• 4 Minuten Lesezeit
  • Veröffentlicht

UBS sieht bei Porsche AG trotz Umsatzrückgang Chancen für Erholung

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

UBS sieht bei Porsche AG trotz Umsatzrückgang Chancen für Erholung Glocalist Press © glocalist.press
UBS sieht bei Porsche AG trotz Umsatzrückgang Chancen für Erholung © glocalist.press

UBS bleibt bei ihrer Kaufempfehlung für die Porsche AG. Trotz schwächerer Zahlen sieht die Bank Spielraum für eine Erholung beim Sportwagenbauer.

Porsche AG hat im zweiten Quartal 2026 weniger umgesetzt und weniger Autos ausgeliefert. Die Finanzmärkte schauen genau hin. Trotzdem hält die Schweizer Großbank UBS an ihrer Kaufempfehlung für die Aktie fest. Die Analysten sehen trotz der aktuellen Schwäche Anzeichen, dass sich der Trend bald drehen könnte.

Rückläufige Zahlen im zweiten Quartal

Von April bis Juni 2026 lag der Umsatz der Porsche AG bei 8,83 Milliarden Euro. Das sind rund 5,1 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Die Auslieferungen gingen noch stärker zurück: 61.315 Fahrzeuge bedeuten ein Minus von 18,2 Prozent im Vergleich zu 2025. Das operative Ergebnis lag bei 755 Millionen Euro. Die operative Umsatzrendite betrug 8,6 Prozent. Nach Jahren mit Wachstum ist das jetzt eine Phase der Konsolidierung. Im Quartalsbericht steht ein Gewinn je Aktie (EPS) von 0,80 Euro. Das ist deutlich mehr als die 0,22 Euro im Vorjahresquartal.

UBS bleibt bei Kaufempfehlung

UBS stützt ihre Bewertung auf eine breite Branchenanalyse. Dazu gehören Firmenbesuche, Modellpräsentationen und Testfahrten. Analyst Patrick Hummel zählt die Porsche-Aktie weiter zu seinen Favoriten im Autosektor. Neben Porsche empfiehlt UBS auch Continental und Sixt zum Kauf. Hummel sieht vor allem bei Zulieferern, besonders bei Reifenherstellern, Chancen. Bei klassischen Autobauern bleibt er vorsichtiger. Auch unabhängige Marktanalysen sehen Potenzial für eine Erholung bei Porsche.

Marktumfeld und Brancheneinschätzung

Die Einschätzung der UBS kommt in einer Zeit, in der viele große Industrieunternehmen mit sinkenden Umsätzen und neuen Prognosen kämpfen. Auch bei Technologiekonzernen gab es zuletzt Berichte über ein verändertes Wachstumstempo. Für die Autobranche bleibt offen, wie sich die Nachfrage nach Premiumfahrzeugen und die Lieferketten in den nächsten Quartalen entwickeln. Laut UBS hat Porsche trotz der aktuellen Schwäche strukturelle Stärken, die eine Erholung möglich machen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) betont im Zusammenhang mit der deutschen Industriepolitik und dem Wandel zur nachhaltigen Mobilität immer wieder, wie wichtig Innovation und Digitalisierung für die Wettbewerbsfähigkeit der Autobranche sind. Weitere Branchendaten und Infos zum Strukturwandel gibt es im Destatis-Industriebericht.

Die Anpassung der Prognose für das Geschäftsjahr 2026 reflektiert die aktuellen Herausforderungen im Marktumfeld und die Auswirkungen von Wertberichtigungen auf Beteiligungen an Volkswagen AG und Porsche AG.

Wie Banken wie UBS Unternehmen wie Porsche AG bewerten, ist ein wichtiger Teil der Kommunikation am Kapitalmarkt. Analystenberichte stützen sich auf veröffentlichte Zahlen, Branchenvergleiche und eigene Einschätzungen. Eine Kaufempfehlung heißt, dass die Analysten mittelfristig mit steigenden Kursen rechnen. Garantien für Gewinne gibt es aber nicht. Für Anleger sind solche Einschätzungen nur ein Baustein bei der Bewertung von Chancen und Risiken am Aktienmarkt.

Auch auf Ebene der Holding zeigen sich die Probleme: Die Porsche Automobil Holding SE hat am 18. September 2026 ihre Prognose für das laufende Jahr deutlich gesenkt. Jetzt wird ein bereinigtes Konzernergebnis nach Steuern zwischen minus 0,5 und plus 1,5 Milliarden Euro erwartet. Zuvor lag die Prognose bei 1,5 bis 3,5 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2026 lag das bereinigte Ergebnis nach Steuern bei 0,9 Milliarden Euro, im Vorjahr waren es 1,1 Milliarden Euro. Hauptgrund sind nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen auf die Beteiligungen an Volkswagen AG (3,0 Milliarden Euro) und Porsche AG (0,2 Milliarden Euro). Diese Entwicklung zeigt, wie eng die deutsche Autoindustrie verflochten ist und wie wichtig Risikomanagement und Transparenz nach den Vorgaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sind.

Ähnliche Artikel