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Monzo prüft Private-Equity-Deal nach geplatzten Nubank-Verhandlungen

Nil Enri Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nil Enri

Monzo prüft Private-Equity-Deal nach geplatzten Nubank-Verhandlungen Glocalist Press © glocalist.press
Monzo prüft Private-Equity-Deal nach geplatzten Nubank-Verhandlungen © glocalist.press

Monzo sucht nach frischem Kapital und denkt über einen Verkauf von Anteilen an Private-Equity-Investoren nach. Die Gespräche mit Nubank sind gescheitert - was bedeutet das für die britische Neobank?

Monzo sucht nach neuen Wegen, um an Geld für weiteres Wachstum zu kommen. Die britische Neobank hat die Gespräche mit Nubank, einem der größten Digitalbanken Lateinamerikas, ohne Ergebnis beendet. Jetzt schaut Monzo auf Private-Equity-Investoren, um die geplante Expansion zu finanzieren.

Verhandlungen mit Nubank gescheitert

Am 30. September 2026 gab Nu Holdings bekannt, dass keine Übernahme von Monzo geplant ist. Die brasilianische Nubank beendete die Gespräche und betonte dabei den Respekt für den britischen Konkurrenten. Laut Financial Times scheiterten die Verhandlungen vor allem an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Monzo wollte eine Bewertung von bis zu £10 Mrd. erreichen, doch die letzte offizielle Bewertung lag im Oktober 2024 bei £4,5 Mrd.

Nach dem Aus mit Nubank prüft Monzo jetzt andere Finanzierungswege. Im Mittelpunkt steht der mögliche Verkauf einer Minderheitsbeteiligung von bis zu 15 Prozent an Private-Equity-Investoren. Im Gespräch sind unter anderem die europäische Buyout-Gruppe CVC und Advent International aus den USA. Brancheninsider berichten, dass die Gespräche noch am Anfang stehen.

Im Geschäftsjahr bis März 2026 erzielte Monzo einen Umsatz von £1,7 Mrd. Das sind £500 Mio. mehr als im Vorjahr. Der Vorsteuergewinn stieg um 20 Prozent auf £172,6 Mio. Diese Zahlen zeigen, wie stark Monzo auf Effizienz und Wachstum setzt. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die Bundesnetzagentur für digitale Finanzdienstleistungen fordern in ihren aktuellen Empfehlungen mehr Skalierung und Effizienz von digitalen Banken.

Nach dem Scheitern der Gespräche mit Nubank prüft Monzo den Verkauf einer Minderheitsbeteiligung von bis zu 15% an Private-Equity-Investoren. Die Gespräche mit CVC und Advent International befinden sich in einem frühen Stadium.

Financial Times

Mit dem Schritt zu Private-Equity-Investoren setzt Monzo auf eine Finanzierungsform, die im europäischen Fintech-Sektor immer wichtiger wird. Solche Beteiligungen bringen Kapital ins Unternehmen, ohne dass ein Börsengang oder eine klassische Venture-Capital-Runde nötig ist. Für Monzo könnte das bedeuten, neue Investoren mit langfristigem Interesse zu gewinnen und die Kapitalbasis zu stärken.

Wie der Deal am Ende aussieht, ist noch offen. Weder der genaue Anteil noch die Bewertung stehen fest. Es ist auch nicht klar, ob bestehende Investoren Anteile abgeben oder neue Partner dazukommen. Die Entscheidung für Private-Equity kann Einfluss auf die Führung und Strategie von Monzo haben.

Wettbewerb und Dynamik im Fintech-Markt

Die aktuelle Lage bei Monzo zeigt, wie schwer es europäische Neobanken im internationalen Wettbewerb haben. Kapital zu bekommen bleibt ein zentrales Thema, vor allem weil die Anforderungen an Technik, Regulierung und Marktzugang steigen. Während große Banken auf eigene Reserven zurückgreifen, müssen junge Anbieter wie Monzo auf externe Geldgeber setzen, um Innovationen und Wachstum zu stemmen.

Das Ende der Gespräche mit Nubank macht deutlich, dass Partnerschaften im Fintech-Bereich alles andere als selbstverständlich sind. Unterschiedliche Geschäftsmodelle, regionale Schwerpunkte und verschiedene Regulierungen machen eine Einigung oft schwierig. Monzo muss flexibel bleiben und neue Investoren ansprechen. In Deutschland überwachen die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die Bundesnetzagentur die Regeln für digitale Banken. Wer mehr zu den aktuellen Vorgaben wissen will, findet Details in der Bundesnetzagentur Übersicht zu FinTech-Regulierung.

Wie es für Monzo und den Markt weitergeht

Mit dem Einstieg von Private-Equity-Investoren will Monzo handlungsfähig bleiben. Ob das reicht, um sich im härter werdenden Wettbewerb zu behaupten, hängt von den Konditionen und davon ab, wie das neue Kapital eingesetzt wird. Für den europäischen Fintech-Sektor bleibt die Frage nach frischem Geld entscheidend.

Private-Equity-Investitionen sind im Technologiesektor längst üblich. Sie verschaffen Unternehmen Zugang zu mehr Kapital, ohne dass sie sofort an die Börse müssen. Im Unterschied zu klassischen Venture-Capital-Runden sind Private-Equity-Investoren oft langfristiger orientiert und mischen stärker bei der Strategie mit. Für wachsende Firmen wie Monzo bringt das Chancen, aber auch neue Herausforderungen.

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