Visa sieht einen starken Zuwachs bei digitalen Auslandsüberweisungen. Gleichzeitig warnt das Unternehmen vor neuen Betrugsrisiken im Zahlungsverkehr.
Am 25. September 2026 meldete Visa einen klaren Trend: Immer mehr Menschen nutzen digitale Auslandsüberweisungen. Besonders in Australien und Teilen Asiens greifen Verbraucher häufiger zu digitalen Zahlungsdiensten. Doch mit dem Boom wächst auch die Gefahr. Betrüger passen sich schnell an.
Visa nennt keine genauen Zahlen. Trotzdem ist die Richtung eindeutig. Die Branche sieht mehr digitale Überweisungen und gleichzeitig mehr Betrugsversuche. Neue Technologien und digitale Kanäle machen es Angreifern leichter, vor allem bei Zahlungen über Ländergrenzen. Das Problem verschärft sich.
Es geht nicht mehr nur um klassische Betrugsmaschen. Künstliche Intelligenz kommt ins Spiel. Angriffe laufen oft automatisiert. Sie sind schwerer zu erkennen. Visa betont: Die Sicherheitslage bleibt schwierig. Ständige Anpassung ist nötig. Im aktuellen "Money Travels 2026"-Report zeigt sich, dass viele Verbraucher in der APAC-Region bereit sind, für mehr Sicherheit auf Geschwindigkeit zu verzichten. In Japan würden 68 % der Befragten eine Überweisungsverzögerung von 24 Stunden akzeptieren, wenn dadurch ein besserer KI-Schutz greift. In Singapur und Australien sind es jeweils 57 %. Das ist ein klares Signal.
Neue Partnerschaften und Produkte treiben den Markt
Der Zahlungsmarkt verändert sich rasant. Am selben Tag wie die Visa-Meldung gaben Silverflow und Hypergate eine Partnerschaft für integrierte Zahlungsinfrastruktur bekannt. EBANX kündigte den Start in Pakistan an. Das Unternehmen will künftig die Entschlüsselung von Apple Pay selbst übernehmen. Der Wettbewerb um digitale Zahlungsdienste wird global geführt. Alte und neue Anbieter setzen auf Innovation.
Visa sieht die Entwicklung digitaler Remittances als Balanceakt zwischen schneller Adoption und wachsender Bedrohung durch KI-gestützte Betrugsformen. Die Risiken konzentrieren sich zunehmend auf grenzüberschreitende Kanäle und neue Angriffsmuster.
Doch nicht jeder traut der Technik. Eine Untersuchung von ACI Worldwide zeigt: Viele Verbraucher stehen KI-basierten Kaufprozessen skeptisch gegenüber. Die Analyse macht deutlich, dass Vertrauen in die Technologie zum entscheidenden Faktor wird. Ohne Vertrauen kein Wachstum.
Markttrends, Risiken und Unsicherheiten
Digitale Remittances sind Teil eines größeren Trends. Immer mehr Volkswirtschaften vernetzen sich. Finanzintegration schreitet voran. Berichte wie "Connected Economies: The Next Era of Global Financial Connectivity" und Analysen zu Stablecoins und KI in der Zahlungsabwicklung zeigen: Innovation bringt Chancen, aber auch neue Risiken. Anbieter und Nutzer stehen vor der Aufgabe, Betrug früh zu erkennen und abzuwehren. Das bleibt schwierig.
Die Visa-Studie basiert auf einer Befragung von über 45.000 Sendern und Empfängern in 20 Märkten. Australien, China, Indien, Japan, die Philippinen und Singapur sind dabei. Besonders hoch ist die gemeldete Betrugserfahrung in Indien (40 %) und auf den Philippinen (29 %). In China (19 %) und Japan (11 %) liegt sie deutlich niedriger. Sorgen über KI-basierte Betrugsversuche sind in den Philippinen (62 %) und Indien (53 %) besonders ausgeprägt. Viele Befragte fürchten Deepfakes, die Familienmitglieder imitieren oder für Finanzbetrug genutzt werden könnten.
Wie schnell neue Sicherheitsstandards greifen, bleibt offen. Die Branche kämpft, mit der Geschwindigkeit der Bedrohungen mitzuhalten. Klar ist: Technologischer Fortschritt allein reicht nicht. Vertrauen muss wachsen. Unternehmen wie Visa stehen unter Druck, auf die Risiken zu reagieren und Lösungen zu liefern. Die Bundesnetzagentur und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) fordern in aktuellen Empfehlungen, dass Zahlungsdienstleister und Banken in Deutschland Informationssicherheitsmanagementsysteme (ISMS) nach EN ISO/IEC 27001 einführen. Das Ziel: Mehr Widerstandskraft gegen KI-basierte Angriffe. Details dazu finden sich in der BSI-Leitlinie zum ISMS.
Digitale Remittances sind elektronische Geldüberweisungen über Ländergrenzen. Sie laufen meist über spezialisierte Zahlungsdienste oder Banken. Im Vergleich zu klassischen Banküberweisungen sind sie oft schneller und günstiger. Doch sie sind auch anfälliger für Betrug und technische Angriffe. Die Sicherheit hängt von der eingesetzten Technik, der Überwachung der Transaktionen und der Fähigkeit ab, neue Betrugsmuster früh zu erkennen und zu stoppen.