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Standard Thermal testet Erdhügel-Speicher für industrielle Energieversorgung

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Standard Thermal testet Erdhügel-Speicher für industrielle Energieversorgung Glocalist Press © glocalist.press
Standard Thermal testet Erdhügel-Speicher für industrielle Energieversorgung © glocalist.press

Das US-Start-up Standard Thermal erprobt in Oklahoma einen Erdhügel als saisonalen Wärmespeicher für überschüssigen Solarstrom. Die Technologie könnte neue Optionen für die Industrie bieten, bleibt aber mit Unsicherheiten behaftet

Im US-Bundesstaat Oklahoma hat das Start-up Standard Thermal eine erste Testanlage errichtet, die überschüssigen Solarstrom in Form von Wärme in einem zehn Meter hohen Erdhügel speichert. Ziel des Projekts ist es, Energie über Wochen oder Monate zu konservieren und später für industrielle Anwendungen bereitzustellen. Die Anlage unterscheidet sich optisch deutlich von klassischen Batteriespeichern oder komplexen technischen Infrastrukturen und setzt stattdessen auf einen vergleichsweise einfachen Aufbau.

Funktionsweise des Erdhügel-Speichers

Nach Angaben von Standard Thermal wird überschüssiger Strom aus Solaranlagen genutzt, um den Erdhügel aufzuheizen. Die gespeicherte Wärme kann zu einem späteren Zeitpunkt wieder entnommen und für industrielle Prozesse verwendet werden. Die Technologie basiert auf dem Prinzip thermischer Energiespeicherung im Boden, das in der Energiewirtschaft zunehmend diskutiert wird. Konkrete Angaben zu Wirkungsgrad, maximaler Speicherdauer oder Kostenstruktur der Testanlage hat das Unternehmen bislang nicht veröffentlicht.

Potenzial und Grenzen für die Energiewende

Thermische Speicher gelten als eine mögliche Antwort auf die Herausforderung, erneuerbare Energien auch bei schwankender Erzeugung zuverlässig verfügbar zu machen. Während Batteriespeicher vor allem für kurzfristige Schwankungen eingesetzt werden, könnten saisonale Wärmespeicher größere Energiemengen über längere Zeiträume sichern. Die tatsächliche Skalierbarkeit und Wirtschaftlichkeit solcher Lösungen ist jedoch noch offen. In Deutschland und Europa wird intensiv an alternativen Speichertechnologien geforscht, um die Versorgungssicherheit im Zuge der Energiewende zu erhöhen. Auch die Integration in bestehende industrielle Prozesse stellt eine Herausforderung dar.

Vergleich zu anderen Speicherprojekten

Im internationalen Vergleich gibt es verschiedene Ansätze, überschüssige erneuerbare Energie zu speichern. Neben thermischen Speichern werden auch Batteriesysteme, Wasserstoff und Pumpspeicher diskutiert. In Deutschland etwa setzen Unternehmen wie Energiekontor auf den Ausbau von Solarparks, um die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen zu erhöhen. Die Finanzierung solcher Projekte bleibt ein zentrales Thema, wie etwa bei der Realisierung des Solarparks Kolitzheim-Herlheim, dessen Bedeutung für die Projektpipeline in einem aktuellen Bericht analysiert wurde. Ob und wie sich der Ansatz von Standard Thermal in den industriellen Alltag übertragen lässt, wird maßgeblich von weiteren Praxistests und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängen.

Thermische Energiespeicher nutzen die Fähigkeit von Materialien, Wärme über längere Zeiträume zu speichern und bei Bedarf wieder abzugeben. Im Unterschied zu Batteriespeichern, die elektrische Energie direkt speichern, erfolgt hier eine Umwandlung in Wärme. Die Effizienz solcher Systeme hängt von Faktoren wie Materialwahl, Isolierung und Entnahmeverfahren ab. Für industrielle Anwendungen sind insbesondere hohe Speicherkapazitäten und lange Standzeiten relevant. Die Entwicklung neuer Speichertechnologien bleibt ein zentrales Feld der Energieforschung, da sie entscheidend für die Integration erneuerbarer Energien in bestehende Infrastrukturen ist.Schlagwörter: Energiespeicher, Energie & Klima, Industrieenergie

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