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REWE digital steuert Logistikprozesse mit Camunda-Plattform unter KRITIS-Anforderungen

Nil Bed Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nil Bed

REWE digital steuert Logistikprozesse mit Camunda-Plattform unter KRITIS-Anforderungen Glocalist Press © glocalist.press
REWE digital steuert Logistikprozesse mit Camunda-Plattform unter KRITIS-Anforderungen © glocalist.press

REWE digital setzt Camunda als zentrale Plattform für die Orchestrierung von Warenwirtschaft und Logistik ein. Welche technischen und regulatorischen Herausforderungen dabei bestehen, bleibt differenziert.

REWE digital, die Technologietochter der REWE Group, hat bestätigt, Camunda als zentrale Plattform zur Steuerung und Orchestrierung ihrer Geschäftsprozesse in Warenwirtschaft und Logistik einzusetzen. Ziel ist es, die Abläufe in den 12.400 Märkten weltweit sowie in 250 deutschen Lagern transparenter, flexibler und skalierbarer zu gestalten. Die Einführung erfolgt vor dem Hintergrund wachsender regulatorischer Anforderungen an Unternehmen der kritischen Infrastruktur (KRITIS) und dem Bedarf, komplexe Lieferketten effizient zu steuern.

Technische Anforderungen und Plattformarchitektur

Nach Angaben von REWE digital war die Entscheidung für Camunda maßgeblich durch die offene, modulare Architektur und die Möglichkeit zur flexiblen Anpassung im laufenden Betrieb geprägt. Die Plattform integriert sich in die bestehende Microservices-Landschaft und kann mit dem Prozessvolumen skalieren. Ein zentrales Element ist der sogenannte Orchestration Layer, der als einheitliche, compliance-fähige und auditierbare Schicht dient. Damit sollen Bestellungen, Rechnungen und logistische Abläufe mit Lieferanten und Partnern nachvollziehbar und regelkonform gesteuert werden.

Die Plattform nutzt Prozessmodelle, die sowohl als Dokumentation als auch als direkt ausführbare Artefakte dienen. Dies soll die Zusammenarbeit zwischen Entwicklungsteams und Fachbereichen erleichtern und Anpassungen an dynamische Prozesse ermöglichen, ohne die Stabilität im Produktionsbetrieb zu gefährden. Nach Unternehmensangaben ist professioneller Support für die geschäftskritische Infrastruktur unverzichtbar, da Open-Source-Lösungen allein die Anforderungen an Betriebssicherheit und Compliance nicht vollständig abdecken.

Regulatorische Vorgaben und KRITIS-Kontext

Als Teil der kritischen Infrastruktur unterliegt REWE digital strengen gesetzlichen Vorgaben, insbesondere im Hinblick auf Nachvollziehbarkeit, Auditierbarkeit und Governance. Die Camunda-Plattform soll diesen Anforderungen durch vollständige Audit-Trails, native Observability und eingebettete Kontrollmechanismen begegnen. Die Architektur ist laut Anbieter LLM-agnostisch ausgelegt, was eine spätere Integration von KI-Agenten in die Prozesskette ermöglichen soll, ohne regulatorische Vorgaben zu verletzen.

Die Bedeutung regulatorischer Compliance für digitale Plattformen zeigt sich auch in anderen Branchen. So hat etwa Scalable Capital seine Plattform für KI-Chatbots geöffnet und dabei regulatorische Vorgaben in den Mittelpunkt gestellt, wie in diesem Beitrag erläutert wird. Für Unternehmen wie REWE digital bleibt die Einhaltung von Compliance-Standards ein zentrales Kriterium bei der Auswahl und dem Betrieb von Orchestrierungsplattformen.

Ausblick: Integration von KI und Erweiterung der Plattform

REWE digital plant, die Orchestrierungsplattform künftig auf weitere Unternehmensbereiche auszuweiten. Perspektivisch soll die Architektur auch den regulatorisch abgesicherten Einsatz von KI-Agenten in unternehmenskritischen Prozessen ermöglichen. Die Plattform ist darauf ausgelegt, komplexe, verteilte Prozesse über verschiedene Microservices hinweg zu steuern und dabei Transparenz über jeden Prozesszustand zu gewährleisten. Die tatsächliche Integration von KI-Systemen in den produktiven Betrieb bleibt jedoch an regulatorische Freigaben und technische Nachweise gebunden.

Offen bleibt, in welchem Umfang und mit welchem Zeitplan die geplanten Erweiterungen umgesetzt werden. Auch die Frage, wie sich die Plattform im Zusammenspiel mit künftigen regulatorischen Anpassungen und neuen Technologien bewährt, ist derzeit noch nicht abschließend zu beantworten.

Ein Orchestration Layer ist eine technische Schicht, die verschiedene Geschäftsprozesse, Anwendungen und Systeme miteinander verbindet und deren Abläufe zentral steuert. In modernen Unternehmensarchitekturen dient er dazu, komplexe Prozessketten über unterschiedliche IT-Systeme hinweg zu koordinieren, Transparenz zu schaffen und regulatorische Anforderungen wie Auditierbarkeit und Compliance umzusetzen. Besonders in kritischen Infrastrukturen ist ein solcher Layer entscheidend, um Anpassungen im laufenden Betrieb vorzunehmen, ohne die Stabilität oder Sicherheit der Gesamtarchitektur zu gefährden.

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