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Intel und Fortinet entwickeln gemeinsam neuen Sicherheitsprozessor SP6

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Intel und Fortinet entwickeln gemeinsam neuen Sicherheitsprozessor SP6 Glocalist Press
Intel und Fortinet entwickeln gemeinsam neuen Sicherheitsprozessor SP6

Intel und Fortinet haben eine strategische Partnerschaft zur Entwicklung des Fortinet Security Processors 6 angekündigt. Was die Kooperation für die Lieferkette und den Halbleitermarkt bedeutet, bleibt noch offen

Intel und Fortinet haben am 21. Juli 2026 eine strategische Zusammenarbeit bekannt gegeben, um gemeinsam den Fortinet Security Processor 6 (SP6) zu entwickeln. Die Ankündigung erfolgte offiziell durch beide Unternehmen und markiert eine Erweiterung ihrer bisherigen Partnerschaft im Bereich spezialisierter Sicherheitsprozessoren. Ziel ist es, die Kompetenzen von Fortinet bei anwendungsspezifischen integrierten Schaltkreisen (ASICs) mit Intels Erfahrung in Chipdesign, Packaging und Fertigung zu verbinden.

Hintergrund der Kooperation

Die Zusammenarbeit zwischen Intel und Fortinet baut auf einer langjährigen Beziehung auf, in der beide Unternehmen bereits bei der Entwicklung von Sicherheitslösungen kooperiert haben. Mit dem neuen Projekt soll ein hochintegrierter Prozessor entstehen, der komplexe Sicherheitsdienste für Unternehmen unterstützt. Nach Angaben der Unternehmen ist die Entwicklung des SP6 als Reaktion auf steigende Anforderungen an Leistung und Sicherheit in modernen IT-Infrastrukturen zu verstehen.

Im Rahmen der Vereinbarung übernimmt Intel die Fertigung der kundenspezifischen Chips für Fortinet. Damit gewinnt Intels Foundry-Sparte unter der Leitung des neuen CEO Lip-Bu Tan einen namentlich genannten Großkunden. Die Kooperation soll zudem die Widerstandsfähigkeit und Diversität der globalen Lieferkette von Fortinet stärken, indem sie auf mehrere Fertigungspartner setzt.

Technologische und wirtschaftliche Einordnung

Der Fortinet Security Processor 6 ist als anwendungsspezifischer Chip konzipiert, der speziell für den Einsatz in Sicherheitsanwendungen entwickelt wird. Solche ASICs ermöglichen es, bestimmte Aufgaben wie Datenverschlüsselung, Paketinspektion oder Zugriffskontrolle effizienter und mit geringerem Energieverbrauch zu erledigen als herkömmliche Universalprozessoren. Die genaue technische Spezifikation des SP6 wurde bislang nicht veröffentlicht. Auch Angaben zu Produktionsvolumen, Zeitplan oder Preisstruktur liegen derzeit nicht vor.

Für Intel ist die Partnerschaft ein Signal an den Markt, dass das Unternehmen seine Foundry-Dienstleistungen für externe Kunden ausbaut. Für Fortinet bietet die Zusammenarbeit die Möglichkeit, die eigene Produktstrategie im Bereich Hardware-Sicherheit zu beschleunigen und unabhängiger von einzelnen Fertigungspartnern zu werden. Ob und in welchem Umfang die Kooperation Auswirkungen auf den europäischen oder deutschen Markt haben wird, bleibt abzuwarten.

Offene Fragen und weitere Perspektiven

Die Ankündigung enthält bislang keine Angaben zu geplanten Auslieferungsterminen, Produktionskapazitäten oder konkreten Einsatzszenarien des SP6. Auch unabhängige technische Tests oder Benchmarks liegen noch nicht vor. Die Unternehmen haben angekündigt, ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Halbleitertechnologie, Fertigung und Infrastruktur weiter zu vertiefen. Ob daraus weitere gemeinsame Produkte oder Dienstleistungen entstehen, ist derzeit offen.

Für die internationale Halbleiterindustrie ist die Kooperation ein Beispiel für die zunehmende Bedeutung von Partnerschaften zwischen Chipdesignern und Fertigungsdienstleistern. Angesichts globaler Lieferkettenrisiken und wachsender Anforderungen an Cybersicherheit beobachten auch europäische Unternehmen und Behörden solche Entwicklungen aufmerksam. Die tatsächlichen Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit werden sich jedoch erst mit der Markteinführung des SP6 zeigen.

Ein anwendungsspezifischer integrierter Schaltkreis (ASIC) ist ein Chip, der für eine bestimmte Aufgabe oder einen definierten Funktionsbereich entwickelt wird. Im Unterschied zu universellen Prozessoren wie CPUs oder GPUs sind ASICs auf Effizienz und Leistung in ihrem Spezialgebiet optimiert. In der Cybersicherheit werden sie häufig eingesetzt, um rechenintensive Aufgaben wie Verschlüsselung oder Datenverkehrsanalyse mit hoher Geschwindigkeit und geringem Energieverbrauch zu bewältigen. Die Entwicklung und Fertigung solcher Chips erfordert enge Zusammenarbeit zwischen Designern und Herstellern, da Anpassungen an die jeweilige Anwendung und die Produktionsprozesse notwendig sind.

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