Morgan Stanley bewertet Intel weiterhin mit Equal Weight und erwartet für das zweite Quartal 2026 starke Impulse im Serversegment sowie positive Entwicklungen in der Foundry-Sparte. Die endgültigen Zahlen stehen noch aus
Vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen von Intel hat die US-Investmentbank Morgan Stanley am 20. Juli 2026 ihre Einschätzung zum Halbleiterhersteller aktualisiert. Im aktuellen Research-Bericht bleibt das Rating für die Aktie von Intel Corp. bei "Equal Weight". Die Analysten verweisen auf eine beschleunigte Entwicklung im Servergeschäft und eine verbesserte Stimmung rund um die Foundry-Sparte, während die endgültigen Ergebnisse für das zweite Quartal noch ausstehen.
Aktuelle Geschäftszahlen und Entwicklung
Im ersten Quartal 2026 erzielte Intel nach US-GAAP einen Nettoumsatz von 13,577 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Bruttomarge verbesserte sich leicht auf 37,5 Prozent (Vorjahr: 36,9 Prozent). Das operative Ergebnis blieb jedoch negativ und lag bei minus 3,136 Milliarden US-Dollar, nachdem im Vorjahr ein operativer Verlust von 301 Millionen US-Dollar ausgewiesen wurde. Die operative Marge verschlechterte sich damit auf minus 23,1 Prozent (Vorjahr: minus 2,4 Prozent). Der bereinigte Free-Cash-Flow lag bei minus 2,016 Milliarden US-Dollar, was eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert von minus 3,680 Milliarden US-Dollar darstellt.
Bewertung der Geschäftsbereiche
Im Vorfeld der Veröffentlichung der Zahlen für das zweite Quartal 2026 hebt Morgan Stanley insbesondere das Servergeschäft hervor. Die Analysten erwarten in diesem Segment "sehr gute" Ergebnisse, was auf eine anhaltende Nachfrage nach leistungsfähigen Rechenzentren und Serverprozessoren hindeutet. Auch für die Foundry-Sparte, in der Intel als Auftragsfertiger für andere Halbleiterunternehmen agiert, wird eine positive Entwicklung prognostiziert. Konkrete Zahlen oder unabhängige Bestätigungen für diese Erwartungen liegen zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht vor.
Einordnung und offene Fragen
Die Einschätzung von Morgan Stanley basiert auf einer Analyse der bisherigen Geschäftsentwicklung und der Markttrends im Halbleitersektor. Während das Umsatzwachstum und die Bruttomarge auf eine gewisse Erholung hindeuten, bleibt die Profitabilität von Intel weiterhin eingeschränkt. Die operative Marge ist deutlich negativ, und auch der Free-Cash-Flow bleibt im Minus. Die Analysten sehen dennoch Potenzial in einzelnen Geschäftsbereichen, insbesondere im Server- und Foundry-Segment. Ob sich diese Erwartungen in den endgültigen Quartalszahlen bestätigen, bleibt abzuwarten.
Die Bewertung von Unternehmen wie Intel durch Investmentbanken wie Morgan Stanley ist ein wichtiger Indikator für Investoren, ersetzt jedoch keine unabhängige Analyse der tatsächlichen Geschäftsentwicklung. Das "Equal Weight"-Rating signalisiert eine neutrale Haltung und spiegelt wider, dass sowohl Chancen als auch Risiken für die weitere Entwicklung bestehen. Für den europäischen Markt bleibt Intel als einer der weltweit größten Halbleiterhersteller relevant, insbesondere im Kontext der wachsenden Nachfrage nach Rechenzentrumsinfrastruktur und der strategischen Bedeutung von Halbleiterfertigung.
Der Begriff "Foundry" bezeichnet im Halbleitersektor Unternehmen oder Geschäftsbereiche, die als Auftragsfertiger für andere Chipentwickler tätig sind. Während klassische Halbleiterunternehmen sowohl Entwicklung als auch Fertigung in einer Hand halten, spezialisieren sich Foundries auf die Produktion von Chips nach den Vorgaben externer Kunden. Diese Trennung gewinnt an Bedeutung, da immer mehr Unternehmen eigene Chipdesigns entwickeln, aber keine eigenen Fertigungskapazitäten aufbauen. Für Intel ist der Ausbau der Foundry-Sparte ein strategischer Schritt, um neue Umsatzquellen zu erschließen und unabhängiger von zyklischen Schwankungen im eigenen Produktgeschäft zu werden.