X-Elio hat in Murcia das bislang größte Solarprojekt Spaniens mit 368 Megawatt in Betrieb genommen. Welche Investoren beteiligt sind und wie das Projekt in die europäische Strategie für erneuerbare Energien passt.
Am 30. September 2026 ging in Lorca, Murcia, die 368-Megawatt-Solaranlage von X-Elio offiziell ans Netz. Branchen- und Regionalmedien bestätigten den Start am 1. Oktober. Die Anlage ist aktuell die größte Einzelstation von X-Elio in Spanien. Sie steht im Gemeindegebiet von Lorca. Das Projekt zeigt, wie großskalige Solarenergie für Europas Stromversorgung immer wichtiger wird.
Für das Projekt Lorca flossen 335 Millionen Euro. Die Finanzierung kam von Banco Santander, dem Instituto de Crédito Oficial (ICO) und Unicaja. X-Elio setzt damit auf starke spanische Banken und öffentliche Kreditgeber. Die Anlage gehört zu einem Portfolio von 14 Solarprojekten, die X-Elio in Spanien betreibt. Zusammen bringen sie es auf 846 Megawatt installierte Leistung.
Hinter X-Elio steht internationales Kapital. Das Unternehmen gehört zu Brookfield Asset Management. Brookfield hat seine Aktivitäten in Europa zuletzt stark ausgebaut. Im Juni kündigte X-Elio eine Partnerschaft mit Mitsubishi für ein 570-Megawatt-Portfolio europäischer Anlagen an. Im März fusionierten die Tochterfirmen Finlight und Atrato Onsite Energy. Ziel: Bis 2030 soll das operative Solarportfolio in Europa auf 2 Gigawatt wachsen. Die Entwicklung des Projekts Lorca dauerte rund 15 Jahre. Es war eines der längsten Genehmigungsverfahren für ein Industrieprojekt in der Region Murcia.
Die jährliche Stromproduktion der Anlage beträgt laut offiziellen Angaben rund 683.374 Megawattstunden, was dem durchschnittlichen Verbrauch von etwa 196.000 Haushalten entspricht.
Das Design des Solarparks in Lorca verbindet Stromerzeugung mit Umwelt und Landwirtschaft. Laut regionalen Medien umfasst die Anlage etwa 363,5 Hektar. Für Naturschutz und Schafbeweidung sind rund 400 Hektar reserviert. Diese Flächennutzung folgt aktuellen Empfehlungen der EU. Ziel ist, erneuerbare Energie und Landwirtschaft zu verbinden. Das Konzept passt zur EU-Strategie für nachhaltige Landnutzung und Biodiversität.
Technische Standards wie DIN EN 50583 für Photovoltaik in Gebäuden und Landschaften sind Pflicht. Auch Cybersecurity nach BSI IT-Grundschutz ist vorgeschrieben. Solche Vorgaben gelten für Großprojekte in der EU. Die Verbindung von Energieerzeugung und Naturschutz wird von Behörden wie der Bundesnetzagentur überwacht. Sie fließen in die regulatorischen Rahmenbedingungen ein.
Bei der Eröffnung waren Vertreter von Behörden und Unternehmen vor Ort. Dazu zählten der Regierungsdelegierte in Murcia, Francisco Lucas Ayala, Regionalrat Juan María Vázquez Rojas, Lorcas Bürgermeister Fulgencio Gil Jódar, X-Elio-Präsident Lluís Noguera und die Direktorin für nachhaltige Entwicklung und Kommunikation, Isabel Ruiz. Die starke institutionelle Präsenz zeigt, wie wichtig das Projekt für die Energiepolitik ist.
X-Elio hat für Lorca bereits Stromabnahmeverträge (PPAs) mit internationalen Unternehmen abgeschlossen. Zu den Abnehmern gehören Thermo Fisher Scientific, GSK, Haleon, Gilead Sciences und der US-Farbenhersteller Sherwin-Williams Company. Schon im Vorjahr schloss X-Elio einen virtuellen PPA mit denselben Pharmaunternehmen für ein weiteres 369-Megawatt-Solarprojekt in Spanien ab. Diese Verträge sichern große Strommengen und helfen den Unternehmen, auf erneuerbare Energie umzusteigen.
Langfristige Stromabnahmeverträge mit Industriepartnern sind heute Standard. Auch andere Anbieter setzen auf große Solarprojekte mit festen Abnehmern. Ein ähnliches Projekt wurde in Malaysia umgesetzt.
Mit dem Start in Lorca wird X-Elio zu einem wichtigen Player im europäischen Markt für erneuerbare Energien. Internationale Finanzierung, technische Größe und neue Landnutzungskonzepte treffen hier zusammen. Ob die Stromproduktion, Wirtschaftlichkeit und Ökologie im Betrieb überzeugen, bleibt offen. Die Erfahrungen aus Spanien könnten Vorbild für andere Märkte werden. Entscheidend sind unabhängige Daten und belastbare Analysen.
Power Purchase Agreements (PPAs) sind langfristige Stromlieferverträge zwischen Erzeugern und Abnehmern, meist Unternehmen oder Versorgern. Sie geben beiden Seiten Planungssicherheit. Der Erzeuger bekommt feste Einnahmen. Der Abnehmer sichert sich stabile Preise und Herkunftsnachweise für erneuerbare Energie. PPAs sind wichtig für die Finanzierung großer Solar- und Windprojekte. Sie bieten Investoren und Banken eine verlässliche Kalkulationsgrundlage. In Europa gewinnen PPAs an Bedeutung, weil staatliche Förderungen zurückgehen und der Markt für erneuerbare Energien wettbewerbsorientierter wird.