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Telekom testet RF-Sensoren für Drohnenerkennung in Städten

Nil Bed Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nil Bed

Telekom testet RF-Sensoren für Drohnenerkennung in Städten Glocalist Press © glocalist.press
Telekom testet RF-Sensoren für Drohnenerkennung in Städten © glocalist.press

Die Deutsche Telekom zeigt erstmals ihr RF-basiertes System zur Drohnenerkennung und will künftig 5G- und 6G-Mobilfunk einbinden. Was das für Behörden und kritische Infrastrukturen bedeutet, ist noch offen.

Die Deutsche Telekom hat am 7. September 2026 auf der Digital X in Köln erstmals öffentlich ihr RF-basiertes System zur Drohnenerkennung vorgestellt. Das System wurde speziell für den Einsatz in Städten entwickelt. Die RF-Sensoren können sowohl Drohnen als auch deren Fernbedienungen im Stadtgebiet genau orten. Nach Angaben von Telekom-Kunden funktionieren die Sensoren besonders zuverlässig in dicht bebauten Gebieten. Da sie passiv arbeiten und keine eigenen Signale aussenden, lassen sie sich problemlos an bestehenden Funkmasten installieren, ohne den Mobilfunk zu stören.

Für die Technik nutzt die Telekom Sensoren der Firmen Vorpal (Israel) und Senhive (Belgien). Interne Tests hätten gezeigt, dass diese Systeme im Alltag besonders zuverlässig sind. Die Sensoren erkennen eingeschaltete Fernbedienungen sofort und können sowohl Drohne als auch Steuerung elektronisch auslesen. Die erfassten Daten liefern Behörden Informationen zu Modelltyp und Steuerungsfrequenz. Je nach Bedarf können zusätzlich Video-, Audio-, Remote ID-Sensoren oder Drohnen-Radar eingebunden werden.

Laut Telekom lassen sich die RF-Sensoren flexibel und schnell in zentrale Command-&-Control-Software (C2) einbinden. Standardisierte Schnittstellen und offene Integrationskonzepte sollen die Anbindung an bestehende Führungs- und Lageinformationssysteme erleichtern. Das System ist mandantenfähig: Verschiedene Nutzer, etwa Betreiber kritischer Infrastrukturen in einer Stadt, können die Sensoren gemeinsam nutzen, erhalten aber jeweils einen eigenen Zugang. Die schnelle Auswertung der Sensordaten soll Sicherheitskräften im Ernstfall eine fundierte Lageeinschätzung ermöglichen.

Die passive Arbeitsweise der RF-Sensoren ermöglicht deren Einsatz auf bestehenden Mobilfunkmasten, ohne die Infrastruktur zu stören. Gerade in urbanen Ballungsräumen ist diese Eigenschaft für den Schutz kritischer Infrastrukturen von zentraler Bedeutung.


Die Telekom plant, künftig auch 5G- und 6G-Mobilfunknetze für die Drohnenerkennung zu nutzen. Technische Details oder ein Zeitplan wurden bisher nicht veröffentlicht. Die Einbindung von Mobilfunktechnik könnte Reichweite und Genauigkeit der Erkennung verbessern, befindet sich aber noch in der Planung. Wie die Integration mit bestehenden Sensoren und der Datenschutz im Betrieb umgesetzt werden, ist noch offen.
RF-Sensoren sind passive Detektionssysteme, die elektromagnetische Signale auswerten, ohne selbst zu senden. Sie eignen sich besonders für Standorte mit sensibler Funktechnik, da sie keine zusätzlichen Störungen verursachen. Im Unterschied zu aktiven Radarsystemen oder Videoüberwachung erfassen RF-Sensoren gezielt die Funkverbindung zwischen Drohne und Steuerung. Mandantenfähigkeit bedeutet, dass mehrere unabhängige Nutzergruppen ein technisches System gemeinsam betreiben können, ohne gegenseitigen Zugriff auf ihre Daten zu haben.
Der Bedarf an solchen Systemen wächst: Nach einem Drohnenvorfall an einem deutschen Flughafen im September 2026 plant die Bundesregierung, die Abwehrmaßnahmen für kritische Infrastrukturen auszubauen. Unternehmen aus diesem Bereich könnten künftig nicht nur zur Detektion, sondern auch zur aktiven Neutralisierung von Drohnen berechtigt werden, wie ein Reuters-Bericht bestätigt.
Die Telekom ist seit 2016 im Bereich Drohnendetektion aktiv und hat ihre Systeme bereits bei Großveranstaltungen wie der Fußball-Europameisterschaft 2024, Konzerten und anderen Events eingesetzt. Die modulare Architektur der Lösung erlaubt es, Daten aus RF-, Video-, Audio-, Remote ID- und Radarsensoren in einer Übersicht zusammenzuführen, was den Anforderungen moderner Sicherheits- und Krisenmanagementsysteme entspricht.

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