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RE Royalties prüft neue Wege bei der Finanzierung erneuerbarer Energien

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

RE Royalties prüft neue Wege bei der Finanzierung erneuerbarer Energien Glocalist Press © glocalist.press
RE Royalties prüft neue Wege bei der Finanzierung erneuerbarer Energien © glocalist.press

RE Royalties steht vor wichtigen Finanzierungsentscheidungen und denkt über Partnerschaften, neue Geldquellen oder sogar einen Verkauf nach. TUI und Chevron melden frische Geschäftszahlen. Was Anleger jetzt beachten sollten.

RE Royalties, ein kanadischer Finanzierer für erneuerbare Energien, steht vor einer entscheidenden Phase. Das Unternehmen prüft mit PwC Corporate Finance verschiedene Möglichkeiten, um mehr Kapital zu bekommen. Im Gespräch sind Partnerschaften, neue Finanzierungsmodelle oder sogar ein Verkauf der Firma. Die Entscheidung könnte das Geschäftsmodell und die Zukunft von RE Royalties stark beeinflussen. Der Druck wächst, weil die Regeln für nachhaltige Finanzierungen immer strenger werden. Die EU-Taxonomie und die Vorgaben der BaFin für Green Finance-Instrumente setzen klare Standards.

RE Royalties: Wachstum, Risiko und Zahlen

RE Royalties nutzt ein Royalty-Modell, das ursprünglich aus der Rohstoffbranche kommt, jetzt aber auf erneuerbare Energien angewendet wird. Das Unternehmen finanziert Solar- und Windprojekte und bekommt dafür einen Anteil an den Umsätzen der Betreiber. Die Zusammenarbeit mit Solaris Energy aus den USA zeigt, wie ehrgeizig RE Royalties ist. Am 24. September 2026 flossen weitere 800.000 US-Dollar in ein Portfolio dezentraler Solarprojekte. Insgesamt stecken jetzt 4,8 Millionen US-Dollar in 16 Solarprojekten mit rund 15,24 Megawatt Leistung. Die Beteiligung wird so angepasst, dass über 25 Jahre eine Mindestrendite erreicht werden soll. Es gibt außerdem eine unverbindliche Absichtserklärung für ein mögliches Gesamtfinanzierungsvolumen von 67,5 Millionen US-Dollar, das auch Projekte in der Entwicklung einschließt. Bis zu festen Verträgen sind aber noch weitere Prüfungen und Zustimmungen nötig.

Die Halbjahreszahlen zeigen, dass das Geschäft nicht einfach läuft. Die Summe aus Royalty-, Finanzierungs- und Energieerlösen fiel im ersten Halbjahr von 3,61 auf 2,81 Millionen kanadische Dollar. Die reinen Royalty-Einnahmen stiegen dagegen von 0,62 auf 0,88 Millionen kanadische Dollar. Der Halbjahresverlust für die Aktionäre lag bei 1,31 Millionen kanadische Dollar. Im zweiten Quartal gab es aber einen kleinen Gewinn von knapp 88.000 kanadische Dollar. Zum 30. Juni stand in der Bilanz ein negatives Eigenkapital von 6,88 Millionen kanadische Dollar. Im Lagebericht warnt RE Royalties, dass die Zukunft des Unternehmens unsicher ist, falls keine neuen Finanzierungen gesichert werden. Die Bundesnetzagentur sieht die Integration dezentraler Erzeugung und die Netzstabilität als große Herausforderungen für die Energiewende.

Für Anleger bleibt die Aktie eine spekulative Sondersituation. Die Dividendenrendite liegt aktuell bei über 10 Prozent. Seit 25 Quartalen zahlt das Unternehmen konstant 0,01 kanadische Dollar je Aktie aus. Analysten rechnen für dieses Jahr mit einer Gesamtausschüttung von 0,04 kanadische Dollar. Die hohe Rendite zeigt aber auch das Risiko: RE Royalties braucht kurzfristig frisches Geld und ist stark von Projektpartnern abhängig. Im August 2026 hat Solaris Energy Infrastructure die Platzierung von Senior Notes auf 1,25 Milliarden US-Dollar erhöht. Das zeigt, wie groß der Kapitalbedarf im Sektor ist und wie stark institutionelle Investoren nach solchen Anlagen suchen.

Die Bundesnetzagentur sieht in der dezentralen Einspeisung erneuerbarer Energien und der Flexibilisierung der Netze einen Schlüssel zur Versorgungssicherheit und empfiehlt die konsequente Umsetzung von DIN EN 50549 für die Netzanschlussregeln von Erzeugungsanlagen.

BundesnetzagenturFachreferat Stromnetze

TUI: Prognose bleibt vorsichtig

TUI hat die Prognose für das bereinigte operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2025/26 auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro eingegrenzt. Zuvor lag die Spanne bei 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro. Damit bleibt die Erwartung unter dem Vorjahreswert von 1,413 Milliarden Euro. Rückenwind kam zuletzt von Hotels, Kreuzfahrten und besseren Buchungen im Veranstalter- und Fluggeschäft. Für den Winter 2026/27 liegt der gebuchte Umsatz noch sieben Prozent unter dem Vorjahr. In den letzten vier Wochen betrug der Rückstand nur noch ein Prozent. Die Kunden buchen später, die Preise bleiben laut TUI stabil. Die Umsatzprognose bleibt weiter ausgesetzt. Der Ausblick hängt davon ab, dass geopolitische Spannungen nicht zunehmen und Treibstoff verfügbar bleibt.

Analysten sind meist optimistisch. Zwölf Banken und Researchhäuser empfehlen die Aktie zum Kauf, vier raten zum Halten. Es gibt keine Verkaufsempfehlungen. Das mittlere Kursziel liegt bei knapp zehn Euro. Das entspricht einem Kurspotenzial von über 50 Prozent. Die Bewertung ist mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von sechs für 2026 und unter fünf für 2027 im Branchenvergleich niedrig.

Chevron: Gewinne durch Energiepreise und KI-Strombedarf

Chevron hat im zweiten Quartal 2026 einen Gewinn von 12,1 Milliarden US-Dollar gemeldet. Im Vorjahr waren es 2,5 Milliarden US-Dollar. Der operative Cashflow lag bei 22,6 Milliarden US-Dollar. Die weltweite Förderung stieg um 20 Prozent, vor allem durch die Übernahme von Hess-Aktivitäten und mehr Produktion in den USA. Die Verschuldung wurde im Quartal um 8,4 Milliarden US-Dollar gesenkt. Neben dem klassischen Ölgeschäft hat Chevron mit Microsoft einen 20-jährigen Stromliefervertrag für ein Rechenzentrum in Westtexas abgeschlossen. Die geplante Kapazität von rund 2,67 Gigawatt soll den Energiebedarf der KI-Branche decken.

Die Quartalsdividende beträgt 1,78 US-Dollar je Aktie. Das ergibt auf Jahressicht eine Rendite von 3,5 Prozent. Analysten bleiben zuversichtlich: 24 Banken und Researchhäuser empfehlen die Aktie zum Kauf, drei stufen sie mit "Halten" ein, eine mit "Verkaufen". Das durchschnittliche Kursziel liegt bei gut 220 US-Dollar. Das bedeutet beim aktuellen Kurs noch ein Aufwärtspotenzial von etwa zehn Prozent. Die Bewertung sollte sich aber an der realen Ertragskraft über den Rohstoffzyklus orientieren.

Marktdynamik und Unsicherheiten

Die Entwicklungen bei RE Royalties, TUI und Chevron zeigen, wie unterschiedlich Unternehmen auf die aktuellen Marktbedingungen reagieren. RE Royalties braucht dringend einen starken Kapitalpartner, um die eigene Projektpipeline umzusetzen. TUI ist auf Buchungsdynamik und stabile geopolitische Lage angewiesen. Chevron profitiert im Moment von hohen Energiepreisen und neuen Stromverträgen für die KI-Industrie, muss aber mit Schwankungen rechnen. Die aktuellen Zahlen und Prognosen machen klar: Investitionen in diese Unternehmen bringen jeweils eigene Chancen und Risiken mit sich. Wer auf die Marktentwicklungen im Bereich Energie und KI schaut, sieht, wie stark die Nachfrage nach Infrastruktur und Finanzierung wächst.

Das Royalty-Modell von RE Royalties bei erneuerbaren Energien beruht auf einer vertraglichen Beteiligung an den Umsätzen der Projektbetreiber. Anders als bei klassischen Krediten bekommt der Finanzierer nicht nur Zinsen, sondern einen Anteil an den laufenden Einnahmen - oft über Jahrzehnte. Das kann stabile Zahlungsströme bringen, hängt aber stark von der Umsetzung der Projekte und den Erlösen der Betreiber ab. Für Investoren bietet das Modell die Chance auf langfristige Erträge, birgt aber auch das Risiko von Verzögerungen, Ausfällen oder schwachen Markterlösen. Ob sich das Royalty-Modell auf neue Sektoren wie erneuerbare Energien übertragen lässt, bleibt eine offene Frage für die Finanzierung der Energiewende. Mehr zu den Regeln und Netzanschlussbedingungen gibt es in der Dokumentation der Bundesnetzagentur.

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