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Rain will US-weite Trust-Banklizenz für digitale Assets

Nil Enri Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nil Enri

Rain will US-weite Trust-Banklizenz für digitale Assets Glocalist Press © glocalist.press
Rain will US-weite Trust-Banklizenz für digitale Assets © glocalist.press

Rain reicht bei der OCC einen Antrag für eine nationale Trust-Bank ein. Der Schritt könnte die Regulierung digitaler Finanzdienste in den USA neu ordnen.

Am 5. Oktober 2026 landet der Antrag von Rain auf dem Tisch der Office of the Comptroller of the Currency (OCC). Das Ziel: eine bundesweit lizenzierte Trust-Bank mit Sitz in New York, die als Tochtergesellschaft unter voller Kontrolle von Rain laufen soll. Damit will das Unternehmen institutionellen Kunden in allen US-Bundesstaaten einheitliche, regulierte Dienstleistungen rund um Stablecoins und digitale Vermögenswerte bieten.

Die OCC bestätigt, dass der Antrag der Rain National Trust Bank seit 8. Oktober 2026 im Prüfverfahren steckt. Noch ist nichts entschieden. Erst nach Abschluss der regulatorischen Prüfung und einer öffentlichen Kommentierungsphase fällt die Behörde ihr Urteil. Rain setzt auf ein Umfeld, in dem klare Regeln für digitale Finanzprodukte immer wichtiger werden.

Wer in den USA eine nationale Trust-Bank gründen will, muss strenge Vorgaben erfüllen. Die Behörden verlangen Nachweise zu Compliance und Risikomanagement sowie eine solide Kapitalausstattung. Die Rain National Trust Bank soll als Spezialinstitut agieren: keine Kundeneinlagen, keine Privatkonten, keine Kredite. Kundengelder und digitale Assets bleiben strikt vom Eigenkapital getrennt und dürfen nicht für Kreditvergabe genutzt werden. Gerade institutionelle und private Kunden verlangen nach regulierten Anbietern, die Rechtssicherheit und Schutz für ihre Vermögenswerte bieten.

Die Rain National Trust Bank soll als speziell reguliertes Institut fungieren, das sich auf die Verwahrung digitaler Vermögenswerte und die Verwaltung von Stablecoin-Reserven konzentriert. Die geplante Bankstruktur sieht keine klassischen Bankdienstleistungen wie Einlagenannahme oder Kreditvergabe vor, sondern fokussiert sich auf die sichere Trennung und Verwaltung von Kundengeldern.

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)

Die OCC hat in den vergangenen Jahren ein wachsames Auge auf digitale Finanzdienstleister geworfen. Rain ist inzwischen das zwölfte Krypto-Unternehmen, das eine nationale Trust-Banklizenz beantragt. Community-Banken reagieren darauf oft mit Skepsis. Die Nachfrage nach verlässlichen Marktdaten und klaren Standards wächst, wie die jüngste Finanzierung von Kaiko zeigt.

Mit einer nationalen Trust-Banklizenz könnte Rain künftig digitale Vermögenswerte und US-Dollar treuhänderisch für institutionelle Kunden verwahren und Stablecoin-Reserven zugelassener Emittenten managen. Auch die Emission und Rücknahme von US-Dollar-Stablecoins nach GENIUS Act wäre möglich. Für große Marktteilnehmer würde ein regulierter Zugang zu diesen Diensten die Integration digitaler Assets in bestehende Finanzstrukturen erleichtern.

Ob Rain tatsächlich starten darf, hängt allein von der OCC ab. Ohne Lizenz bleibt alles auf dem Papier. Die Behörde prüft, wie sie Risiken und Chancen digitaler Vermögenswerte bewertet und welche Auflagen für den Betrieb gelten. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) verweist auf die Bedeutung von IT-Sicherheitsstandards nach BSI-Vorgaben, wie sie in der aktuellen BSI-Branchenempfehlung für Finanzdienstleister festgelegt sind.

Eine nationale Trust-Bank in den USA ist ein spezialisiertes Institut unter Bundesaufsicht. Sie darf Verwahrung, Zahlungsabwicklung und Treuhandgeschäfte anbieten, nimmt aber keine Einlagen entgegen. Für Unternehmen im Digital-Asset-Bereich bietet die Lizenz die Chance, regulatorische Anforderungen zentral zu erfüllen und Kunden in mehreren Bundesstaaten unter einheitlichen Standards zu bedienen. Die OCC prüft jeden Antrag im Detail.

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