Uber und Wayve dürfen in London erstmals Robotaxis mit Sicherheitsfahrern einsetzen. Der Start ist für den Sommer geplant, doch viele Details zum Umfang und zur Regulierung bleiben offen
Uber und das britische KI-Unternehmen Wayve haben von den zuständigen Behörden in London eine Lizenz erhalten, um erstmals Robotaxis im öffentlichen Straßenverkehr der britischen Hauptstadt zu testen. Die Ankündigung erfolgte im Juni 2026 und sieht vor, dass zunächst umgerüstete Elektrofahrzeuge des Modells Ford Mustang eingesetzt werden. Diese Fahrzeuge werden in der Anfangsphase weiterhin von Sicherheitsfahrerinnen und -fahrern begleitet, die im Notfall eingreifen können. Die Unternehmen betonen, dass es sich um einen begrenzten Testbetrieb handelt, bei dem ausgewählte Fahrgäste im Laufe des Sommers erste Fahrten absolvieren sollen.
Testbetrieb mit Sicherheitsfahrern und begrenztem Zugang
Nach Angaben von Uber haben sich bereits mehr als 100.000 Londonerinnen und Londoner auf der Plattform registriert, um das Robotaxi-Angebot zu nutzen. Die tatsächliche Zahl der Fahrten wird jedoch zunächst durch die begrenzte Fahrzeugflotte und die Auswahl der Testpersonen beschränkt sein. Die eingesetzten Fahrzeuge sind mit der autonomen Fahrsoftware von Wayve ausgestattet, die auf maschinellem Lernen basiert und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Ein vollständiger Betrieb ohne menschliche Aufsicht ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht genehmigt.
Wettbewerb und regulatorische Unsicherheiten
Der Markteintritt von Uber und Wayve erfolgt in einem Umfeld zunehmenden Wettbewerbs um autonome Mobilitätsdienste in Europa. Die Google-Schwesterfirma Waymo, die in den USA bereits mit rund 4.000 fahrerlosen Fahrzeugen in 15 Städten aktiv ist, hat ebenfalls angekündigt, noch im laufenden Jahr in London zu starten. Ein konkreter Termin für den Beginn des Waymo-Betriebs wurde bislang nicht veröffentlicht. Auch das chinesische Technologieunternehmen Baidu testet derzeit autonome Fahrzeuge in der britischen Hauptstadt. Die regulatorischen Rahmenbedingungen für den dauerhaften Einsatz von Robotaxis in Großbritannien sind weiterhin im Aufbau und unterscheiden sich von den Vorgaben in den USA oder China.
Technologische Entwicklung und europäischer Kontext
Uber hatte in der Vergangenheit eigene Entwicklungen im Bereich autonomes Fahren vorangetrieben, das Projekt jedoch nach einem tödlichen Unfall in den USA eingestellt und sich stattdessen auf Partnerschaften mit spezialisierten Technologieanbietern wie Wayve konzentriert. Die aktuelle Lizenz in London markiert einen weiteren Schritt in der Erprobung autonomer Mobilitätsdienste in europäischen Metropolen. Parallel dazu verstärken auch andere internationale Unternehmen ihre Aktivitäten in London, wie etwa das US-Unternehmen Modal Labs, das kürzlich ein Büro in der Stadt eröffnet hat, um seine Präsenz im europäischen KI-Infrastrukturmarkt auszubauen (weitere Details zur Standortwahl internationaler KI-Firmen in London). Für Deutschland und die EU bleibt die Frage, wie schnell vergleichbare Testbetriebe unter europäischen Regulierungsbedingungen möglich werden und welche Rolle europäische Anbieter im internationalen Wettbewerb einnehmen können.
Der Begriff "Robotaxi" bezeichnet ein Fahrzeug, das mithilfe autonomer Fahrtechnologien Passagiere ohne aktiven menschlichen Fahrer befördern kann. In der Praxis werden solche Systeme in der Einführungsphase meist durch Sicherheitsfahrer begleitet, um Risiken zu minimieren und regulatorische Vorgaben zu erfüllen. Die Entwicklung und Zulassung autonomer Fahrzeuge erfordert umfangreiche Tests, technische Nachweise und eine schrittweise Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen. Unterschiede zwischen den Märkten ergeben sich insbesondere aus den jeweiligen Anforderungen an Sicherheit, Haftung und Datenverarbeitung.Schlagwörter: Mobilität & Industrie, Robotik, London