Nordex liefert erstmals N175/6.X-Turbinen nach Österreich. Der 56-MW-Auftrag von WEB Windenergie für das Repowering-Projekt Auersthal RI setzt einen neuen Standard im heimischen Windmarkt.
Am 1. Oktober 2026 wurde es offiziell: Nordex liefert acht N175/6.X-Turbinen für das Repowering-Projekt Auersthal RI im Bezirk Gänserndorf. Die Gesamtleistung liegt bei 56 Megawatt. Damit ersetzt das Unternehmen ältere Windkraftwerke am Standort. Ziel ist eine deutlich höhere Stromausbeute. Der Auftrag umfasst Lieferung, Montage und einen Premium-Servicevertrag über 25 Jahre.
Das ist der größte Einzelauftrag für Windenergieanlagen, den Österreich bisher gesehen hat. Ein neuer Maßstab.
Premiere für die N175/6.X in Österreich
Die Delta4000-Turbinen kommen erstmals in Österreich zum Einsatz. Jede Anlage bringt laut Nordex 7 Megawatt Nennleistung. Das macht das Projekt zum größten Einzelvorhaben des Herstellers im Land. Die Inbetriebnahme ist für 2028 geplant. Noch läuft die technische Vorbereitung. Die N175/6.X ist nach EN 61400-1 für Standorte im Binnenland mit wenig Platz entwickelt. Der große Rotordurchmesser sorgt für mehr Energie pro Fläche.
Repowering heißt: Alte Windräder weichen modernen Turbinen. So wird die vorhandene Fläche besser genutzt. Die technische Umsetzung und der lange Servicevertrag sollen Betriebssicherheit und Wirtschaftlichkeit sichern. Nordex betont, dass die N175/6.X speziell für Regionen mit wenig Fläche und begrenzter Netzkapazität gebaut wurde. Das passt zu den Bedingungen in Österreichs Binnenland.
Unternehmen und Marktdaten
Das Repowering bestehender Windparks ist ein zentraler Hebel für die Erreichung der Ausbauziele im Rahmen der Energiewende. Moderne Großturbinen ermöglichen eine signifikante Steigerung der Flächeneffizienz und tragen zur Netzstabilität bei.
Nordex hat seit 1985 weltweit über 64 Gigawatt Windleistung installiert. Im Jahr 2025 lag der Konzernumsatz bei rund 7,6 Milliarden Euro. Mehr als 11.100 Menschen arbeiten für das Unternehmen. Die Produktion läuft in Deutschland, Spanien, Brasilien, Indien, der Türkei und den USA. Das Portfolio konzentriert sich auf Onshore-Turbinen mit 4 bis 7 Megawatt Leistung. Diese sind für Märkte mit wenig Platz und begrenzter Netzkapazität ausgelegt.
Repowering als Strategie
Auersthal RI steht für den Trend: Repowering gewinnt im europäischen Windmarkt an Bedeutung. Neue, stärkere Turbinen ersetzen alte Anlagen. So steigt die Ausbeute, ohne dass mehr Fläche gebraucht wird. Für Nordex ist der Auftrag ein Beweis für die Konkurrenzfähigkeit der eigenen Technik im Repowering. Im gleichen Zeitraum meldete Nordex neue Aufträge über 175 Megawatt in Frankreich, Portugal und Spanien. Auch dort werden acht N175/6.X-Turbinen bis 2028 installiert. Die Nachfrage nach Repowering-Lösungen wächst. Gründe sind Vorgaben wie das EEG 2023 und die EU-Richtlinie 2018/2001.
Die Partnerschaft zwischen Nordex und WEB Windenergie wird mit dem neuen Auftrag enger. Beide Unternehmen sehen moderne Windkraft als Schlüssel für mehr erneuerbare Energie. Im Unterschied zu anderen Großaufträgen im Energiesektor, wie sie etwa bei anderen Anbietern berichtet wurden, liegt der Fokus hier auf Modernisierung und besserer Flächennutzung. Die Bundesnetzagentur überwacht in Deutschland die Einhaltung von Netzanschluss und technischen Standards.
Offene Punkte und Ausblick
Der Auftrag setzt ein klares Zeichen für Österreich. Doch viele Fragen zur Umsetzung bleiben offen. Die Inbetriebnahme ist erst für 2028 geplant. Bis dahin können sich technische, regulatorische und wirtschaftliche Bedingungen ändern. Wie sich die neuen Anlagen auf die regionale Stromversorgung und die Netzintegration auswirken, wird erst im Betrieb sichtbar.
Die Entscheidung für umfassendes Repowering mit Großturbinen zeigt: Im europäischen Windmarkt zählt Effizienz und Flächennutzung. Für Nordex und WEB Windenergie ist die Modernisierung bestehender Standorte und der Abschluss langfristiger Serviceverträge entscheidend für die Marktposition. Die Entwicklung zeigt, dass technischer Fortschritt und partnerschaftliche Geschäftsmodelle wichtiger werden. Regulatorische Unsicherheiten und Infrastrukturfragen bleiben aber ein zentrales Thema.
Repowering bedeutet, alte Windräder am selben Standort durch moderne, stärkere Turbinen zu ersetzen. Ziel ist mehr Energie pro Fläche und bessere Nutzung der Infrastruktur. Anders als beim Neubau bleiben beim Repowering Genehmigungen und Netzanschlüsse erhalten. Das kann Planung und Bau beschleunigen. Trotzdem bleibt die technische und wirtschaftliche Umsetzung anspruchsvoll. Die Demontage alter Anlagen und die Integration neuer Technik ins bestehende Netz müssen genau abgestimmt werden.