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Ghana plant Vetorechte für Staat bei Zijin Mining und anderen Bergbauprojekten

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Ghana plant Vetorechte für Staat bei Zijin Mining und anderen Bergbauprojekten Glocalist Press © glocalist.press
Ghana plant Vetorechte für Staat bei Zijin Mining und anderen Bergbauprojekten © glocalist.press

Ein neuer Gesetzesentwurf in Ghana könnte dem Staat Sonderaktien mit Vetorechten bei Bergbauprojekten sichern. Auch bestehende Pachtverträge und Exportregeln stehen auf dem Prüfstand.

Ghanas Regierung will mehr Kontrolle über internationale Bergbauunternehmen. Ein aktueller Gesetzesentwurf sieht vor, dass der Staat künftig eine kostenlose Sonderaktie mit Vetorechten bei wichtigen Entscheidungen erhält. Das berichtet Reuters. Auch der chinesische Konzern Zijin Mining wäre betroffen. Zijin ist in mehreren afrikanischen Ländern aktiv.

Der Staat soll weiterhin eine 10% Free-Carried Interest an allen Bergbauprojekten halten. Neu wäre das Recht, eine kostenlose Special Share mit weitreichenden Zustimmungs- und Vetorechten zu verlangen. Das betrifft etwa Lizenzübertragungen, freiwillige Liquidationen und den Verkauf großer ausländischer Vermögenswerte, die mit Ghana verbunden sind. Das ist ein klarer Eingriff.

Neue Regeln für Lizenzen und Export

Der Entwurf geht weiter. Neue Bergbaulizenzen sollen maximal 15 Jahre oder so lange wie das Vorkommen reicht gelten - je nachdem, was kürzer ist. Bestehende Lizenzen bleiben davon unberührt. Noch ist das Gesetz nicht verabschiedet.

Section 110 des Entwurfs gibt dem zuständigen Minister die Möglichkeit, per Verordnung den Export von unverarbeiteten oder nur grob aufbereiteten Mineralien zu verbieten. Unternehmen könnten gezwungen werden, Rohstoffe lokal weiterzuverarbeiten. Ein festes Enddatum wie das von Präsident John Mahama genannte Jahr 2030 steht aber nicht im Gesetz.

Börsenreaktionen und Folgen für Zijin Mining

Die Unsicherheit wirkt sich bereits aus. In den letzten 30 Tagen verlor die Aktie von Zijin Mining 11 Prozent. Am Freitag lag der Kurs bei 3,60 Euro. Noch vor einem Monat hatte Ghana bei Zijin Mining um Investitionen in Afrika geworben. Jetzt steht das im Widerspruch zu den neuen Plänen.

Laut aktuellen Destatis-Daten ist Ghana ein wichtiger Rohstofflieferant für Europas Industrie. Besonders Mangan, Bauxit und Eisenerz sind gefragt.

Verzögerte Übernahmen und Energieprojekte

Auch bei Zijin Mining selbst gibt es Verzögerungen. Die Frist für den Kauf von rund 242 Millionen A-Aktien von Chifeng Gold wurde bis zum 30. November 2026 verlängert. Eine geplante Privatplatzierung von H-Aktien bei Chifeng Gold wurde ebenfalls verschoben. Ob der Deal zustande kommt, ist laut Medien offen.

Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass der ghanaische Staat künftig eine kostenlose Sonderaktie mit Vetorechten bei Schlüsseltransaktionen wie Lizenzübertragungen, Liquidationen und dem Verkauf bedeutender Vermögenswerte verlangen kann.

Reuters

Zijin Mining investiert unabhängig davon in Energieprojekte für seine Minen in Suriname und Guyana. Drei neue Solar- und Speicheranlagen sind geplant. Das Gesamtvolumen: rund 232 Millionen US-Dollar oder 1,558 Milliarden RMB. Die Finanzierung kommt komplett aus eigenen Mitteln. Die Kapitalstruktur bleibt laut Wertpapierbericht stabil. Die Zahl der A-Aktien ist gleich geblieben. Durch die Umwandlung von Wandelanleihen kamen 83.619 H-Aktien dazu. Bei einer Marktkapitalisierung von 35,87 Milliarden Euro fragen sich Anleger, wie sich die Risiken in Ghana und die Verzögerungen bei Übernahmen auf die Expansion auswirken werden.

Der Entwurf zeigt, wie schnell sich politische Bedingungen für Rohstoffunternehmen ändern können. Für Firmen wie Zijin Mining steigt die Unsicherheit bei Investitionen. Geplante Vetorechte, mögliche Exportverbote und längere Übernahmefristen erschweren die Planung. Für Deutschland und Europa bleibt das Thema wichtig. Die Entwicklung beeinflusst die globale Rohstoffverfügbarkeit und Investitionsbereitschaft in Afrika. Die Bundesnetzagentur betont in ihren aktuellen Analysen die Bedeutung sicherer Lieferketten und klarer Regeln für die Versorgungssicherheit der Industrie.

Vetorechte im Unternehmen bedeuten, dass ein Aktionär oder der Staat bestimmte Entscheidungen blockieren kann. Im Fall des ghanaischen Entwurfs würde eine kostenlose Sonderaktie mit Vetorechten dem Staat erlauben, bei Übernahmen oder großen Investitionen einzugreifen. Das kann die Planungssicherheit für Unternehmen stark beeinflussen. Es entstehen zusätzliche Genehmigungsschritte. Die Kontrolle über strategische Entscheidungen wird eingeschränkt.

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