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Plug Power rutscht trotz Großauftrag auf ein neues Jahrestief

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Plug Power rutscht trotz Großauftrag auf ein neues Jahrestief Glocalist Press © glocalist.press
Plug Power rutscht trotz Großauftrag auf ein neues Jahrestief © glocalist.press

Nach dem Ende einer US-Kreditgarantie über 1,66 Milliarden USD fällt die Plug-Power-Aktie weiter. Bei Projekten von ITM Power und NU E Power hängt viel davon ab, ob aus Plänen tragfähige Vorhaben werden.

Am 8. Oktober meldete Plug Power eine Vereinbarung mit Arcadia eFuels: Das Unternehmen soll GenEco-Elektrolyseure mit insgesamt 280 MW Leistung für das ENDOR-Projekt im dänischen Hafen Vordingborg liefern.

Mitte Oktober fiel die Aktie auf 1,58 USD und damit auf ein neues Jahrestief. Laut Investing.com hatte sie am 9. Oktober bereits bei rund 1,70 USD ein neues 52-Wochen-Tief erreicht. Im August beendete das US-Energieministerium zudem eine Kreditgarantie über 1,66 Mrd. USD. Die Kursentwicklung zeigt, wie eng die Bewertung mit der Finanzierung und der Umsetzung von Energieprojekten verknüpft ist.

Plug Power zufolge soll die Anlage täglich rund 110 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff erzeugen. Der Wasserstoff ist für die Herstellung von synthetischem Flugkraftstoff vorgesehen, kurz e-SAF. Der Vereinbarung gingen etwa drei Jahre gemeinsamer Ingenieurarbeit voraus. CEO Andy Marsh nannte ENDOR das erste Vorhaben einer breiteren Zusammenarbeit. Plug Power soll zugleich bevorzugter Elektrolyseur-Lieferant für weitere e-SAF-Projekte von Arcadia in Europa und Amerika werden. Über die Vereinbarung berichtete Energies Media.

Zur Kooperation gehören vier weitere geplante Projekte. Ihre potenzielle Elektrolyseurleistung liegt zusammengenommen bei mehr als 1 GW. Das ist eine Pipeline, kein bestätigtes Auftragsvolumen.

Für ENDOR hängt der Lieferbeginn vom offiziellen "Notice to Proceed" ab. Plug Power hat weder einen verbindlichen Lieferzeitplan noch den Auftragswert veröffentlicht. Auch die endgültigen Investitionskosten des Projekts sind offen. Die vereinbarten 280 MW stehen deshalb weder für bereits ausgelieferte Anlagenleistung noch für verbuchte Einnahmen.

Der Kurs gab trotz des Auftrags weiter nach. Investing.com berichtete, Plug Power habe im zweiten Quartal 2026 die Wall-Street-Erwartungen bei Umsatz und Gewinn übertroffen. Die anhaltenden Verluste und Zweifel an einer dauerhaft tragfähigen Profitabilität belasteten die Stimmung jedoch weiter. Für das Elektrolyseurgeschäft zählen neben der Fertigungskapazität auch die tatsächlichen Kosten der GenEco-Anlagen. Ihre Bruttomarge bleibt ebenfalls entscheidend.

Der für den 10. November angekündigte Bericht zum dritten Quartal ist der nächste im Ausgangsmaterial genannte Termin für Anleger. Ein Rückgang der Aktie unter 1,00 USD bleibt ein charttechnisches Risiko, steht aber nicht fest.

Mehrere Belastungen kommen zusammen. Nach drei großen Kapitalerhöhungen bis Mitte 2025 wächst die Sorge, dass neue Aktien die bestehenden Anteile weiter verwässern könnten. COO Dean C. Fullerton will Ende Oktober zurücktreten. Bereits im März 2026 war der langjährige Vorstandschef Andy Marsh ausgeschieden. Auf die anfängliche Euphorie nach der Ernennung von Jose Luis Crespo folgte ein erneuter Kursverfall.

NU E Power setzt auf ein anderes Vorgehen: Das kanadische Unternehmen sichert sich zunächst Grundstücke und Netzkapazitäten, bevor es Standorte bis zur Baureife entwickelt. Die geplante Übernahme des Hays-Projekts in Alberta könnte NU E Power erstmals die vollständige Kontrolle über einen kombinierten Solar- und Speicherstandort verschaffen.

Der Abschluss ist nicht gesichert. Die Absichtserklärung ist unverbindlich, sieben Bedingungen müssen noch erfüllt werden. Hays hat weder eine endgültige Netzanschlussvereinbarung noch einen Stromabnahmevertrag.

Solarstrom und Batteriespeicher können die Einspeisung zeitlich verschieben. So lässt sich die Stromabgabe besser auf den Bedarf großer Industriekunden oder von Rechenzentren abstimmen. Die Internationale Energieagentur bezeichnet die Kombination in ihrem Bericht "World Energy Investment" als weltweit am schnellsten wachsendes Segment der Investitionen in saubere Energie. Ein Batterieprojekt in der Lausitz zeigt ebenfalls, wie Speicher in größere Erneuerbaren-Vorhaben eingebunden werden.

Bis Einnahmen fließen, kostet die Projektentwicklung Geld. NU E Power meldete im vergangenen Quartal keine Umsätze und einen Nettoverlust von 1,41 Mio. CAD. Eine Privatplatzierung brachte im August 3,86 Mio. CAD ein. Laut Ausgangsmaterial reicht das Kapital für mehrere Monate. Mit COO John Windsor und Direktor Peter Espig von Nicola Mining holte das Unternehmen zudem Führungskräfte mit Kapitalmarkterfahrung an Bord.

Bei ITM Power steht ein Großprojekt im Mittelpunkt. Eine Tochtergesellschaft unterzeichnete eine vorläufige Absichtserklärung für ein 150-MW-Vorhaben mit einer europäischen Ölraffinerie. Hydropulse soll es im "Build - Own - Operate"-Modell umsetzen. Der Kunde stellt Grundstück und Strom bereit. Damit wäre das Projekt weniger direkt den Schwankungen europäischer Strompreise ausgesetzt. Bislang liegt allerdings nur eine vorläufige Vereinbarung vor, kein fertiggestelltes Projekt.

Die finanziellen Erwartungen bleiben hoch: Für 2026 werden ITM Power 42,5 Mio. GBP Umsatz zugeschrieben, während der Marktwert bei 767 Mio. EUR liegt. Im Mai hatte sich der Aktienkurs verdreifacht, seitdem verlor er mehr als die Hälfte. Planbare Erlöse aus dem Betreibermodell könnten die Geschäftsentwicklung stützen. Sie hängen jedoch davon ab, dass das Projekt umgesetzt wird.

Nel ASA bietet alkalische und PEM-Elektrolyseure an und erhielt einen Millionenauftrag der EU für containerisierte PEM-Anlagen. Mit Rheinmetall vereinbarte das Unternehmen außerdem, dezentrale Anlagen zur Produktion synthetischer Kraftstoffe zu prüfen. Für das norwegische "Slagen"-Projekt zur Herstellung von grünem Ammoniak liefert Nel ebenfalls Anlagen.

Den Aufträgen und Kooperationen steht eine angespannte Finanzlage gegenüber: Nel schreibt weiterhin Verluste und verbraucht viel Liquidität. Der langjährige CEO Håkon Volldal soll zum Jahresende ausscheiden. Zuletzt notierte die Aktie um 2,00 NOK beziehungsweise 0,205 EUR. LSEG Refinitiv verzeichnete im Ausgangsmaterial nur eine Kaufempfehlung; der Markt wartet auf die Suche nach einer neuen Führungsspitze.

Der Strombedarf wächst durch Elektrifizierung und KI-Rechenzentren. Die EU-Strommarktreform und RED III setzen laut Ausgangsmaterial auf schnellere Genehmigungen. Für grünen Wasserstoff und flexible Speicher in der Industrie gelten verbindliche Vorgaben. Unternehmen müssen ihre Projekte finanzieren und den Netzanschluss sichern. Auch eine Abnahme sowie die regulatorischen Anforderungen müssen geklärt sein. Plug Power legt seinen nächsten wichtigen Termin mit dem Bericht zum dritten Quartal am 10. November vor.

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