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Unternehmen suchen sichere Alternativen zu WhatsApp und WeTransfer

Nils Bedke Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nils Bedke

Unternehmen suchen sichere Alternativen zu WhatsApp und WeTransfer Glocalist Press © glocalist.press
Unternehmen suchen sichere Alternativen zu WhatsApp und WeTransfer © glocalist.press

Viele Unternehmen nutzen weiterhin Tools wie WhatsApp oder WeTransfer für den Austausch sensibler Daten, obwohl diese nicht für den geschäftlichen Einsatz konzipiert sind. Welche Risiken entstehen und welche Lösungen werden diskutiert

Der Austausch sensibler Unternehmensdaten über Anwendungen wie WhatsApp oder WeTransfer ist in vielen Organisationen weiterhin verbreitet. Diese Tools sind zwar für den privaten Gebrauch entwickelt und bieten eine hohe Benutzerfreundlichkeit, erfüllen jedoch häufig nicht die Anforderungen an Datenschutz, Compliance und Kontrolle, die im Unternehmensumfeld notwendig sind. Die Nutzung solcher Anwendungen erfolgt oft aus pragmatischen Gründen: Mitarbeitende greifen auf bekannte Tools zurück, wenn offizielle Lösungen zu umständlich erscheinen oder kurzfristig nicht verfügbar sind.

Risiken durch Schatten-IT und fehlende Kontrolle

Die Verbreitung sogenannter Schatten-IT - also nicht offiziell freigegebener Software - stellt Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen. Wenn Beschäftigte eigenständig Anwendungen einsetzen, die außerhalb der Kontrolle der IT-Abteilung liegen, entstehen Unsicherheiten hinsichtlich des Datenflusses, der Zugriffsrechte und der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Besonders kritisch wird es, wenn sensible Informationen in unsicheren Jurisdiktionen gespeichert werden oder unbefugte Dritte Zugriff erhalten. Die Folgen können von Reputationsschäden über den Verlust von Aufträgen bis hin zu Bußgeldern reichen.

Eine aktuelle Umfrage unter Beschäftigten zeigt, dass 39 Prozent der Befragten angeben, ihre offiziellen Collaboration-Tools deckten nicht alle Arbeitsabläufe ab. Nur 29 Prozent halten die eingesetzten Lösungen für vollständig geeignet, um vertrauliche Kommunikation sicher abzuwickeln. Diese Zahlen verdeutlichen, dass der Bedarf an praxistauglichen und zugleich sicheren Alternativen weiterhin hoch ist.

Ansätze für sichere Collaboration-Lösungen

IT-Verantwortliche stehen vor der Aufgabe, nicht nur Richtlinien und Schulungen bereitzustellen, sondern auch Werkzeuge zu implementieren, die sowohl administrierbar als auch benutzerfreundlich sind. Der Ansatz des sogenannten Shadow Collaboration App Replacement zielt darauf ab, nicht genehmigte Anwendungen nicht nur zu blockieren, sondern durch sichere Alternativen zu ersetzen, die vergleichbare Funktionalität bieten. Ziel ist es, Mitarbeitenden eine effiziente Arbeitsweise zu ermöglichen, ohne dass sie auf unsichere Tools ausweichen müssen. Gleichzeitig behält die IT-Abteilung die Kontrolle über Datenflüsse, Zugriffsrechte und Compliance-Anforderungen.

Ein Beispiel für eine solche Alternative ist der Messenger Wire, der laut Anbieter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, zentrale Administration und die Möglichkeit zur Integration externer Gäste bietet. Die Verwaltung von Gruppen und Zugriffsrechten kann dabei durch die Unternehmens-IT erfolgen, während Mitarbeitende weiterhin flexibel kommunizieren und Dateien austauschen können. Die tatsächliche Praxistauglichkeit solcher Lösungen hängt jedoch davon ab, ob sie auch unter Zeitdruck und in komplexen Arbeitskontexten zuverlässig funktionieren.

Herausforderungen bei der Umsetzung und Akzeptanz

Die Einführung sicherer Collaboration-Tools scheitert in der Praxis häufig an mangelnder Akzeptanz oder an technischen Hürden. Mitarbeitende bevorzugen weiterhin Anwendungen, die sie aus dem privaten Umfeld kennen und die sich schnell einrichten lassen. Unternehmen stehen daher vor der Aufgabe, Alternativen bereitzustellen, die nicht nur sicher, sondern auch intuitiv bedienbar sind. Andernfalls bleibt das Risiko bestehen, dass Schatten-IT weiterhin genutzt wird und die Kontrolle über sensible Daten verloren geht.

Die Diskussion um sichere Kommunikations- und Kollaborationslösungen ist Teil einer breiteren Debatte über digitale Souveränität und Compliance in Unternehmen. Auch in anderen Technologiebereichen, etwa bei der Integration von KI-gestützten Diagnostiklösungen, zeigt sich, wie wichtig die Kontrolle über Datenflüsse und die Einhaltung regulatorischer Vorgaben sind. Ein Beispiel für die Herausforderungen im Gesundheitssektor findet sich in der Analyse zur Finanzierung und Übernahme von Diagnostikunternehmen, wie sie etwa im Beitrag zur Entwicklung von kausable und Noscendo dargestellt wurde.

Die Entwicklung sicherer und zugleich nutzerfreundlicher Collaboration-Lösungen bleibt eine offene Aufgabe für Unternehmen, Softwareanbieter und Regulierungsbehörden. Die Balance zwischen Effizienz, Sicherheit und Compliance wird auch in den kommenden Jahren ein zentrales Thema der digitalen Transformation bleiben.

Der Begriff Schatten-IT bezeichnet die Nutzung von IT-Systemen, Anwendungen oder Diensten in Unternehmen, die nicht offiziell von der IT-Abteilung freigegeben oder verwaltet werden. Solche Lösungen entstehen häufig, wenn Mitarbeitende eigene Tools einsetzen, um Arbeitsprozesse zu vereinfachen oder zu beschleunigen. Schatten-IT kann kurzfristig Effizienzgewinne bringen, birgt jedoch erhebliche Risiken für Datenschutz, Datensicherheit und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Die Kontrolle über Datenflüsse und Zugriffsrechte geht verloren, was insbesondere bei sensiblen Informationen zu Problemen führen kann. Unternehmen sind daher gefordert, einerseits flexible und benutzerfreundliche Lösungen bereitzustellen und andererseits die Einhaltung von Compliance-Anforderungen sicherzustellen.

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