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MaxSolar erhält 155 Millionen Euro für Ausbau von Solar- und Batteriespeichern

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

MaxSolar erhält 155 Millionen Euro für Ausbau von Solar- und Batteriespeichern Glocalist Press © glocalist.press
MaxSolar erhält 155 Millionen Euro für Ausbau von Solar- und Batteriespeichern © glocalist.press

MaxSolar sichert sich 155 Millionen Euro von Copenhagen Infrastructure Partners für den Ausbau von Photovoltaik- und Batteriespeicherprojekten in Deutschland. Was bedeutet das für die Energieinfrastruktur und den Wettbewerb

Am 5. Oktober 2026 meldete MaxSolar einen neuen Geldschub. 155 Millionen Euro fließen in den Ausbau von Photovoltaik- und Batteriespeicherprojekten in Deutschland. Das Geld kommt aus Fonds von Copenhagen Infrastructure Partners (CIP), einem der größten europäischen Investoren für Energieinfrastruktur. Mit dieser HoldCo-Fremdfinanzierung bekommt MaxSolar mehr Spielraum für neue Projekte. Internationale Kapitalströme gewinnen damit weiter an Bedeutung für die deutsche Energiewende.

Struktur und Umfang der Finanzierung

Die neue Finanzierung ersetzt eine ältere HoldCo-Finanzierung aus 2023. Sie soll die Finanzierungsstruktur der MaxSolar-Holding verbessern. Laut Unternehmen ist das Kapital für ein Portfolio von rund 1,3 Gigawatt gedacht. Davon entfallen 912 Megawatt auf Photovoltaik und 379 Megawatt auf Batteriespeicher. 440 Megawatt Photovoltaik und 25 Megawatt Co-Location-Batteriespeicher laufen bereits. Eine unabhängige Branchenmeldung nennt sogar 465 Megawatt als schon in Betrieb. Die Zahlen schwanken je nach Quelle. Die Finanzierung ist flexibel. Sie deckt Refinanzierung, Investitionen während der Bauphase und gezielte Projektübernahmen aus der eigenen Entwicklungsplattform ab.

Mehrere Beratungsfirmen prüften die Transaktion technisch, kommerziell, steuerlich und rechtlich. Akereos Capital war exklusiver Fremdkapitalberater für MaxSolar. Latham and Watkins sowie A&O Shearman übernahmen die rechtliche Beratung für beide Seiten. Die Due Diligence führten Fichtner Management Consulting, Aurora Energy Research, Deloitte und Latham & Watkins durch. Für die Umsetzung der Projekte sind aktuelle DIN- und EN-Normen Pflicht. Besonders wichtig sind DIN EN 50549 für Netzanschluss und DIN EN 62933 für Batteriesicherheit.

Marktposition und strategische Ziele

MaxSolar sieht sich als Entwickler und Betreiber von Infrastruktur für erneuerbare Energien, Energiespeicherung, Wärme und Mobilität. Der Hauptsitz liegt in Traunstein. Ziel ist es, Projekte von der Entwicklung bis in den eigenen Bestand zu bringen. Die Verbindung von Photovoltaik und Batteriespeichern soll den Wert jedes ans Netz angeschlossenen Megawatts steigern. Nach eigenen Angaben hat MaxSolar eine Projektpipeline von 6,1 Gigawatt. Das Unternehmen ist an sechs Standorten in Deutschland aktiv. Die neue Finanzierung unterstützt den Wandel vom klassischen EPC-Dienstleister zum unabhängigen Stromproduzenten (IPP). Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit im deutschen Markt für erneuerbare Energien.

Im September 2026 wurden in Deutschland 32 Solar-plus-Speicher-Projekte mit insgesamt 480 Megawatt bei einer durchschnittlichen Zuschlagsquote von 0,0514 Euro pro Kilowattstunde bezuschlagt - ein Beleg für die hohe Nachfrage und den zunehmenden Wettbewerb im Segment kombinierter Erzeugungs- und Speicherlösungen.

pv magazine Deutschland

Die Finanzierung durch CIP ist Teil der Green-Credit-Strategie. Sie richtet sich auf Projekte für erneuerbare Energien und moderne Energieinfrastruktur in OECD-Ländern. CIP verwaltet derzeit 15 Fonds mit rund 43 Milliarden Euro Gesamtvolumen. Das Unternehmen ist in mehr als 30 Ländern aktiv. Der CI Green Credit Fund II, die zweite Fondsgeneration, erreichte im März 2026 ein First Closing von 1,3 Milliarden Euro. Das Ziel liegt bei 2 Milliarden Euro. CIP tritt nicht als Projektentwickler auf. Es vergibt Kredite über die Fondsstruktur. So fließt institutionelles Kapital gezielt in nachhaltige Infrastrukturprojekte.

Wettbewerb und Infrastrukturentwicklung

Mit der neuen Finanzierung baut MaxSolar seine Position im deutschen Markt für erneuerbare Energien aus. Das zugesagte Kapital hilft beim Ausbau von Photovoltaik- und Batteriespeicherprojekten. Das ist wichtig für Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit von Industrie, Technologieunternehmen und Kommunen. Die Verbindung von Erzeugung und Speicherung wird immer mehr als Schlüssel für ein flexibles Stromsystem gesehen. Die Bundesnetzagentur hebt in aktuellen Berichten die Bedeutung von Speicherlösungen für die Netzstabilität hervor. Sie fordert, regulatorische Hürden weiter abzubauen. Mehr zu den Regeln und aktuellen Ausschreibungen steht im Solarausschreibungsportal der Bundesnetzagentur.

Im Vergleich zu anderen Großprojekten, etwa dem von Leag in der Lausitz geplanten Ausbau von Wind-, Solar- und Batteriespeichern, zeigt sich: Der Wettbewerb um Kapital und Standorte für Speicherlösungen in Deutschland wird härter. Die Finanzierung von MaxSolar ist ein weiteres Beispiel dafür, wie internationale Investoren gezielt in deutsche Energieinfrastruktur investieren. Sie wollen von den regulatorischen Rahmenbedingungen und Marktchancen profitieren.

Offene Fragen und Bewertung

Ob die geplanten Projekte wie vorgesehen umgesetzt werden, hängt von Genehmigungen, Netzanschlusskapazitäten und der Entwicklung der Strommärkte ab. Es ist offen, wie schnell MaxSolar die restlichen Kapazitäten aus dem Portfolio ans Netz bringen kann. Auch die Wirtschaftlichkeit von Batteriespeichern bleibt abhängig von Marktpreisen, Förderbedingungen und technologischem Fortschritt. Die Finanzierung durch CIP zeigt das Vertrauen institutioneller Investoren in die deutsche Energiewende. Sie ersetzt aber nicht die Notwendigkeit, regulatorische und technische Hürden konsequent anzugehen. Entscheidend ist, dass solche Kapitalzusagen in echte Projekte und messbare Kapazitäten umgesetzt werden.

Speicherkapazität meint die maximale Energiemenge, die ein Batteriesystem aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben kann. Sie wird in Megawattstunden (MWh) oder Gigawattstunden (GWh) gemessen. Das ist zentral für die Integration erneuerbarer Energien ins Stromnetz. Photovoltaikanlagen liefern Strom nur bei Sonne. Batteriespeicher machen die Nutzung zeitversetzt möglich und erhöhen so Flexibilität und Stabilität des Systems. Die Wirtschaftlichkeit von Speicherkapazitäten hängt von Investitionskosten, Lebensdauer, Wirkungsgrad und den erzielbaren Erlösen am Strommarkt ab.

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