Mastercard stellt eine neue KI-Analytics-Plattform für B2B-Issuer vor. Was steckt dahinter, und welche Hürden gibt es bei der Umsetzung?
Mastercard bringt mit der Advanced B2B Analytics-Plattform ein neues Werkzeug für Banken-Emittenten und deren Unternehmenskunden auf den Markt. Die Absa Group aus Südafrika und die Emirates NBD aus Dubai gehören zu den ersten, die das System nutzen. Die Plattform wertet Accounts-Payable-Daten aus. Sie berechnet für Lieferanten einen Acceptance Propensity Score. Das ist eine Kennzahl, die zeigt, wie wahrscheinlich ein Lieferant Kartenzahlungen akzeptiert. Emittenten können so gezielt Lieferanten für Firmenkartenprogramme auswählen.
Mastercard betont, dass die Plattform Zahlungsdaten für Lieferanten in wenigen Minuten liefert. Früher gab es solche Infos nur in regelmäßigen Reports. Neu sind Monitoring-Dashboards und Analysen zum Working Capital. Das Ziel: Mehr Umsatz mit Firmenkarten, höhere Bankeinnahmen und bessere Steuerung des Umlaufvermögens für Unternehmen. Zusätzlich gibt es Beratung durch das Segment Advisors & Transformation.
Nach Angaben von Mastercard verbindet die Plattform Analytik mit Fachwissen rund um kommerzielle Zahlungen. Emittenten sollen gezielt Bereiche finden, in denen Kartenzahlungen den größten Nutzen bringen. Der Start ist Teil einer größeren Strategie. Daten, Analytik und KI sollen in alle Phasen kommerzieller Zahlungen einfließen. Mastercard sieht die Plattform als ersten Baustein. Künftig soll die Analytik auf weitere B2B-Transaktionen ausgeweitet werden.
Die Integration von KI und Echtzeit-Analytik in B2B-Zahlungsprozesse ist ein entscheidender Schritt für die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzsektors. Entscheidend bleibt die Einhaltung regulatorischer Vorgaben wie der DSGVO und die Gewährleistung von Datensouveränität.
Gerade für den deutschen und europäischen Markt ist die Einhaltung von Vorgaben wie der DSGVO und branchenspezifischer Compliance-Regeln Pflicht. Unternehmen müssen prüfen, ob die Datenverarbeitung im europäischen Rechtsraum stattfindet. Auch die Kompatibilität mit bestehenden IT-Systemen ist wichtig. Die Bundesnetzagentur und das BSI veröffentlichen dazu regelmäßig technische Leitlinien und Sicherheitsanforderungen. Diese gelten als Maßstab für die Integration neuer Plattformen. Mehr zu aktuellen Standards und regulatorischen Entwicklungen steht bei den Netzinnovationen der Bundesnetzagentur.
Der Wettbewerb bei KI-basierten B2B-Analytics-Lösungen nimmt zu. Neben großen Anbietern investieren auch spezialisierte Start-ups in solche Systeme. Für Finanzunternehmen zählt, welche Plattformen echte Verbesserungen bei Effizienz, Sicherheit und Steuerung bringen. Viele werben nur mit Innovationsversprechen. Nicht alle liefern Ergebnisse.
Künstliche Intelligenz in der Finanzbranche heißt: Algorithmen und datenbasierte Modelle automatisieren und optimieren Prozesse wie Zahlungsabwicklung, Betrugserkennung oder Kundenanalyse. Im B2B-Bereich geht es vor allem um die Auswertung großer Datenmengen und um konkrete Empfehlungen für das Geschäft. Entscheidend bleibt: Die Technik muss leistungsfähig sein, regulatorische Vorgaben müssen eingehalten werden, und die Integration in bestehende IT-Strukturen muss klappen.