RCT-Power aus Konstanz hat Insolvenz angemeldet. Der Hersteller von Batteriespeichern und Wechselrichtern kämpft mit massiven Umsatzverlusten. Kunden und Markt stehen vor offenen Fragen zum Service.
Im September 2026 rutschte RCT-Power aus Konstanz in die Insolvenz. Die Umsätze des Batteriespeicher- und Wechselrichterherstellers sind innerhalb eines Jahres um mehr als 70 Prozent gefallen. Für viele Kunden ist jetzt unklar, wie es mit Service, Reparaturen und Garantien weitergeht.
Umsatz bricht ein, Insolvenz folgt
Die Zahlen sprechen für sich. 2023 lag der Umsatz von RCT-Power noch bei rund 95 Millionen Euro. 2024 waren es nur noch etwa 24,5 Millionen Euro. Das ist ein Minus von mehr als 74 Prozent. Aus einem Gewinn von 6,2 Millionen Euro wurde ein Jahresfehlbetrag von rund 3,3 Millionen Euro. Die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich rasant. Das Amtsgericht Konstanz bestätigte Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung als Gründe für die Insolvenz. Damit sind die Vorgaben nach § 17 und § 19 InsO erfüllt.
Geschäftsführerin Pei-Fen Hsiao stellte den Insolvenzantrag. Am 14. September 2026 setzte das Gericht Rechtsanwalt Jan Markus Plathner von Brinkmann & Partner als vorläufigen Insolvenzverwalter ein. Die Gesellschaft darf seitdem nur noch mit Zustimmung des Insolvenzverwalters über ihr Vermögen verfügen. Bis zum 25. September war das Verfahren noch nicht endgültig eröffnet. Die Sicherungsmaßnahmen galten aber schon.
Expansion kurz vor der Pleite
Wenige Monate vor dem Insolvenzantrag setzte RCT-Power noch auf Wachstum. Ende Juni 2026 schloss das Unternehmen ein Joint Venture mit HyperStrong. Ziel war die Fertigung von Batteriespeichersystemen in Malaysia. Damit wollte RCT-Power die Produktion ausbauen und den asiatischen Markt erreichen. Doch schon im September folgte der Insolvenzantrag in Deutschland. Parallel dazu begann die Suche nach Investoren, die den Betrieb weiterführen könnten. Das spricht für eine Sanierung, nicht für eine sofortige Abwicklung.
Im Beschluss des Amtsgerichts Konstanz wurden Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung als Insolvenzgründe festgestellt. Damit ist die rechtliche Grundlage für das Verfahren nach deutschem Insolvenzrecht gegeben.
Technologisch war RCT-Power zuletzt auffällig im deutschen Heimspeichermarkt. Bei der Stromspeicher-Inspektion 2026 erreichte ein System des Unternehmens einen System Performance Index von 96,4 Prozent. Damit gehörte es zu den effizientesten getesteten Lösungen. Die guten Testergebnisse halfen aber nicht gegen die wirtschaftliche Schieflage. Normen wie DIN EN 62619 für Lithium-Batterien und die Sicherheitsvorgaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sind inzwischen Standard für Anbieter in diesem Bereich.
Was Kunden jetzt wissen müssen
Für Besitzer von RCT-Power-Batteriespeichern bleibt die Lage angespannt. Auf der Website bietet das Unternehmen weiterhin technischen Service an. Ob Reparaturen, Ersatzteile und Garantiefälle dauerhaft bearbeitet werden, hängt vom weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens ab. Die Unsicherheit betrifft einen Markt, in dem in Deutschland inzwischen mehrere Millionen Batteriespeicher installiert sind. Besonders im Heimspeichersegment. Nach aktuellen Destatis-Daten steigt die Bedeutung von Speichersystemen mit der Energiewende stetig.
Der Fall RCT-Power ist kein reiner Markteinbruch. Die spezielle Kostenstruktur, die Finanzierung und die Geschäftsentwicklung des Unternehmens waren entscheidend. Andere Anbieter setzen weiter auf neue Projekte. Ein Beispiel ist der Ausbau von Windkraft- und Batteriespeicherlösungen in Brandenburg.
Die nächsten Monate werden zeigen, ob RCT-Power eigenständig bleibt, übernommen wird oder abgewickelt werden muss. Für den deutschen Batteriespeichermarkt ist klar: Technische Spitzenwerte reichen nicht. Wirtschaftliche Stabilität zählt. Die Fähigkeit, schwankende Märkte und Kosten zu meistern, bleibt entscheidend.
Batteriespeicher speichern Strom flexibel und geben ihn bei Bedarf wieder ab. Sie sind ein Kernstück der Energiewende. So gleichen sie Schwankungen bei erneuerbaren Energien aus. Die Kapazität wird in Kilowattstunden (kWh) oder Megawattstunden (MWh) gemessen. Für Hersteller wie RCT-Power zählt neben der Technik vor allem die langfristige Finanzierung und Servicefähigkeit. Nur so bleibt ein Anbieter am Markt.