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IBM koppelt Digital Asset Haven an Swift Ledger und startet On-Premises-Beta

Nil Enri Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nil Enri

IBM koppelt Digital Asset Haven an Swift Ledger und startet On-Premises-Beta Glocalist Press © glocalist.press
IBM koppelt Digital Asset Haven an Swift Ledger und startet On-Premises-Beta © glocalist.press

IBM bringt Digital Asset Haven ins Swift Ledger und startet eine On-Premises-Beta für Banken. Was heißt das für digitale Vermögenswerte und internationale Zahlungen?

IBM bringt Bewegung in die Infrastruktur für digitale Vermögenswerte. Das Unternehmen startet eine On-Premises-Beta für Digital Asset Haven und verbindet die Plattform mit dem Swift Ledger. Banken und Finanzdienstleister können damit tokenisierte Einlagen, digitale Assets, Stablecoins und grenzüberschreitende Zahlungen direkt im eigenen Rechenzentrum testen. Die Lösung lässt sich an regulatorische Vorgaben anpassen.

Technische Integration und Produktstatus

Digital Asset Haven ist jetzt mit dem Swift Ledger verbunden. Das hat IBM bestätigt. Das Swift Ledger ist eine feste Größe im internationalen Zahlungsverkehr. Durch die neue Verbindung können Institute ihre bestehenden Abläufe mit Blockchain-Funktionen erweitern. Die Beta läuft als Testumgebung. Banken und Finanzdienstleister probieren die Lösung in ihrer eigenen IT aus. Sie behalten dabei die volle Kontrolle über Daten und Prozesse.

Für die Anbindung an SWIFT liefert IBM einen ISO 20022 Messaging Adapter. Damit lassen sich Transaktionen mit tokenisierten Einlagen über standardisierte ISO 20022-Nachrichten starten. Die Beta ist nicht frei verfügbar. Sie richtet sich an regulierte Organisationen, die ihre Zahlungsinfrastruktur auf IBM Z oder IBM LinuxONE im eigenen Haus betreiben. IBM hebt die Crypto Express HSMs hervor. Nach internen Messungen erreichen sie bis zu 99,999999 % Verfügbarkeit. Das entspricht den Vorgaben für hochverfügbare Finanzinfrastrukturen, wie sie BaFin und BSI in der KRITIS-Verordnung verlangen.

Im SWIFT-Pilotprojekt für tokenisierte Einlagen machen laut SWIFT 17 globale Banken mit. Dazu zählen BNY Mellon, Citi, HSBC, UBS und Wells Fargo. Die Integration von Digital Asset Haven in permissioned Blockchain-Netzwerke geht über Technik hinaus. Sie greift auch regulatorische Fragen auf. Datenschutz, Interoperabilität und die Einhaltung von EU-Standards wie der DORA-Verordnung für digitale Betriebsstabilität stehen im Fokus.

Die sichere Verarbeitung digitaler Vermögenswerte und die Einhaltung regulatorischer Vorgaben sind zentrale Anforderungen an Finanzinfrastrukturen. On-Premises-Lösungen bieten hierbei einen entscheidenden Vorteil, da sie die vollständige Kontrolle über Daten und Prozesse im eigenen Haus ermöglichen.

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)

Die Verbindung von Digital Asset Haven und Swift Ledger nimmt zentrale Hürden bei der Abwicklung digitaler Vermögenswerte im internationalen Geschäft ins Visier. Banken müssen strenge Regeln einhalten und wollen trotzdem neue Technik nutzen. Die Option, alles On-Premises zu betreiben, ist vor allem für Institute mit hohen Compliance-Anforderungen interessant. Das unterscheidet IBMs Ansatz von reinen Cloud-Lösungen, bei denen Daten und Prozesse extern laufen.

Im Vergleich zu anderen Projekten im Bereich digitaler Zahlungen, etwa der Partnerschaft von Silverflow und Hypergate, setzt IBM auf eine Mischung aus bestehender Zahlungsinfrastruktur und neuen Blockchain-Bausteinen. Ob sich dieser Weg durchsetzt, hängt davon ab, wie Banken und Aufsichtsbehörden reagieren.

Offene Fragen und wirtschaftliche Folgen

Viele Details bleiben offen. Es ist nicht bekannt, welche Institute die Beta schon nutzen. Auch zur Integration in Kernbankensysteme und zu den Kosten gibt es keine Angaben. Die Interoperabilität mit anderen Plattformen und die Unterstützung verschiedener digitaler Währungen sind ebenfalls ungeklärt. Für den deutschen und europäischen Markt zählt, wie die Lösung mit Datenschutz und IT-Sicherheit zusammenpasst. Die Bundesnetzagentur hebt in aktuellen Veröffentlichungen die Bedeutung von Resilienz und Verfügbarkeit für kritische digitale Infrastrukturen hervor, besonders im Finanzsektor. Mehr zu regulatorischen Anforderungen steht in der Bundesnetzagentur-Dokumentation zur Netzneutralität.

Die On-Premises-Beta gibt Banken die Chance, neue Technik unter realen Bedingungen zu testen. Sie müssen operative Risiken nicht an externe Anbieter abgeben. Ob daraus ein echter Vorteil wird, zeigt sich erst mit ersten Implementierungen und Erfahrungsberichten. IBMs Entscheidung für eine hybride Infrastruktur spiegelt die Unsicherheit vieler Marktteilnehmer gegenüber reinen Cloud-Modellen. Die Redaktion sieht darin einen gezielten Versuch, regulatorische Hürden und technische Skepsis im Finanzsektor anzugehen. Am Ende zählt, ob die Lösung in der Praxis Sicherheit und Effizienz bringt. Und wie schnell Banken bereit sind, ihre Prozesse zu öffnen.

Das Swift Ledger ist eine digitale Infrastruktur der Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (SWIFT). Es standardisiert den internationalen Zahlungsverkehr zwischen Banken. Mit Blockchain-Technologien lassen sich neue Formen digitaler Vermögenswerte wie tokenisierte Einlagen oder Stablecoins technisch abbilden. On-Premises-Lösungen erlauben es Instituten, Software und Daten im eigenen Rechenzentrum zu betreiben. Das ist für Datenschutz und Compliance entscheidend. Die Verbindung von klassischer Zahlungsinfrastruktur und Blockchain-Bausteinen gilt als Weg, regulatorische und technische Unsicherheiten im Finanzsektor anzugehen.

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