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Singular Photonics erhält 2,15 Millionen US-Dollar für SPAD-Bildsensoren

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Singular Photonics erhält 2,15 Millionen US-Dollar für SPAD-Bildsensoren Glocalist Press © glocalist.press
Singular Photonics erhält 2,15 Millionen US-Dollar für SPAD-Bildsensoren © glocalist.press

Das Halbleiterunternehmen Singular Photonics aus Edinburgh sammelt 2,15 Millionen US-Dollar ein, um die Entwicklung seiner SPAD-basierten Bildsensoren voranzutreiben und neue Produkte schneller auf den Markt zu bringen

Das in Edinburgh ansässige Unternehmen Singular Photonics hat eine neue Finanzierungsrunde in Höhe von 2,15 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Ziel der Kapitalaufnahme ist es, die Entwicklung von Bildsensoren auf Basis der Single-Photon Avalanche Diode (SPAD)-Technologie zu beschleunigen. Die Runde wurde von ACF Investors angeführt, beteiligt waren zudem Wren Capital, Cambridge Angels, Scottish Enterprise, Quantum Exponential und Old College Capital. Singular Photonics ist eine Ausgründung der Universität Edinburgh und wurde auf Grundlage von Forschungsarbeiten unter Leitung von Professor Robert Henderson gegründet.

Technologischer Ansatz und Produktstatus

Singular Photonics entwickelt Bildsensoren, die einzelne Photonen erkennen und deren Ankunftszeit präzise messen können. Im Unterschied zu herkömmlichen Bildsensoren, die vor allem die Lichtintensität erfassen, ermöglichen SPAD-Sensoren eine deutlich höhere Empfindlichkeit und zeitliche Auflösung. Das Unternehmen verfolgt einen fabless-Ansatz, produziert also keine eigenen Chips, sondern entwickelt die Designs und lässt sie extern fertigen. Aktuell bietet Singular Photonics zwei Produktfamilien, Andarta und Sirona, bereits kommerziell an. Die neue Finanzierung soll die Entwicklung weiterer Sensoren und die Erweiterung des Produktportfolios ermöglichen.

Anwendungsfelder und Marktpotenzial

Die SPAD-Technologie von Singular Photonics wird mit On-Chip-Verarbeitung kombiniert, sodass Bilddaten direkt am Sensor analysiert werden können. Dies reduziert den Bedarf an externer Datenübertragung und ermöglicht Echtzeitanalyse. Potenzielle Einsatzgebiete liegen in der industriellen Bildverarbeitung, Automatisierung, wissenschaftlichen Forschung und medizinischen Bildgebung. Auch Anwendungen im Bereich Edge Computing und KI-gestützte Systeme werden adressiert. Die Fähigkeit, einzelne Photonen zu detektieren, eröffnet neue Möglichkeiten für Anwendungen, bei denen hohe Empfindlichkeit oder präzises Timing erforderlich sind.

Finanzierung und personelle Verstärkung

Mit dem frischen Kapital plant Singular Photonics, die Ingenieurskapazitäten auszubauen und die Markteinführung neuer Sensoren zu beschleunigen. Im Zuge der Finanzierungsrunde wurde zudem bekannt, dass Dipesh Patel, ehemaliger CTO von Arm, dem Vorstand des Unternehmens beitritt. Die Investoren setzen darauf, dass die Kombination aus universitärer Forschung und industrieller Umsetzung die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Markt stärkt. Im Vergleich zu anderen europäischen Deep-Tech-Finanzierungen, wie etwa der jüngsten Kapitalrunde für Computomics im Bereich KI-gestützter Pflanzenzüchtung (weitere Details zur Finanzierung von Computomics), zeigt sich, dass spezialisierte Halbleiter- und Sensortechnologien weiterhin auf Investoreninteresse stoßen.

SPAD-Sensoren (Single-Photon Avalanche Diodes) sind Halbleiterbauelemente, die einzelne Lichtteilchen (Photonen) mit hoher zeitlicher Präzision erfassen können. Sie werden zunehmend in Bereichen eingesetzt, in denen klassische Bildsensoren an ihre Grenzen stoßen, etwa bei sehr schwachem Licht oder für zeitkritische Messungen. Die Integration von On-Chip-Verarbeitung ermöglicht es, Daten direkt am Sensor zu analysieren und so die Effizienz und Geschwindigkeit von Bildverarbeitungssystemen zu steigern. Für den europäischen Halbleitermarkt sind solche Entwicklungen relevant, da sie die technologische Diversifizierung und die Unabhängigkeit von außereuropäischen Anbietern stärken können. Schlagwörter: Photonik, Halbleiter, Finanzierung

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