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Nuvei und Kolleno setzen auf KI für automatisierte B2B-Zahlungsabwicklung

Nil Bed Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nil Bed

Nuvei und Kolleno setzen auf KI für automatisierte B2B-Zahlungsabwicklung Glocalist Press © glocalist.press
Nuvei und Kolleno setzen auf KI für automatisierte B2B-Zahlungsabwicklung © glocalist.press

Nuvei und Kolleno starten eine Partnerschaft, um mit KI-Technologie die Effizienz und Genauigkeit im B2B-Zahlungsverkehr zu verbessern. Was bedeutet das konkret für Unternehmen?

Automatisierte Zahlungsprozesse im B2B-Bereich entwickeln sich weiter: Am 14. September 2026 haben Nuvei und Kolleno eine Partnerschaft angekündigt, die künstliche Intelligenz gezielt für die Optimierung von Zahlungseingängen und das Forderungsmanagement einsetzt. Ziel ist es, Unternehmen weltweit eine effizientere und fehlerärmere Abwicklung ihrer Order-to-Cash-Prozesse zu ermöglichen. Dafür wird die globale Zahlungsinfrastruktur von Nuvei direkt in die Arbeitsabläufe von Kolleno integriert. Geschäftskunden können so Rechnungen begleichen, ohne die Plattform zu verlassen.

Partnerschaft mit Schwerpunkt KI-Integration

Die Kooperation verbindet die Zahlungsplattform von Nuvei mit den KI-basierten Technologien von Kolleno. Kolleno versteht sich als Order-to-Cash-Plattform, die speziell auf B2B-Finanzprozesse und die Automatisierung des gesamten Ablaufs von der Rechnungsstellung bis zum Inkasso ausgerichtet ist. Die Integration soll sich nahtlos in bestehende Finanz-Workflows einfügen, ohne dass Unternehmen ihre Systeme wechseln müssen. Damit erfüllt sie die Anforderungen moderner Unternehmenssoftware, etwa zertifizierte Prozessintegration nach EN ISO 9001:2015 und die Interoperabilität mit etablierten ERP-Systemen.

Im Fokus steht die Automatisierung komplexer Aufgaben wie Zahlungsabgleich, Mahnwesen und Fehlererkennung. Kolleno bringt KI-Algorithmen ein, die Zahlungsausfälle und Verzögerungen frühzeitig erkennen und Prozesse anpassen können. Nuvei liefert die Infrastruktur für die Zahlungsabwicklung und Schnittstellen zu verschiedenen Zahlungsarten. Die Lösung ist international ausgerichtet und entspricht damit aktuellen Anforderungen an globale Zahlungsnetzwerke, wie sie auch von der Bundesnetzagentur im Zuge der Digitalisierung und der Umsetzung der EU-Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) gefordert werden.

Technische Details und aktueller Stand

Bisher haben die Unternehmen keine Angaben zu Nutzerzahlen, Transaktionsvolumen oder möglichen Einsparungen veröffentlicht. Auch Informationen zu Pilotkunden, regionalen Einschränkungen oder geplanten Erweiterungen fehlen. Nach eigenen Angaben ist die Lösung zunächst als Modul für bestehende ERP- und Buchhaltungssysteme gedacht. Wie stark sie sich am Markt durchsetzt, bleibt offen, da unabhängige Tests und Erfahrungsberichte bislang nicht vorliegen.

Die Integration von KI-basierten Zahlungs- und Forderungsmanagement-Lösungen in bestehende Unternehmensprozesse muss nachweislich den Anforderungen der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und den Vorgaben der Bundesnetzagentur für sichere digitale Zahlungsdienste entsprechen.BundesnetzagenturRegulierungsbehörde für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen

Die Partnerschaft ist Teil einer Reihe von Initiativen, bei denen KI-Technologien zur Automatisierung von Finanzprozessen eingesetzt werden. Ähnliche Ansätze gibt es bereits in anderen Bereichen des Zahlungsverkehrs, etwa bei A2A-Plattformen, wie ein früherer Bericht zeigt.

Marktrelevanz und offene Fragen

Für Unternehmen mit hohen Forderungsvolumina und komplexen Zahlungsströmen kann die Automatisierung durch KI die Effizienz steigern. Weniger manuelle Eingriffe bedeuten geringere Fehlerquoten und eine schnellere Abwicklung. Unklar bleibt, wie zuverlässig die Algorithmen im Alltag arbeiten und wie sie mit Ausnahmen oder unvollständigen Daten umgehen.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist die Integration in bestehende IT-Landschaften. Viele Unternehmen arbeiten mit gewachsenen Systemen, deren Anbindung an neue KI-Module zusätzlichen Aufwand bedeuten kann. Auch Datenschutz und Datenhoheit spielen bei der Verarbeitung sensibler Finanzdaten eine Rolle, besonders im europäischen Kontext. Die Bundesnetzagentur hebt in ihren Leitlinien die Bedeutung sicherer Schnittstellen und die Einhaltung technischer Mindestanforderungen für digitale Zahlungsdienste hervor. Weitere Informationen zu regulatorischen Vorgaben finden sich in der offiziellen Übersicht der Bundesnetzagentur.

Einordnung der Entwicklung

Die Ankündigung von Nuvei und Kolleno steht für den Trend zur Automatisierung im Finanzsektor, bleibt aber bislang auf die Ebene einer strategischen Partnerschaft und technischen Integration beschränkt. Ohne unabhängige Leistungsdaten oder Erfahrungswerte lässt sich der tatsächliche Nutzen für Unternehmen noch nicht beurteilen. Entscheidend wird sein, ob die versprochene Effizienzsteigerung und Fehlerreduktion im Alltag nachweisbar sind und wie flexibel die Lösung auf unterschiedliche Unternehmensgrößen und Branchen reagiert. Bis dahin ist die Partnerschaft vor allem ein Zeichen für den wachsenden Wettbewerbsdruck im Markt für digitale Zahlungsdienste, in dem KI zunehmend als Unterscheidungsmerkmal eingesetzt wird.

Im Bereich digitaler Zahlungsabwicklung bezeichnet Order-to-Cash den gesamten Prozess von der Auftragserteilung bis zum Zahlungseingang. Dazu gehören Angebotserstellung, Rechnungsstellung, Zahlungsabwicklung, Mahnwesen und Reporting. Die Automatisierung dieses Prozesses durch KI kann Fehlerquellen verringern und die Liquidität von Unternehmen verbessern. Entscheidend für den Erfolg solcher Lösungen ist die reibungslose Integration in bestehende Systeme und die Einhaltung regulatorischer Vorgaben, insbesondere beim Datenschutz und der Datenverarbeitung in Europa.

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