NextEra Energy plant ein 22,3-Milliarden-Dollar-Kraftwerk in Texas. Auch NU E Power und Primoris reagieren auf den wachsenden Stromhunger von KI und Rechenzentren.
In Encinal, Texas, entsteht ein Energiecampus mit einem Volumen von 22,3 Milliarden US-Dollar. NextEra Energy, Related Companies und Lewis Energy Group wurden am 30. September 2026 von den US- und südkoreanischen Regierungen für das Project Star ausgewählt. Das Projekt ist das erste große Vorhaben im Rahmen des neuen amerikanisch-koreanischen Investitionsabkommens. Internationale Zusammenarbeit im Energiesektor nimmt zu.
Gigawatt für Rechenzentren
Im Zentrum steht ein Gaskraftwerk mit 6,47 Gigawatt Nettoleistung. Es soll einen direkt angrenzenden Rechenzentrumscampus von Related Digital mit 5 Gigawatt versorgen. Überschüssiger Strom fließt ins texanische Netz ERCOT. Das hilft, die Netzstabilität in einer Region mit wachsendem Energiebedarf zu sichern. Die ersten Kraftwerksblöcke könnten ab 2029 ans Netz gehen. Der komplette Ausbau ist bis 2032 geplant. Ohne alle nötigen Genehmigungen läuft nichts. Das gilt auch für ähnliche Projekte in Deutschland, wie die Bundesnetzagentur fordert.
Die Versorgungssicherheit digitaler Infrastrukturen erfordert eine vorausschauende Planung von Erzeugungskapazitäten, Netzausbau und Speicherlösungen. Projekte dieser Größenordnung müssen regulatorisch eng begleitet werden, um Systemstabilität und Klimaziele zu gewährleisten.
Rechenzentren treiben den Bau neuer Kraftwerke voran. Stromerzeugung, Netzzugang und schnelle Kapazitäten sind zur strategischen Ressource geworden. NextEra Energy will sich als Schlüsselspieler für KI-Infrastruktur positionieren. Die Technik des Projekts richtet sich nach DIN EN 50600 für Rechenzentren. Energieeffizienz und Versorgungssicherheit nach ISO 50001 sind Pflicht.
NU E Power und Primoris setzen neue Schwerpunkte
Auch andere Firmen reagieren. NU E Power verfolgt einen "Develop-to-Divest"-Ansatz. Das Unternehmen baut sein Führungsteam aus, entwickelt Energieprojekte und verkauft sie weiter. In Alberta betreibt NU E Power bereits eine Anlage. Kürzlich kam ein 145-Megawatt-Solarprojekt mit Batteriespeicher dazu. Die Kasse wurde durch eine Privatplatzierung mit 3,86 Millionen kanadischen Dollar Bruttoerlös gestärkt.
Primoris Services plant, baut und wartet kritische Infrastruktur für Energieversorger und erneuerbare Energien in den USA und Kanada. Sechs Solarprojekte machten zuletzt Probleme. Das Management zeigt sich trotzdem zuversichtlich. Ein Aktienrückkaufprogramm über 150 Millionen US-Dollar ist abgeschlossen. Bis 2027 rechnet Primoris mit einer schrittweisen Erholung der Gewinnmargen.
Wettlauf um Kapazitäten
Die neuen Investitionen zeigen, wie Unternehmen auf den steigenden Strombedarf durch KI und Rechenzentren reagieren. Kraftwerke, Solarparks, Speicher und Netzanschlüsse werden zum Wettbewerbsfaktor. In Texas setzt das NextEra-Projekt einen neuen Maßstab für digitale Infrastruktur. Auch anderswo entstehen vergleichbare Projekte. In Deutschland etwa wächst der Bau großer Batteriespeicher, wie bereits berichtet wurde.
Internationale Partner und staatliche Stellen finanzieren die Großprojekte. Das verschiebt Risiken und macht solche Vorhaben erst möglich. Ohne öffentliche Unterstützung wären sie kaum realisierbar. Noch ist offen, wie sich die Abhängigkeit von fossilen Energien und die Integration erneuerbarer Quellen langfristig auf Versorgungssicherheit und Klimabilanz auswirken. Die Bundesnetzagentur liefert regelmäßig Analysen zu Versorgungssicherheit und Netzausbau. Diese gelten als Referenz für die Bewertung solcher Projekte. Mehr dazu unter Versorgungssicherheit.
Regulierung und Märkte im Wandel
Die Entwicklung in den USA zeigt: Der Ausbau der Energieinfrastruktur für KI und Rechenzentren ist nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich und regulatorisch eine Herausforderung. Unternehmen müssen sich auf neue Marktbedingungen, Finanzierungsmodelle und höhere Anforderungen an Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit einstellen. Stromnetze, Speicher und flexible Kapazitäten werden immer wichtiger. Die Bundesnetzagentur und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) fordern, Cybersecurity-Standards wie BSI-KritisV und EN 50600 in die Planung neuer Energie- und Rechenzentrumsinfrastruktur einzubeziehen. Mehr dazu unter BSI-KRITIS.
Für Europa bleibt die Frage, wie schnell ähnliche Projekte umgesetzt werden können. Öffentliche Förderung und Regulierung spielen eine große Rolle. Die Erfahrungen aus den USA könnten als Vorlage für künftige Energieinfrastruktur in Deutschland und Europa dienen. Entscheidend ist, ob die Versorgung digitaler Infrastrukturen mit Energiewende und Klimaschutz vereinbar bleibt. Der Wettbewerb um Kapazitäten und Netzzugang läuft längst. Die Spielregeln für Energieunternehmen ändern sich.
Ein Energiecampus ist ein großer Standort, an dem mehrere Kraftwerke, Speicher und Netzinfrastruktur gebündelt werden. Ziel ist es, große Verbraucher wie Rechenzentren direkt zu versorgen. Solche Standorte erlauben eine flexible Steuerung der Stromflüsse und können verschiedene Energiequellen kombinieren. Für Betreiber von Rechenzentren bringt das Vorteile bei Versorgungssicherheit, Kosten und Skalierbarkeit. Die Planung und Finanzierung solcher Projekte ist komplex. Unternehmen, Investoren und Behörden müssen eng zusammenarbeiten.