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Visa und Lloyds testen Stablecoin-Abwicklung für internationale Zahlungen

Nil Enri Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nil Enri

Visa und Lloyds testen Stablecoin-Abwicklung für internationale Zahlungen Glocalist Press © glocalist.press
Visa und Lloyds testen Stablecoin-Abwicklung für internationale Zahlungen © glocalist.press

Visa und Lloyds starten ein Pilotprojekt zur Stablecoin-Abwicklung im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr. Was der Test für die Integration digitaler Vermögenswerte in klassische Zahlungssysteme bedeutet, bleibt offen.

Visa und Lloyds haben ein gemeinsames Pilotprojekt gestartet. Sie wollen Stablecoins für internationale Zahlungen testen. Es geht um die technische Integration digitaler Vermögenswerte in bestehende Zahlungssysteme. Ziel ist, grenzüberschreitende Transaktionen schneller und günstiger abzuwickeln. Der Test bleibt vorerst auf einen begrenzten Betrieb beschränkt. Die Unternehmen wollen zeigen, ob die Umsetzung praktisch funktioniert und ob sich Kosten sparen lassen.

Hintergrund des Pilotprojekts

Das Pilotprojekt läuft offiziell. Visa und Lloyds untersuchen, wie sich internationale Zahlungen mit Stablecoins abwickeln lassen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Blockchain-Technologie und digitale Vermögenswerte in klassische Zahlungsinfrastrukturen passen. Beide Unternehmen betonen: Es geht um Geschwindigkeit und Kosten. Ein regulärer Produktstart ist nicht geplant.

Im siebentägigen Live-Test wurden zwischen Lloyds Banking Group und Visa Verbindlichkeiten von 750.000 US-Dollar mit Stablecoins abgewickelt. Zum Einsatz kam der USDC-Stablecoin, gekauft über die regulierte Plattform Archax. Die Abwicklung lief über private und öffentliche Blockchain-Netzwerke. So wollten die Unternehmen Geschwindigkeit, Transparenz und Interoperabilität prüfen. Die Mittel erreichten Visa in weniger als einer Stunde. Auch am Wochenende. Das ist deutlich schneller als bei klassischen Settlement-Prozessen.

Der Pilot konzentrierte sich auf die Settlement-Infrastruktur. Der eigentliche Zahlungsprozess blieb unverändert. Lloyds hebt hervor: Die Blockchain-basierte Abwicklung kann flexibler und schneller sein. Sie funktioniert rund um die Uhr. Die Ergebnisse gelten aber nur als Machbarkeitsnachweis. Ein Produktivstart ist nicht erfolgt.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) betont, dass für die Integration von Stablecoins in den Zahlungsverkehr strenge Anforderungen an Transparenz, Risikomanagement und technische Sicherheit gemäß den Vorgaben der EU-Verordnung MiCA (Markets in Crypto-Assets) gelten.

BaFin

Technische und wirtschaftliche Ziele

Im Fokus steht die Interoperabilität zwischen Blockchain-basierten und klassischen Zahlungssystemen. Visa und Lloyds wollen zeigen, dass Stablecoins Abwicklungszeiten verkürzen und Transaktionskosten senken können. Die Integration in bestehende Systeme ist eine große Hürde. Regulatorische Vorgaben und technische Standards müssen eingehalten werden. Für den deutschen Markt ist die Einhaltung von DIN-ISO-Standards für IT-Sicherheit und Zahlungsabwicklung entscheidend. Das empfiehlt auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.

Visa und Lloyds sind nicht allein. Immer mehr Banken und Zahlungsdienstleister testen digitale Währungen im Zahlungsverkehr. Ein früherer Bericht zeigt ähnliche Ansätze in internationalen Zahlungsnetzwerken. Die Auswirkungen auf den Markt sind bisher gering. Es fehlt an breiter Umsetzung.

Offene Fragen und regulatorische Aspekte

Ob Stablecoin-Abwicklungslösungen in den Regelbetrieb kommen, hängt von den regulatorischen Rahmenbedingungen und der Marktakzeptanz ab. Die Pilotphase von Visa und Lloyds nennt keine Zeitpläne für eine Ausweitung. Es bleibt offen, wie die Einbindung in bestehende Compliance- und Risikomanagementsysteme aussehen soll.

Für Deutschland und Europa ist das Thema relevant. Zahlungsdienstleister und Banken suchen nach Wegen, digitale Vermögenswerte in ihre Infrastruktur einzubinden. Doch regulatorische Unsicherheit und viele technische Standards bremsen schnelle Lösungen. Erst wenn Pilotprojekte wie das von Visa und Lloyds belastbare Ergebnisse liefern, lässt sich abschätzen, ob Stablecoins wirklich zur Modernisierung des Zahlungsverkehrs beitragen.

Stablecoins sind digitale Vermögenswerte. Ihr Wert ist an klassische Währungen wie US-Dollar oder Euro gekoppelt. Sie sollen Vorteile von Kryptowährungen - etwa schnelle und günstige Transaktionen - mit der Stabilität traditioneller Währungen verbinden. Im Zahlungsverkehr könnten Stablecoins als Brückenwährung dienen. Sie verbinden unterschiedliche Systeme. Die regulatorische Behandlung von Stablecoins ist international verschieden. Das bleibt ein zentrales Thema für die weitere Entwicklung.

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