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Bitkom-Umfrage: Mehrheit sieht E-Autos als potenzielle Stromspeicher

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Bitkom-Umfrage: Mehrheit sieht E-Autos als potenzielle Stromspeicher Glocalist Press © glocalist.press
Bitkom-Umfrage: Mehrheit sieht E-Autos als potenzielle Stromspeicher © glocalist.press

Eine aktuelle Bitkom-Befragung zeigt: Viele Haushalte in Deutschland halten E-Autos als Stromspeicher für sinnvoll. Welche Chancen und Unsicherheiten das bidirektionale Laden bietet, bleibt jedoch offen

Die Nutzung von Elektroautos als mobile Stromspeicher stößt in Deutschland auf wachsendes Interesse. Nach einer repräsentativen Befragung des Digitalverbands Bitkom unter 1.002 Haushalten im Sommer 2026 halten 63 Prozent der Befragten es grundsätzlich für sinnvoll, ein E-Auto als Stromspeicher zu verwenden. Das sogenannte bidirektionale Laden, bei dem Strom nicht nur in das Fahrzeug geladen, sondern bei Bedarf auch wieder ins Hausnetz oder perspektivisch ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann, wird damit zunehmend als Option für mehr Versorgungssicherheit und Flexibilität wahrgenommen.

Ergebnisse der Bitkom-Befragung

Die Umfrage zeigt, dass 77 Prozent der Teilnehmenden sich sicherer fühlen würden, wenn sie ihr E-Auto im Falle eines Stromausfalls als Notstromquelle nutzen könnten. 64 Prozent bewerten die grundsätzliche Möglichkeit, ein E-Auto als Stromspeicher einzusetzen, als praktisch. Für 55 Prozent würde die Option, Strom aus dem eigenen Fahrzeug zu nutzen, die Attraktivität eines E-Autos erhöhen. Diese Werte deuten auf ein wachsendes Bewusstsein für die Rolle von Elektromobilität im Energiesystem hin, auch wenn die tatsächliche Umsetzung technischer und regulatorischer Voraussetzungen noch aussteht.

Technische und regulatorische Voraussetzungen

Bidirektionales Laden erfordert spezielle Fahrzeugtechnik und eine kompatible Ladeinfrastruktur. Aktuell sind nur wenige Modelle und Ladesysteme in Deutschland für diese Funktion vorbereitet. Zudem ist die Einspeisung von Strom aus privaten Fahrzeugen ins Hausnetz oder ins öffentliche Netz mit regulatorischen Hürden verbunden. Die Integration in bestehende Stromnetze und die Abrechnung eingespeister Energiemengen sind bislang nicht flächendeckend geregelt. Dennoch sehen Branchenvertreter Potenzial, insbesondere für Haushalte mit eigener Photovoltaikanlage, überschüssigen Solarstrom tagsüber im Fahrzeug zu speichern und abends im Haushalt zu nutzen.

Bekanntheit und Marktdynamik

Obwohl das Thema in der Fachwelt seit Jahren diskutiert wird, ist das Konzept des bidirektionalen Ladens bislang nur etwa der Hälfte der Haushalte bekannt. Laut Bitkom-Umfrage hatten zum Zeitpunkt der Erhebung 46 Prozent der Befragten bereits von der Möglichkeit gehört, Strom aus dem E-Auto zurück ins Haus oder Netz zu speisen, während 45 Prozent damit noch nicht vertraut waren. Die Marktdynamik bleibt damit von Informationsstand, technischer Verfügbarkeit und regulatorischer Entwicklung abhängig. Auch andere technologische Trends, wie die Preisentwicklung bei Hardware, beeinflussen die Akzeptanz neuer Lösungen, wie eine jüngst veröffentlichte Bitkom-Umfrage zu Hardwareanschaffungen zeigt.

Bidirektionales Laden beschreibt die Fähigkeit eines Elektrofahrzeugs, nicht nur Strom aufzunehmen, sondern diesen bei Bedarf auch wieder abzugeben. Technisch wird dies durch spezielle Ladegeräte und Steuerungssysteme ermöglicht, die den Energiefluss in beide Richtungen erlauben. Für den breiten Einsatz sind jedoch standardisierte Schnittstellen, regulatorische Klarheit und wirtschaftlich tragfähige Geschäftsmodelle erforderlich. Die Entwicklung bleibt ein wichtiger Baustein für die Flexibilisierung des Energiesystems, ist aber in Deutschland bislang nur in Pilotprojekten und bei ausgewählten Fahrzeugmodellen praktisch verfügbar.Schlagwörter: Elektromobilität, Energiespeicher, Deutschland

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