Nordex legt im zweiten Quartal 2026 bei Umsatz und Marge kräftig zu. Die Deutsche Bank reagiert mit einer Kurszielanhebung. Wie solide ist der Aufschwung wirklich?
Nordex hat im zweiten Quartal 2026 deutlich mehr umgesetzt und die Marge spürbar verbessert. Die Deutsche Bank zieht Konsequenzen. Sie hebt das Kursziel für die Aktie auf 59 Euro an. Die Kaufempfehlung bleibt bestehen. Analyst John Kim nennt die aktuellen Geschäftszahlen als Hauptgrund für die Neubewertung. Die Anpassung erfolgte noch vor dem nächsten Quartalsbericht am 5. November 2026. Kim warnt aber: Projektverzögerungen könnten die Ziele für das Gesamtjahr begrenzen.
Umsatz legt zu, Preise bleiben stabil
Nordex erzielte im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von rund 2,179 Milliarden Euro. Das sind 16,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die EBITDA-Marge stieg auf 10,3 Prozent. Im Vorjahr lag sie noch bei 5,8 Prozent. Das EBITDA betrug etwa 224 Millionen Euro. Nordex hat also nicht nur mehr verkauft, sondern auch profitabler gearbeitet. Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Megawatt Leistung blieb mit 0,97 Millionen Euro pro MW stabil. Das zeigt: Nordex kann seine Preise am Markt durchsetzen. Diese Entwicklung passt zu den Zielen der Energiewende in Deutschland. Auch die Bundesnetzagentur fördert erneuerbare Energien mit klaren Vorgaben.
Der Free-Cashflow lag bei 164,6 Millionen Euro. Das ist ein Plus von 13,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand zum Quartalsende erreichte 18,4 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es noch 14,3 Milliarden Euro. Die Nachfrage nach Nordex-Anlagen bleibt hoch. Das Unternehmen hat damit eine gute Planungssicherheit für die nächsten Quartale. Die Prognose für 2026 steht: Nordex rechnet mit einem Umsatz zwischen 8,2 und 9,0 Milliarden Euro und einer EBITDA-Marge von 8 bis 11 Prozent. Zur Jahresmitte lag die Marge bereits bei 9,4 Prozent.
Im September 2026 folgten weitere positive Analystenreaktionen. Die Bank of America hob das Kursziel auf 54 Euro an. Citi setzte es auf 50 Euro. Beide bleiben bei ihrer Kaufempfehlung. Die Deutsche Bank ist also nicht allein mit ihrer Neubewertung. Die nächste Quartalsmitteilung von Nordex kommt am 5. November 2026. Um 14:00 CET gibt es eine Telefonkonferenz. Ein Update steht bevor.
Der Auftragsbestand von Nordex erreichte zum Quartalsende 18,4 Milliarden Euro und liegt damit deutlich über dem Vorjahreswert von 14,3 Milliarden Euro. Dies signalisiert eine starke Nachfrage und eine verlängerte Planungssicherheit für das Unternehmen.
Im Vergleich zu anderen Industrieunternehmen fällt Nordex auf. Bei vielen herrscht Zurückhaltung. Porsche AG etwa sieht trotz Umsatzrückgang Chancen für eine Erholung, wie berichtet wurde. Nordex dagegen setzt auf Wachstum und einen stabilen Auftragsbestand. Die starke Entwicklung steht im Zusammenhang mit den deutschen und europäischen Klimazielen. Regulatorische Vorgaben wie das EEG 2023 und die Ausbauziele der Bundesregierung für Windenergie an Land geben den Rahmen vor. Die Bundesnetzagentur legt regelmäßig Ausschreibungsvolumina und technische Mindestanforderungen für Windenergieanlagen fest. Diese Vorgaben steuern den Markt. Mehr Details zu aktuellen Ausschreibungen und technischen Standards gibt es in der Ausschreibungsübersicht der Bundesnetzagentur.
Unsicherheiten bleiben bestehen
Die Zahlen zeigen eine positive Entwicklung. Doch es gibt offene Fragen. Die Angaben zu Umsatz, Marge und Auftragsbestand stammen aus den Berichten von Nordex. Sie wurden bisher nicht unabhängig geprüft. Wie lange das Wachstum anhält, ist unklar. Rohstoffpreise schwanken. Lieferketten bleiben ein Risiko. Auch politische Vorgaben können sich ändern. Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Megawatt könnte unter Druck geraten, wenn der Wettbewerb zunimmt. Die Umsetzung von DIN EN 61400-1 (Windenergieanlagen - Entwurfsvorgaben) und die Einhaltung von BSI-Richtlinien zur Cybersicherheit werden wichtiger. Sie sichern die Betriebssicherheit der Anlagen.
Für den deutschen und europäischen Markt ist Nordex ein Gradmesser für die Dynamik im Windenergiesektor. Ob das Unternehmen die aktuellen Margen und das Wachstum halten kann, hängt von der Marktentwicklung und der Umsetzung der Projekte ab. Die jüngsten Zahlen und die institutionellen Aufwertungen zeigen: Nordex gehört derzeit zu den führenden Akteuren im europäischen Windenergiemarkt.
Bewertung und Ausblick
Die Deutsche Bank hebt das Kursziel für Nordex wegen des Umsatzwachstums, der besseren Marge und des gestiegenen Auftragsbestands an. Das spricht für eine solide operative Entwicklung. Aber Vorsicht ist angebracht. Die Zahlen stammen vom Unternehmen selbst und gelten nur zum Stichtag. Externe Risiken wie schwankende Rohstoffpreise, neue Regeln oder Lieferprobleme könnten die Entwicklung in den nächsten Quartalen beeinflussen. Nordex bleibt ein wichtiger Player im deutschen und europäischen Windenergiemarkt. Die weitere Entwicklung bleibt spannend.
Die EBITDA-Marge zeigt das Verhältnis von operativem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zum Umsatz. Sie gibt an, wie viel Prozent des Umsatzes nach Abzug der operativen Kosten als Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen übrig bleiben. Eine steigende EBITDA-Marge spricht für mehr Effizienz. Sie muss aber immer im Zusammenhang mit Markt, Preisen und Kostenstruktur gesehen werden.