standards.
Ein neues, 2026 veröffentlichtes Forschungsprojekt fand keine statistisch signifikante Verbindung zwischen der allgemeinen Häufigkeit von Videospielen oder der Nutzung von Gaming-Plattformen und der wahrgenommenen sozialen Unterstützung; auch der Zusammenhang zwischen Spielhäufigkeit und Einsamkeit war schwach und statistisch nicht signifikant.
Games werden als soziales Medium immer wichtiger. Sie bieten mehr als klassische soziale Netzwerke, die meist auf Nachrichten oder Bilder setzen. In Spielen erleben Menschen gemeinsam etwas und interagieren in Echtzeit. Das ist Teil eines größeren Trends. Auch andere digitale Angebote entwickeln sich weiter. Ein Beispiel: flexible Shop-Formate, wie Glocalist Press berichtet.
Offene Fragen und Grenzen der Studie
Die Umfrage zeigt, wie Spielende in Deutschland Games erleben. Sie gibt Einblick in subjektive Einschätzungen. Die Ergebnisse spiegeln Meinungen und Selbstwahrnehmungen wider. Sie belegen aber keine klinisch bestätigte Reduktion von Einsamkeit. Es bleibt offen, wie sich Games langfristig auf das gesellschaftliche Zusammenleben auswirken. Auch ist nicht klar, ob die positiven Effekte auf mentale Gesundheit und Einsamkeit in unabhängigen Studien bestätigt werden. Wer genauer hinschauen will, sollte Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis) einbeziehen. So lassen sich Trends und Unterschiede besser analysieren.
Die Umfrage liefert keine Details zu Altersgruppen, Geschlecht oder regionalen Unterschieden bei der Nutzung von Games. Es fehlen auch Angaben dazu, welche Spiele oder Plattformen besonders oft für soziale Kontakte genutzt werden. Für Unternehmen, die digitale Angebote entwickeln, bleibt die Frage: Wie spricht man verschiedene Nutzergruppen gezielt an? Die Digitalstrategie der Bundesregierung und neue EU-Regeln wie der Digital Services Act verpflichten Anbieter zu mehr Transparenz, Datenschutz und Jugendschutz. Technische Standards wie DIN EN ISO/IEC 27001 werden dabei immer wichtiger.
Einordnung und Ausblick für den deutschen Markt
Digitale Spiele übernehmen in Deutschland eine wachsende gesellschaftliche Rolle. Sie sind nicht nur Unterhaltung. Sie helfen, Beziehungen zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen. Anbieter von Games und Plattformen stehen vor der Aufgabe, soziale Interaktionen und Sicherheit zu fördern. Die Einhaltung von Vorgaben der Bundesnetzagentur und des BSI ist Pflicht.
Die Zahlen des game-Verbands zeigen: Der Markt für soziale Gaming-Erlebnisse ist groß. Doch wie nachhaltig ist diese Entwicklung? Welche Rolle werden Games künftig im Alltag spielen? Das bleibt offen. Klar ist: Wer die Bedeutung digitaler Spiele unterschätzt, übersieht einen wichtigen Motor für soziale Innovation und Teilhabe.
Der Begriff "soziales Bindeglied" beschreibt hier die Funktion von Computer- und Videospielen als Plattformen, die Menschen unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation zusammenbringen. Anders als klassische Kommunikationskanäle ermöglichen Games gemeinsame Aktivitäten in Echtzeit. Sie schaffen neue Formen digitaler Gemeinschaft. Unternehmen und Entwickler müssen diese Chancen verantwortungsvoll nutzen. Risiken wie Ausgrenzung oder Sucht dürfen sie nicht aus dem Blick verlieren.