Citigroup bleibt bei ihrer Kaufempfehlung für Xiaomi, rechnet aber mit kurzfristigem Druck auf die Aktie. Was die aktuellen Auslieferungszahlen und Lieferzeiten wirklich bedeuten.
Xiaomi hat im September 2026 mehr als 40.000 Elektrofahrzeuge ausgeliefert. Das meldet Reuters. Für das Unternehmen ist das ein neuer Monatsrekord. Von Januar bis September 2026 kamen mindestens 286.475 Fahrzeuge zusammen. Damit hat Xiaomi schon rund 64 % der von Citigroup erwarteten 450.000 Fahrzeuge für das Gesamtjahr erreicht. Beim eigenen Ziel von 550.000 Einheiten liegt Xiaomi aber erst bei etwa 52,1 %. Im September gab es keine genaue Aufschlüsselung nach Modellen. Das macht es für Investoren schwerer, die Entwicklung zu bewerten. Im August lag die Zahl laut China Passenger Car Association bei 30.153 ausgelieferten Fahrzeugen. Ein deutlicher Sprung.
Im Mittelpunkt stehen die neuen SU7-GT-Modelle. Die Lieferzeiten sind jetzt auf ein bis fünf Wochen gesunken. Für die Varianten Base, Long-Range, Pro und Max nennt Xiaomi ähnliche Zeiträume. Die SU7-Versionen Base, Pro und Max haben Lieferzeiten zwischen fünf und acht Wochen. Die Ultra-Version soll laut Unternehmen erst ab Dezember 2026 ausgeliefert werden. Das dauert noch.
Am 7. September 2026 hat Xiaomi die Sky Nomad-Serie vorgestellt. Damit steigt das Unternehmen erstmals in den Markt für Extended-Range Electric Vehicles (EREV) ein. Die Modelle N70 und N90 kommen mit einer 76 kWh-Batterie. Laut Hersteller schaffen sie bis zu 505 km elektrische Reichweite nach CLTC-Standard. Die Gesamtreichweite des Sky Nomad N70 Pro liegt bei bis zu 1.461 km. Die Einstiegspreise in China starten bei 209.900 Yuan. Im ersten Monat wurden von N70 und N90 jeweils mehr als 10.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Die Lieferzeiten für N70 Pro und N70 Max liegen aktuell bei sechs bis acht Wochen. Beim N90 Max müssen Käufer über zwölf Wochen warten. Für die Sky Nomad-Serie gibt es laut Unternehmen bereits mehr als 70.000 Bestellungen. Das Interesse ist groß.
Kumulative Auslieferungen von Xiaomi-Elektrofahrzeugen erreichten in den ersten neun Monaten 2026 mindestens 286.475 Einheiten, was etwa 64 % der Citigroup-Prognose für das Gesamtjahr entspricht, aber nur rund 52 % des offiziellen Xiaomi-Jahresziels von 550.000 Fahrzeugen.
Citigroup bleibt vorsichtig optimistisch
Die Citigroup hält an ihrer Kaufempfehlung für Xiaomi fest. Trotzdem sieht sie kurzfristige Risiken für den Aktienkurs. Die Analysten nennen vor allem die aktuellen Lieferzeiten und die Unsicherheit, wie schnell Xiaomi die Produktion an die hohe Nachfrage anpassen kann. Die Bewertung bleibt auf "Buy". Das zeigt: Citigroup traut Xiaomi mittelfristig einiges zu. Entscheidend ist, wie flexibel das Unternehmen die Produktionskapazitäten steigern kann. Marktbeobachter sehen das als wichtigen Wettbewerbsvorteil. Im Umfeld der europäischen Industrie 4.0-Initiativen und der Digitalisierung der Fertigung gelten Effizienz und Transparenz in der Lieferkette als große Herausforderungen. Das unterstreicht auch die Industrie 4.0-Strategie des BMWK.
Auch andere Technologiekonzerne stehen unter Beobachtung. Analysten haben zuletzt bei mehreren Unternehmen auf kurzfristige Unsicherheiten hingewiesen. Xiaomi bleibt mit seiner Elektromobilitätsstrategie im Fokus der internationalen Finanzmärkte. Ähnliche Einschätzungen zu kurzfristigen Risiken gab es etwa auch bei AMD, wie berichtet wurde. Die Branche bleibt nervös.
Offene Fragen bei Produktion und Lieferzeiten
Die aktuellen Zahlen zu Auslieferungen und Bestellungen stammen von Xiaomi selbst. Unabhängig prüfen lassen sie sich bisher nicht. Es bleibt offen, wie sich die Lieferzeiten in den nächsten Monaten entwickeln. Kann die Produktion mit der Nachfrage mithalten? Für die Ultra-Version des SU7 ist die Auslieferung erst ab Dezember geplant. Das könnte auf Engpässe oder eine gestaffelte Markteinführung hindeuten. Auch bei der Sky Nomad-Serie ist unklar, wie schnell Xiaomi die vielen Bestellungen abarbeiten kann.
Für Investoren zählt vor allem eines: Kann Xiaomi die Produktionskapazitäten weiter ausbauen und die Lieferzeiten dauerhaft senken? Die Entwicklung des Aktienkurses wird stark davon abhängen, wie effizient das Unternehmen auf die Nachfrage reagiert. Nur wenn die angekündigten Auslieferungen auch wirklich erfolgen, bleibt das Vertrauen bestehen.
Produktionskapazität heißt: Wie viele Fahrzeuge kann ein Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum herstellen? In der Autoindustrie ist das entscheidend für Lieferfähigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit. Wenn es bei der Skalierung hakt, steigen Lieferzeiten und sinkt die Kundenzufriedenheit. Das wirkt sich direkt auf die Bewertung an der Börse aus. Gerade bei neuen Modellen wie jetzt bei Xiaomi ist die Anpassung der Kapazitäten an die Nachfrage eine der größten Herausforderungen. Es bleibt spannend.