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Block beantragt Builders Bank Trust-Charter bei der OCC

Nil Bed Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nil Bed

Block beantragt Builders Bank Trust-Charter bei der OCC Glocalist Press © glocalist.press
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Block hat bei der OCC einen Antrag auf eine Builders Bank Trust-Charter gestellt und könnte damit erstmals als nationale Treuhandbank agieren. Welche regulatorischen Hürden und strategischen Ziele stehen dahinter?

Block hat bei der Office of the Comptroller of the Currency (OCC) einen Antrag auf eine Builders Bank Trust-Charter gestellt. Das Unternehmen gab am 8. September 2026 bekannt, dass die geplante Builders Bank & Trust, N.A. erst nach behördlicher Genehmigung gegründet wird. Die Bank soll als nicht versicherte, nicht einlagennehmende Treuhandbank arbeiten. Das unterscheidet sie von klassischen Banken: Sie darf keine Einlagen annehmen und keine Kredite vergeben.

Strategische Motive hinter dem Antrag

Block will mit dem Antrag unabhängiger von externen Banken werden und seine Position im Finanzdienstleistungsmarkt ausbauen. Die geplante Builders Bank würde es ermöglichen, eigene Treuhand- und Verwahrdienstleistungen anzubieten und direkt unter Bundesaufsicht zu stehen. Nach Angaben des Unternehmens soll die Bank bundesweit reguliert werden und vor allem Verwahr- und Treuhanddienste für Bitcoin und Stablecoins bereitstellen. Damit könnte Block bestehende Produkte erweitern und neue Angebote für Privat- und Geschäftskunden entwickeln, die bisher klassischen Banken vorbehalten waren.

Die Entscheidung für eine Trust-Charter ist Teil einer Strategie, mit der Block tiefer in die Wertschöpfungskette des Bankings einsteigen will. Das Unternehmen hat bereits eine breite Kundenbasis im Zahlungsverkehr und könnte mit einer eigenen Banklizenz zusätzliche Einnahmequellen erschließen. Die Kontrolle durch die OCC ist Voraussetzung, um als nationale Treuhandbank zu arbeiten. Ziel des Antrags ist es, einen einheitlichen bundesweiten Aufsichtsrahmen für die bestehenden Verwahraktivitäten und Krypto-Services von Block zu schaffen.

Regulatorische Anforderungen und Unsicherheiten

Die Beantragung einer Trust-Charter bei der OCC ist ein aufwendiger Prozess. Die Behörde prüft unter anderem die Kapitalausstattung, die Governance-Strukturen und die Einhaltung von Compliance-Vorgaben. Block hat den Antrag am 4. September 2026 nach dem Standardverfahren eingereicht, inklusive öffentlicher Bekanntmachung und Kommentierungsfrist. Wie lange das Verfahren dauert und ob die OCC zustimmt, ist offen. Die Entscheidung der Behörde steht noch aus, wie auch unabhängige Analysen bestätigen.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) betont, dass Verwahr- und Treuhanddienstleistungen für Krypto-Assets in Deutschland einer klaren Regulierung unterliegen und nur mit entsprechender Lizenz zulässig sind. Die Anforderungen an IT-Sicherheit und Compliance orientieren sich an den Vorgaben des BSI und den europäischen Standards nach DIN EN ISO/IEC 27001.


Vergleichbare Anträge anderer Fintechs zeigen, dass die regulatorischen Hürden hoch sind und Ablehnungen häufig vorkommen. Die OCC verfolgt eine restriktive Zulassungspolitik, um Risiken für das Finanzsystem zu begrenzen. Auch bei einer positiven Entscheidung bleibt der Markteintritt für Block an strenge Auflagen gebunden. In Deutschland und der EU gelten für Verwahrstellen und Treuhandbanken ebenfalls strenge Vorgaben, etwa bei der IT-Sicherheit und der Umsetzung der EU-Digitalstrategie.

Marktauswirkungen und Wettbewerb

Mit einer erfolgreichen Trust-Charter könnte Block direkt mit etablierten Banken und spezialisierten Fintechs um Kundengelder und Treuhandmandate konkurrieren. Eigene Bankdienstleistungen könnten die Margen im Zahlungsverkehr und bei Verwahrprodukten verbessern. Gleichzeitig steigt der regulatorische Aufwand und die Verantwortung gegenüber den Aufsichtsbehörden.

Die Entwicklung passt zu einem Trend, bei dem Technologieunternehmen versuchen, mit eigenen Banklizenzen mehr Kontrolle über Produkte und Kundendaten zu gewinnen. Andere Anbieter haben in den vergangenen Jahren ähnliche Schritte unternommen, etwa im Bereich Geldwäscheprävention. Für den deutschen und europäischen Markt bleibt die Frage, ob vergleichbare Modelle auch hier regulatorisch möglich und wirtschaftlich tragfähig sind.

Blocks Antrag auf eine Builders Bank Trust-Charter ist kein kurzfristiger Test, sondern ein strategischer Schritt in ein reguliertes Segment, das bisher von traditionellen Banken geprägt ist. Die eigentliche Bewährungsprobe kommt erst nach einer möglichen Zulassung: Dann muss Block zeigen, ob das Unternehmen regulatorische Anforderungen, technologische Skalierung und wirtschaftliche Nachhaltigkeit zusammenbringen kann. Die Erfahrungen anderer Fintechs zeigen, dass der Weg von der Lizenz zum profitablen Bankgeschäft anspruchsvoll bleibt.

Eine Trust-Charter der OCC ist eine spezielle Banklizenz in den USA, die Unternehmen erlaubt, als nationale Treuhandbank zu arbeiten. Im Unterschied zu klassischen Vollbanken nehmen Trust-Banken keine Einlagen an, sondern konzentrieren sich auf Treuhand-, Verwahr- und Vermögensverwaltungsdienste. Die Lizenz ist an strenge regulatorische Anforderungen geknüpft und setzt eine umfassende Prüfung der Geschäftsmodelle, Kapitalausstattung und Compliance-Strukturen voraus. Für Technologieunternehmen wie Block eröffnet sie neue Möglichkeiten, bleibt aber mit erheblichen regulatorischen und wirtschaftlichen Herausforderungen verbunden.

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