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Nordex bringt neue Windturbine N193 für Standorte mit wenig Wind

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Nordex bringt neue Windturbine N193 für Standorte mit wenig Wind Glocalist Press © glocalist.press
Nordex bringt neue Windturbine N193 für Standorte mit wenig Wind © glocalist.press

Nordex will ab 2029 die N193/7.X in Serie bauen. Was steckt technisch dahinter - und welche Chancen bietet die neue Turbine für schwächere Windstandorte?

Nordex bringt mit der N193/7.X eine neue Windturbine auf den Markt. Sie richtet sich an Standorte mit mittleren und schwachen Windverhältnissen. Die Serienproduktion soll 2029 starten. Laut Nordex liefert die N193/7.X bis zu 14 Prozent mehr Energie als das Vorgängermodell N175/6.X. Das gilt aber nur für typische Schwach- und Mittelwindstandorte und hängt von den Bedingungen vor Ort ab.

Technik und Anpassung an den Standort

Die N193/7.X baut auf der Delta4000-Plattform auf. Maschinenhaus, Steuerung und elektrische Architektur wurden übernommen und gezielt weiterentwickelt. Der Rotor misst 193 Meter im Durchmesser, die Rotorblätter sind 95 Meter lang. Die Turbine bringt es auf eine installierte Leistung von 7,3 Megawatt. Für Deutschland ist die Leistung auf 6,6 Megawatt begrenzt, damit sie die Vorgaben der Bundesnetzagentur für Genehmigungen und Netzanschlüsse erfüllt. Die Plattform bleibt flexibel. Es gibt verschiedene Leistungsvarianten und Betriebsmodi. So kann Nordex die Turbine an unterschiedliche Märkte und Standorte anpassen - je nachdem, ob es um Energieertrag, Kapazitätsfaktor, Lärmschutz oder Lebensdauer geht.

Die Turbine lässt sich mit verschiedenen Turmtypen und Nabenhöhen kombinieren. Damit spricht Nordex gezielt Märkte an, in denen Fläche und Netzkapazität knapp sind. Die Anpassungsfähigkeit der Delta4000-Plattform ist für Projektentwickler wichtig, die auf wechselnde Regeln und wirtschaftliche Vorgaben reagieren müssen. Im September 2026 gab es zum Beispiel einen Auftrag über 91 Megawatt für den Windpark Schönermark-Passow in Brandenburg. Dort werden 13 Turbinen vom Typ N163/6.X mit einem 20-jährigen Servicevertrag gebaut. Der Bau startet im September 2027, die erste Turbine soll im Januar 2028 ans Netz gehen. Solche Projekte zeigen, wie Nordex die Delta4000-Plattform im Markt einsetzt und mit langfristigen Serviceverträgen Geld verdient.

Markt und Produktion

Nordex gehört mit mehr als 64 Gigawatt installierter Windleistung in über 40 Ländern zu den festen Größen im Onshore-Bereich. 2025 lag der Umsatz bei rund 7,6 Milliarden Euro. Das Unternehmen beschäftigt über 11.100 Menschen. Die Produktion läuft in Werken in Deutschland, Spanien, Brasilien, Indien und den USA. Nordex setzt auf Onshore-Turbinen mit 4 bis 7 Megawatt, die für Märkte mit wenig Fläche und begrenzter Netzkapazität entwickelt wurden. Die Nachfrage nach Modellen wie der N163/6.X bleibt hoch. Unabhängige Marktberichte zeigen, dass Nordex bei Großaufträgen in Deutschland stark vertreten ist. Wer mehr zu Regeln und Netzanschlüssen wissen will, findet Details auf dem Portal der Bundesnetzagentur.

Die Integration neuer Windturbinen in das deutsche Stromnetz erfordert eine enge Abstimmung mit den Vorgaben der Bundesnetzagentur und die Einhaltung aktueller Netzanschlussregeln nach VDE-AR-N 4120. Projekte wie Schönermark-Passow zeigen, wie technische Innovation und regulatorische Anforderungen zusammenspielen.

Ein weltweites Servicenetz soll den Betrieb der Turbinen absichern. Nordex SE ist im MDAX und TecDAX an der Frankfurter Börse gelistet. Im Vergleich zu anderen Branchenentwicklungen, wie den jüngsten Anpassungen bei Volkswagen, zeigt sich, wie eng Technik und Wirtschaft in der deutschen Industrie zusammenhängen.

Offene Fragen und wirtschaftliche Sicht

Wie sich die N193/7.X am Markt schlägt, wird sich erst nach dem Produktionsstart 2029 zeigen. Es gibt noch keine unabhängigen Tests oder Erfahrungen aus dem Betrieb. Die angekündigten Leistungsdaten und die flexible Plattform sprechen zentrale Probleme der Windbranche an, vor allem an Standorten mit wenig Wind. Ob die versprochenen Effizienzgewinne und die Anpassungsfähigkeit im Alltag wirklich erreicht werden, bleibt offen. Für Projektentwickler und Betreiber könnten die neuen Varianten wirtschaftlich interessant sein - vorausgesetzt, die technischen und regulatorischen Vorgaben werden erfüllt.

Die Ankündigung der N193/7.X zeigt, dass der Wettbewerb im Windmarkt immer mehr über technische Verbesserungen und Anpassungsfähigkeit läuft. Nordex setzt auf die Weiterentwicklung bestehender Plattformen statt auf radikale Neuerungen. Das kann für Investoren und Betreiber Stabilität bringen. Es birgt aber auch das Risiko, dass große Technologiesprünge der Konkurrenz übersehen werden. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die Strategie der schrittweisen Optimierung reicht, um international vorn zu bleiben.

Die installierte Leistung gibt an, wie viel Strom eine Windturbine unter optimalen Bedingungen maximal liefern kann. Sie ist ein wichtiger Wert für Planung und Vergleich, sagt aber wenig über die tatsächliche Strommenge im Betrieb aus. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit ist der reale Energieertrag. Der hängt vom Standort, den Windverhältnissen, der Betriebsweise und den technischen Details ab. Die Nennleistung wird oft als Verkaufsargument genutzt, sollte aber immer im Zusammenhang mit den Standortbedingungen und den Regeln vor Ort betrachtet werden.

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