Auf dem früheren AKW-Gelände in Brunsbüttel soll bis Ende 2028 ein Speicher mit 254 Megawatt ans Netz gehen. Fluence übernimmt Bau und langfristigen Service.
Bislang gibt es in Brunsbüttel noch keine Batterieanlage.
Am 14. Oktober 2026 machten Vattenfall und Fluence den Auftrag für das Gelände des stillgelegten und im Rückbau befindlichen Atomkraftwerks in Schleswig-Holstein bekannt. Vattenfall nennt das Vorhaben das größte Batterieprojekt seiner Unternehmensgeschichte und eines der größten in Deutschland. Die geplante Inbetriebnahme ist bis Ende 2028 vorgesehen.
Ausgelegt ist der Speicher auf vier Stunden. Er soll 254 Megawatt Leistung und mehr als 1.000 Megawattstunden Kapazität erreichen. Megawatt beziffern die Leistung, die das System zu einem Zeitpunkt abgeben kann; Megawattstunden geben die gespeicherte Energiemenge an. Bei voller Nennleistung entspräche die Kapazität rechnerisch etwa vier Stunden Betrieb. Tatsächlich hängt die verfügbare Dauer von den Betriebsbedingungen und den vorgesehenen Batteriereserven ab.
Der Bau soll 2027 beginnen. Bis Ende 2028 ist der Anschluss an das 380-Kilovolt-Netz von 50Hertz geplant, ebenso die Inbetriebnahme. Vattenfall und Fluence beschreiben das Vorhaben als Neubau auf dem Gelände des früheren Kraftwerks, nicht als bereits errichtete oder laufende Anlage.
Fluence soll den Speicher schlüsselfertig errichten und langfristig betreuen. Laut Mitteilung der Unternehmen übernimmt Fluence die Planung und Beschaffung. Auch Bau und Inbetriebnahme gehören zum Auftrag, ebenso die Serviceleistungen. Zum Einsatz kommt die Gridstack Pro 5000-Plattform. Sie bündelt Batteriesysteme mit Leistungselektronik; ein Energiemanagementsystem ist ebenfalls vorgesehen.
Vattenfall rechnet damit, dass die Anlage seine bestehende Batteriespeicherkapazität nahezu verdoppelt. Der Konzern sieht das Projekt als Teil seiner Flexibilitätsstrategie und erwartet, dass es die Integration erneuerbarer Energien unterstützt. Die Vier-Stunden-Auslegung erlaubt grundsätzlich, gespeicherte Energie zeitversetzt abzugeben. Konkrete Einsatzmärkte oder Betriebsfunktionen hat Vattenfall nicht genannt.
Für Fluence setzt das Vorhaben eine bestehende Zusammenarbeit fort. Nach Angaben von Julian Jansen, Vice President & Managing Director Fluence Germany, haben die Unternehmen bereits acht gemeinsame Batteriespeicherprojekte in drei europäischen Ländern umgesetzt. Welche Anlagen davon bereits in Betrieb sind und wie Brunsbüttel in die Reihe passt, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Eine frühere Finanzierung von Speicherprojekten an Gewerbe- und Industriestandorten beschreibt dieser Bericht zur Speicherfinanzierung.
Der geplante Anschluss an das 380-Kilovolt-Netz von 50Hertz gehört zum Projektplan. Vattenfall und Fluence verknüpfen den Speicher mit dem Ziel, die Netzflexibilität zu erhöhen und erneuerbare Energien besser einzubinden. Für Brunsbüttel nennen die Unternehmen 254 Megawatt Leistung und mehr als 1.000 Megawattstunden Kapazität.