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Clean Growth Fund II überschreitet 80 Millionen Pfund bei neuer Finanzierungsrunde

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Clean Growth Fund II überschreitet 80 Millionen Pfund bei neuer Finanzierungsrunde Glocalist Press © glocalist.press
Clean Growth Fund II überschreitet 80 Millionen Pfund bei neuer Finanzierungsrunde © glocalist.press

Clean Growth Fund II sichert sich mit 81,5 Millionen Pfund neue Zusagen für britische Klimatechnologien. Welche Investoren stehen hinter dem Fonds und wie realistisch ist das Ziel von 150 Millionen Pfund

Mit einer weiteren Finanzierungsrunde hat der britische Clean Growth Fund II die Marke von 81,5 Millionen Pfund an Kapitalzusagen überschritten. Die jüngste Tranche wurde maßgeblich durch eine Investition von 22,5 Millionen Pfund aus dem UK Opportunities Fund der Border to Coast Pensions Partnership ermöglicht. Damit rückt das erklärte Ziel von 150 Millionen Pfund in greifbare Nähe, bleibt aber weiterhin ambitioniert.

Neue Investoren und bestehende Partner

Die aktuelle Runde bringt nicht nur frisches Kapital, sondern auch eine Erweiterung des Investorenkreises. Neben Border to Coast Pensions Partnership, die ihren UK Opportunities Fund erst 2024 aufgelegt hat, erhöht auch der langjährige Partner Strathclyde Pension Fund seine Beteiligung um weitere 10 Millionen Pfund auf insgesamt 30 Millionen Pfund. Weitere institutionelle Anleger wie Islington Pension Fund und East Riding Pension Fund sind ebenfalls beteiligt. Die Mittel stammen überwiegend aus britischen Pensionskassen, die langfristige Renditen mit dem Ziel der Dekarbonisierung verbinden wollen.

Clean Growth Fund II konzentriert sich auf Frühphasenfinanzierungen von Unternehmen, die Technologien zur Reduktion von CO₂-Emissionen entwickeln. Der Fonds plant, rund 25 Start-ups zu unterstützen, die Lösungen für Energie, Industrie, Gebäude und Ernährung anbieten. Bisher wurden vier Unternehmen aus Sheffield, Bristol, Cardiff und London finanziert, die in Bereichen wie Batterietechnologie und nachhaltige Lebensmittelproduktion tätig sind.

Strategie und regionale Ausrichtung

Der Fonds verfolgt eine sogenannte place-based Investmentstrategie. Das bedeutet, dass nicht nur etablierte Technologiezentren wie Oxford, Cambridge und London im Fokus stehen, sondern auch aufstrebende Innovationsstandorte in anderen Teilen des Vereinigten Königreichs. Ziel ist es, regionale Innovationspotenziale zu erschließen und die wirtschaftliche Transformation über die Metropolen hinaus zu fördern.

Die Auswahl der Portfoliounternehmen erfolgt nach dem Potenzial zur Emissionsminderung und der Skalierbarkeit der jeweiligen Technologie. Die Fondsmanager betonen, dass institutionelles Kapital gezielt mit britischer Innovationskraft verbunden werden soll. Nach Angaben der Beteiligten ist das Interesse an Klimatechnologien in Großbritannien zuletzt deutlich gestiegen, was sich auch in der Bereitschaft zu größeren Einzelinvestitionen zeigt.

Finanzierungsumfeld und Marktdynamik

Die aktuelle Finanzierungsrunde ist vor dem Hintergrund eines insgesamt anspruchsvollen Marktumfelds für Wachstumsfinanzierungen im Klimasektor zu sehen. Während einzelne Fonds wie Clean Growth Fund II neue Zusagen erhalten, bleibt die Lücke zwischen angekündigten Zielen und tatsächlich eingeworbenem Kapital in vielen Fällen bestehen. Die jüngste Exit-Transaktion des Fonds - der Verkauf des Clean-Heat-Netzwerkentwicklers Rendesco nach einer Investition von Pioneer Point Partners in Höhe von 100 Millionen Pfund im Mai 2026 - zeigt, dass erfolgreiche Exits möglich sind, aber weiterhin die Ausnahme darstellen.

Vergleichbare Entwicklungen bei technologieorientierten Fonds wurden auch in anderen Sektoren beobachtet, wie etwa bei der jüngsten Kapitalrunde von Prevalent AI. Dort wurde deutlich, dass institutionelle Investoren zunehmend gezielt in spezialisierte Technologiefonds investieren, um langfristige Innovations- und Nachhaltigkeitsziele zu verfolgen.

Bewertung und Ausblick

Ob Clean Growth Fund II das Ziel von 150 Millionen Pfund tatsächlich erreichen wird, bleibt offen. Die bisherigen Zusagen markieren einen wichtigen Zwischenschritt, doch der Wettbewerb um institutionelles Kapital ist hoch und die Zahl der investitionsbereiten Fonds wächst. Entscheidend wird sein, ob die geförderten Start-ups in den kommenden Jahren messbare Fortschritte bei der Emissionsminderung und wirtschaftlichen Skalierung erzielen. Die bisherigen Investitionen zeigen, dass der Fonds bereit ist, auch in weniger etablierte Regionen und Technologien zu investieren - ein Ansatz, der Chancen birgt, aber auch Risiken für die Renditeerwartungen der Anleger mit sich bringt. Die Entwicklung des Fonds bleibt damit ein Gradmesser für die tatsächliche Risikobereitschaft institutioneller Investoren im britischen Klimasektor.

Venture Capital bezeichnet Eigenkapitalinvestitionen in junge, wachstumsorientierte Unternehmen, die meist noch keine etablierten Geschäftsmodelle oder stabile Umsätze vorweisen können. Im Unterschied zu klassischen Beteiligungen übernehmen Venture-Capital-Fonds ein höheres Risiko, erwarten dafür aber auch überdurchschnittliche Renditen. Im Bereich der Klimatechnologien ist Venture Capital ein zentrales Instrument, um Innovationen aus der Forschung in die Anwendung zu bringen und die Skalierung neuer Geschäftsmodelle zu ermöglichen. Die Kapitalbereitstellung erfolgt in mehreren Finanzierungsrunden, wobei jede Runde neue Bewertungskriterien und Anforderungen an die Unternehmen mit sich bringt.

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