Am 13. Oktober starteten Pacifico Energy und PTSC Untersuchungen am Meeresboden vor Ho-Chi-Minh-Stadt. Die Arbeiten sind ein früher Prüfschritt für das geplante 500-MW-Projekt, kein Baubeschluss.
Am 13. Oktober 2026 startete die Untersuchung im Unterhafen von PTSC. Vor der Küste von Ho-Chi-Minh-Stadt prüfen Pacifico Energy Vietnam und PTSC Marine G&S den Standort für den geplanten Offshore-Windpark Nam Bo mit einer vorgesehenen Leistung von 500 MW. PTSC Marine G&S ist eine Tochtergesellschaft der Vietnam Petroleum Technical Services Corporation. Die Kampagne beginnt mit geophysikalischen Arbeiten, berichtete Thanh Niên.
Erfasst werden das Relief des Meeresbodens und geologische Bedingungen. Auch natürliche Standortfaktoren fließen in die Prüfung ein. Die Daten sollen die technische Bewertung des Standorts und die Vorbereitung der Entwurfsplanung unterstützen. Sie bedeuten weder einen Baubeschluss noch eine endgültige Investitionsentscheidung.
PTSC Marine G&S führt die Arbeiten gemeinsam mit Pacifico Energy durch und bringt Erfahrung mit technischen Offshore- und Ölfelddienstleistungen ein. Welche Messverfahren nach den anfänglichen geophysikalischen Untersuchungen folgen, ist bislang offen. Auch Dauer und Zeitplan für die Ergebnisse wurden nicht bekannt gegeben.
Zu den Kosten gibt es ebenfalls keine Angaben. Unklar bleiben zudem der Netzanschluss und ein möglicher Baubeginn.
Damit steckt das Vorhaben noch in einer frühen Entwicklungsphase. Die geplanten 500 MW sind die vorgesehene Kapazität, keine bereits installierte oder erzeugte Leistung. Erst nach der Auswertung der Standortdaten können weitere technische und wirtschaftliche Prüfungen folgen.
Pacifico Energy prüft insgesamt zwei Offshore-Projekte mit einer geplanten Gesamtleistung von 1,8 GW. Neben Nam Bo mit 500 MW vor Ho-Chi-Minh-Stadt gehört Nam Trung Bo 3 dazu. Für dieses Projekt sind 1.300 MW in einem Meeresgebiet vor der Provinz Lam Dong vorgesehen.
Die Genehmigung für Untersuchungen am Standort Nam Bo kam im Februar 2026. Im September folgte die Zustimmung für Nam Trung Bo 3. Das vietnamesische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt erlaubte die Nutzung der Meeresgebiete für Untersuchungsarbeiten, nicht aber den Bau oder die Stromerzeugung. Công Thương berichtete über die Genehmigungen und den Umfang der Projekte.
Pacifico Energy beziffert das mögliche Investitionspotenzial seines Portfolios in späteren Entwicklungsphasen auf mehr als sechs Milliarden US-Dollar. Das ist weder ein bewilligtes Budget noch zugesagtes Kapital oder bereits getätigter Aufwand. Auch MarketTimes griff die Summe auf.
Pacifico Energy ist seit 2017 im vietnamesischen Bereich der erneuerbaren Energien aktiv. Das Unternehmen entwickelte das Solarkraftwerk Mui Ne mit 40 MW in Lam Dong. Das Windkraftwerk Sunpro mit 30 MW in Vinh Long nahm im Dezember 2025 den kommerziellen Betrieb auf.
Diese Projekte belegen die Aktivitäten des Unternehmens in Vietnam, sagen aber nichts darüber aus, ob die geplanten Offshore-Anlagen gebaut werden. Eine frühere Meldung zur Entwicklung erneuerbarer Projekte behandelte den Verkauf eines Solarprojekts von BayWa r.e. an iAccess Energy. Dabei ging es um ein Vorhaben in Maroldsweisach, nicht um die Offshore-Planung in Vietnam.
Pacifico Energy Vietnam sieht in Nam Bo die Chance, größere Mengen sauberen Stroms bereitzustellen und eine neue Industrie in Vietnam zu fördern. Das Unternehmen nennt internationale Investitionen und technologische Entwicklung als mögliche Folgen. Es erwartet zudem neue Arbeitsplätze. Auch vietnamesische Firmen könnten von Geschäftsmöglichkeiten profitieren. Beschäftigtenzahlen, konkrete Aufträge und ein Bauzeitplan liegen bislang nicht vor.
Am 23. September 2026 trafen sich Vietnams Generalsekretär und Präsident To Lam sowie Nate Franklin, Vorsitzender und Gründer der Pacifico Energy Group, in New York. Vertreter der Unternehmensgruppe bekräftigten bei dem Treffen ihr Engagement für weitere Investitionen in Vietnams Energieinfrastruktur. Die Standortuntersuchungen laufen weiterhin als vorbereitender Schritt.
Das Ausgangsmaterial nennt keine direkte Beteiligung Deutschlands oder der EU. Im Mittelpunkt steht eine US-Unternehmensgruppe, die gemeinsam mit einem vietnamesischen technischen Dienstleister Standortdaten für zwei Offshore-Windprojekte erhebt. Die zusammen 1,8 GW sind geplante Projektkapazitäten. Bei Offshore-Windkraft bezeichnet die Leistung die vorgesehene Nennkapazität eines Windparks. Die tatsächlich erzeugte Strommenge hängt von den Standortbedingungen und dem Betrieb ab. Eine Meeresbodenuntersuchung liefert Daten für die technische Bewertung und den Entwurf. Sie ersetzt weder eine Investitionsentscheidung noch den Nachweis, dass ein Projekt gebaut wird.