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Bitkom-Umfrage: Standort Deutschland bleibt für Cloud-Datenverarbeitung zentral

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Bitkom-Umfrage: Standort Deutschland bleibt für Cloud-Datenverarbeitung zentral Glocalist Press
Bitkom-Umfrage: Standort Deutschland bleibt für Cloud-Datenverarbeitung zentral

Eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt, dass deutsche Unternehmen bei der Wahl von Cloud-Anbietern den Serverstandort Deutschland klar bevorzugen. Welche Rolle spielen andere Länder und welche Herausforderungen bleiben offen

Die Frage, wo Unternehmensdaten in der Cloud verarbeitet werden, bleibt für deutsche Unternehmen ein zentrales Auswahlkriterium. Nach einer im Juli 2026 veröffentlichten repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter 603 Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten spielt für 97 Prozent der befragten Unternehmen der Standort der Server eine Rolle bei der Wahl ihres Cloud-Anbieters. Die vollständige Präferenz für Deutschland als Serverstandort wurde von allen befragten Unternehmen angegeben.

Ergebnisse der Bitkom-Befragung

Die Bitkom-Umfrage verdeutlicht, dass die Standortfrage für deutsche Unternehmen nicht nur eine Formalität ist, sondern ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl von Cloud-Dienstleistern. Während 100 Prozent der Befragten Deutschland als bevorzugten Standort nannten, zeigten sich auch Präferenzen für andere europäische Länder: 68 Prozent würden einen Standort in einem anderen EU-Staat akzeptieren, während nur 1 Prozent dies grundsätzlich ablehnt. Frankreich wurde von 23 Prozent als bevorzugter Standort genannt, 17 Prozent lehnen das Land jedoch ab. Großbritannien kommt auf 14 Prozent Zustimmung, aber 32 Prozent der Unternehmen schließen es als Standort aus. Für außereuropäische Standorte wie die USA (12 Prozent Zustimmung, 51 Prozent Ablehnung), Japan (9 Prozent Zustimmung, 60 Prozent Ablehnung), Indien (5 Prozent Zustimmung, 73 Prozent Ablehnung) und China (1 Prozent Zustimmung, 94 Prozent Ablehnung) ist die Akzeptanz deutlich geringer.

Hintergründe der Standortpräferenz

Die starke Präferenz für Deutschland als Serverstandort lässt sich vor allem durch regulatorische Anforderungen, Datenschutzbedenken und das Bedürfnis nach rechtlicher Klarheit erklären. Die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und die Kontrolle über sensible Unternehmensdaten spielen für viele Unternehmen eine zentrale Rolle. Zudem wird die Nähe zu Rechenzentren als Vorteil für Latenzzeiten und Servicequalität gesehen. Die Ergebnisse der Bitkom-Umfrage deuten darauf hin, dass Unternehmen weiterhin Wert auf eine möglichst hohe Kontrolle über ihre Daten legen und Risiken durch internationale Datenübertragung minimieren möchten.

Infrastruktur und politische Rahmenbedingungen

Die Nachfrage nach Cloud-Standorten in Deutschland stellt hohe Anforderungen an die lokale Infrastruktur. Bitkom weist darauf hin, dass wettbewerbsfähige Strompreise, ein schneller Anschluss an das Stromnetz und beschleunigte Genehmigungsverfahren für neue Rechenzentren notwendig sind, um den Bedarf zu decken. Politische Initiativen wie geplante KI-Gigafactories und der EU Cloud & AI Development Act werden als wichtige Rahmenbedingungen genannt, deren Umsetzung jedoch noch aussteht. Die Entwicklung leistungsfähiger und nachhaltiger Rechenzentren bleibt damit eine zentrale Herausforderung für den Standort Deutschland.

Die Standortwahl für Cloud-Datenverarbeitung ist eng mit dem Begriff der Datenresidenz verbunden. Datenresidenz bezeichnet die rechtliche und physische Bindung von Daten an einen bestimmten geografischen Raum. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie nicht nur technische, sondern auch regulatorische und wirtschaftliche Faktoren bei der Auswahl von Cloud-Anbietern berücksichtigen müssen. Die Diskussion um Datenresidenz gewinnt angesichts wachsender Anforderungen an Datenschutz, Compliance und digitale Souveränität weiter an Bedeutung.

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