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Solana Foundation startet DvP-Programm für digitale Wertpapierabwicklung

Nil Enri Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nil Enri

Solana Foundation startet DvP-Programm für digitale Wertpapierabwicklung Glocalist Press © glocalist.press
Solana Foundation startet DvP-Programm für digitale Wertpapierabwicklung © glocalist.press

Die Solana Foundation bringt ein Delivery versus Payment-Programm für Finanzinstitute an den Start. Ziel ist eine Blockchain-basierte Echtzeitabwicklung von tokenisierten Wertpapieren.

Die Solana Foundation schiebt mit ihrem Delivery versus Payment (DvP) Programm eine neue Infrastruktur für Finanzinstitute ins Rampenlicht. Im Fokus steht die Abwicklung von tokenisierten Wertpapieren, die schneller und sicherer laufen soll. Die Blockchain von Solana bildet das technische Rückgrat, um Transaktionen in Echtzeit zu ermöglichen und das Risiko zwischen Käufer und Verkäufer zu senken.

Das DvP-Programm richtet sich klar an institutionelle Akteure. Solana verspricht, dass Transaktionen nicht nur zügiger, sondern auch transparenter ablaufen. Die Echtzeitabwicklung greift ein Problem klassischer Wertpapiertransaktionen auf: das Gegenparteirisiko, das entsteht, wenn Lieferung und Zahlung zeitlich auseinanderdriften.

Im Unterschied zu herkömmlichen Systemen, bei denen die Abwicklung oft Tage dauert, setzt Solana auf sofortige Synchronisierung von Lieferung und Zahlung. Das Protokoll nutzt isolierte Escrow-Smart-Contracts und zwingende Ausführungsfristen. Nur wenn beide Seiten liefern, wechseln sowohl der tokenisierte Vermögenswert als auch das Geld in einem Schritt den Besitzer. Kommt es nicht dazu, bleibt die Transaktion stecken. Für Banken und andere Institute bedeutet das: weniger Prozessaufwand und bessere Erfüllung regulatorischer Vorgaben zu Transparenz und Nachvollziehbarkeit.

Technisch läuft das DvP-Programm als offene Infrastruktur unter MIT-Lizenz. Die Vorstellung erfolgte am 6. Oktober 2026. Unterstützt werden SPL Token und Token-2022 Standards, inklusive Erweiterungen wie permanent delegate und pausable tokens. Transfer hooks sind ebenfalls an Bord, was vor allem für regulierte Emittenten zählt. Zwei beliebige Kontrahenten können mit einem frei wählbaren Settlement Agent - etwa einer Bank oder Börse - interagieren, ohne dass die Solana Foundation als zentrale Instanz eingreifen muss. Die Blockchain von Solana ist für hohe Geschwindigkeit und niedrige Kosten bekannt. Die Foundation sieht die Integration digitaler Wertpapiere als Brücke zwischen klassischer und neuer Marktstruktur.

Die Solana Foundation hat bestätigt, dass das DvP-Programm externe Sicherheits-Audits durchlaufen hat und für den Einsatz mit realen Vermögenswerten vorbereitet ist. Funktionen zur Wahrung der Vertraulichkeit von Abwicklungen sind als zukünftige Erweiterung geplant, aber noch nicht implementiert.

CoinDesk

Wie schnell und in welchem Umfang Banken und andere Institute in Europa und Deutschland auf Blockchain-basierte Abwicklungsmodelle umsteigen, bleibt offen. Die Solana Foundation sendet mit ihrer Ankündigung ein Signal: Die Branche bereitet sich auf eine engere Verzahnung von digitaler und klassischer Finanzinfrastruktur vor. Zahlen zu teilnehmenden Instituten, Volumina oder Zeitplänen gibt es bislang nicht. Das Statistische Bundesamt (Destatis) sieht die Digitalisierung der Finanzmärkte als zentrales Thema der deutschen Wirtschaftspolitik. Regulatorische Anpassungen und technische Standards wie die EU-DLT-Pilotverordnung (EU 2022/858) setzen den Rahmen. Mehr Details zur Entwicklung digitaler Wertpapiermärkte liefert der aktuelle Destatis-Bericht.

Das DvP-Programm startet in einem Umfeld, in dem viele Anbieter an Lösungen für die Abwicklung von tokenisierten Wertpapieren arbeiten. Solana setzt auf die eigene Blockchain, um sich im Wettbewerb zu behaupten. Ob das Modell im Alltag der Institute ankommt, hängt von regulatorischer Akzeptanz und technischer Integration ab.

Auch andere Anbieter bringen neue digitale Zahlungs- und Abwicklungsplattformen an den Markt. In Singapur wurde etwa eine neue Händler-Zahlungsplattform eingeführt, wie Glocalist Press berichtete. Der Wettbewerb um die digitale Infrastruktur für Finanzmärkte zieht weiter an.

Die Solana Foundation bleibt mit ihrem Vorstoß einer von mehreren Akteuren, die Blockchain-Technologie in den regulierten Finanzsektor bringen wollen. Ob die versprochenen Vorteile in der Praxis halten und wie sich die regulatorischen Rahmenbedingungen entwickeln, bleibt abzuwarten.

Delivery versus Payment (DvP) koppelt im Wertpapierhandel Lieferung und Zahlung strikt. Ziel ist, das Risiko zu minimieren, dass eine Seite ausfällt. Klassische Systeme brauchen oft Tage für die Abwicklung, was das Gegenparteirisiko erhöht. Blockchain-basierte DvP-Modelle versprechen sofortige und nachvollziehbare Abwicklung, verlangen aber hohe technische Integration und regulatorische Akzeptanz.

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