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Wie Startups mit gezielter Messe-PR Sichtbarkeit gewinnen

Nils Bedke Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nils Bedke

Wie Startups mit gezielter Messe-PR Sichtbarkeit gewinnen Glocalist Press © glocalist.press
Wie Startups mit gezielter Messe-PR Sichtbarkeit gewinnen © glocalist.press

Startups stehen auf Messen vor der Herausforderung, sich gegen große Marken durchzusetzen. Welche Strategien für gezielte Kommunikation und nachhaltige Kontakte tatsächlich Wirkung zeigen, bleibt differenziert

Die Teilnahme an großen Messen wie der IFA Berlin, der Hannover Messe oder dem OMR Festival stellt Startups vor eine doppelte Aufgabe: Einerseits bieten diese Veranstaltungen Zugang zu potenziellen Partnern, Investoren und Medien. Andererseits dominieren etablierte Unternehmen mit umfangreichen Budgets und aufwendigen Präsentationen die Aufmerksamkeit. Für junge Unternehmen stellt sich daher die Frage, wie sie trotz begrenzter Ressourcen im Umfeld der Branchenführer wahrgenommen werden können.

Frühzeitige Planung und gezielte Ansprache

Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass erfolgreiche Messekommunikation nicht erst mit dem Aufbau des eigenen Standes beginnt. Vielmehr ist eine langfristige Vorbereitung entscheidend. Medienvertreterinnen und -vertreter, Bloggerinnen und Blogger sowie relevante Multiplikatoren planen ihre Berichterstattung oft Monate im Voraus. Startups, die erst kurz vor Veranstaltungsbeginn auf sich aufmerksam machen, laufen Gefahr, in der Informationsflut unterzugehen. Ein strukturierter Ansatz umfasst die Identifikation relevanter Medien, den frühzeitigen Aufbau von Kontakten über Plattformen wie LinkedIn und das Angebot exklusiver Hintergrundinformationen unter Embargo. Ziel ist es, bereits vor der Messe als kompetenter Gesprächspartner wahrgenommen zu werden.

Die gezielte Auswahl der Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner ist dabei ebenso wichtig wie die Qualität der Ansprache. Statt Massenmails empfiehlt sich ein persönlicher, inhaltlich fundierter Austausch, der die Besonderheiten des eigenen Produkts oder Geschäftsmodells in den Kontext aktueller Branchenthemen stellt. Die Erfahrung zeigt, dass ein exklusiver Pitch mit klarer Relevanz für die Zielgruppe die Wahrscheinlichkeit einer Berichterstattung deutlich erhöht.

Storytelling und inhaltliche Relevanz

Während große Unternehmen häufig auf Produktneuheiten und technische Details setzen, können Startups mit einer überzeugenden Geschichte punkten. Medien und Fachpublikum interessieren sich zunehmend für Lösungen, die gesellschaftliche oder technologische Herausforderungen adressieren. Themen wie Nachhaltigkeit, Gesundheitstechnologie oder der Einsatz von künstlicher Intelligenz bieten Anknüpfungspunkte für eine differenzierte Kommunikation. Entscheidend ist, die eigene Innovation nicht als reine Funktionssammlung, sondern als Beitrag zu einem größeren Zusammenhang zu präsentieren.

Die Auswahl der Medienkanäle sollte sich an der Zielgruppe orientieren. Neben klassischen Fachmedien gewinnen Special-Interest-Plattformen, Podcasts und Micro-Influencer an Bedeutung. Diese verfügen oft über kleinere, aber sehr engagierte Communities. Ein gezielter Beitrag in einem spezialisierten Podcast oder ein ausführlicher Post eines Brancheninsiders kann für Startups wertvollere Kontakte und Leads generieren als eine kurze Erwähnung in einem Massenmedium. Die frühzeitige Identifikation und Ansprache dieser Multiplikatoren ist daher ein zentraler Erfolgsfaktor.

Nachbereitung und nachhaltige Kontakte

Nach dem Ende der Messe ist die Kommunikationsarbeit keineswegs abgeschlossen. Viele Startups investieren erhebliche Ressourcen in die Vorbereitung und Durchführung, vernachlässigen jedoch die systematische Nachbereitung. Innerhalb von 48 Stunden nach Veranstaltungsende empfiehlt sich der Versand persönlicher Follow-ups an relevante Kontakte, ergänzt um digitale Pressematerialien und weiterführende Informationen. So bleibt das Unternehmen präsent, während die Eindrücke der Messe noch frisch sind.

Darüber hinaus bietet die Nachbereitung wertvolle Inhalte für die eigenen Kommunikationskanäle. Erkenntnisse, Trends und Gespräche aus der Messe lassen sich für Blogbeiträge, LinkedIn-Posts oder Expertenstatements nutzen. Wer dieses Momentum aufgreift, kann die Sichtbarkeit des eigenen Unternehmens über die eigentlichen Messetage hinaus verlängern. Die aktive Vernetzung mit anderen Teilnehmenden und das Kommentieren relevanter Beiträge stärken zudem das eigene Netzwerk und fördern den fachlichen Austausch.

Herausforderungen und offene Fragen

Die Wirksamkeit von Messe-PR für Startups hängt von mehreren Faktoren ab: Neben der inhaltlichen Relevanz und der Qualität der Kontakte spielen auch die Ressourcen und die Erfahrung im Umgang mit Medien eine Rolle. Nicht jedes Startup kann auf professionelle Unterstützung zurückgreifen. Zudem bleibt offen, wie sich die zunehmende Fragmentierung der Medienlandschaft und die wachsende Bedeutung digitaler Formate langfristig auf die Sichtbarkeit junger Unternehmen auswirken werden. Ein Blick auf aktuelle Entwicklungen im Startup-Ökosystem, wie sie etwa in der Analyse zu neuen Finanzierungsrunden und Übernahmen bei Glocalist Press diskutiert werden, zeigt, dass nachhaltige Beziehungen und gezielte Kommunikation auch für die Kapitalbeschaffung und das Wachstum entscheidend sind.

Der gezielte Aufbau von Medien- und Branchenkontakten bleibt für Startups eine anspruchsvolle, aber zentrale Aufgabe. Die Entwicklung effektiver Strategien zur Sichtbarkeit auf Messen ist dabei ein wichtiger Baustein, um im Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Ressourcen bestehen zu können.

Der Begriff "Multiplikator" bezeichnet im Kontext der Unternehmenskommunikation Personen oder Plattformen, die Inhalte gezielt an eine relevante Zielgruppe weiterverbreiten. Dazu zählen neben klassischen Medien auch Bloggerinnen und Blogger, Podcaster, Brancheninsider und Micro-Influencer. Für Startups sind diese Multiplikatoren besonders wertvoll, da sie oft Zugang zu spezialisierten Communities bieten und eine hohe Glaubwürdigkeit innerhalb ihrer Netzwerke genießen. Die gezielte Ansprache und der Aufbau nachhaltiger Beziehungen zu diesen Akteuren können die Reichweite und Wirkung der eigenen Kommunikation deutlich erhöhen.

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