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Unternehmen prüfen Cloud-Strategien wegen KI-Boom und geopolitischer Risiken

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Unternehmen prüfen Cloud-Strategien wegen KI-Boom und geopolitischer Risiken Glocalist Press
Unternehmen prüfen Cloud-Strategien wegen KI-Boom und geopolitischer Risiken

Toshiba Electronics Europe sieht lokale Speichersysteme im Aufwind, da geopolitische Unsicherheiten und der Einsatz von KI die Abhängigkeit von Cloud-Anbietern problematisch machen könnten

Die Rolle der Cloud in Unternehmensinfrastrukturen wird zunehmend kritisch hinterfragt. Während in den vergangenen Jahren viele Unternehmen auf Cloud-Lösungen für Anwendungen und Datenspeicherung setzten, führen aktuelle Entwicklungen zu einer Neubewertung dieser Strategie. Insbesondere der rasante Anstieg von KI-Anwendungen und die Zunahme geopolitischer Spannungen sorgen dafür, dass die Risiken einer einseitigen Cloud-Abhängigkeit stärker ins Bewusstsein rücken. Nach Angaben von Toshiba Electronics Europe könnten lokale Speichersysteme vor diesem Hintergrund wieder an Bedeutung gewinnen.

Risiken durch Abhängigkeit von Cloud-Anbietern

Die Konzentration geschäftskritischer Daten und Anwendungen bei wenigen großen Cloud-Anbietern birgt für Unternehmen erhebliche Risiken. Technische Ausfälle, Zugangsbeschränkungen oder politische Maßnahmen können dazu führen, dass zentrale Dienste kurzfristig nicht verfügbar sind. Hinzu kommt, dass Unternehmen bei Preisänderungen, Anpassungen von Geschäftsbedingungen oder Funktionsänderungen oft wenig Einflussmöglichkeiten haben. Die Migration großer Datenmengen oder komplexer Anwendungen in andere Systeme ist in der Praxis mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden, was die Flexibilität weiter einschränkt.

Gerade im Kontext von KI-Anwendungen, die häufig auf große Datenmengen und schnelle Reaktionszeiten angewiesen sind, kann eine ausschließliche Cloud-Nutzung problematisch sein. Verzögerungen bei der Datenübertragung oder Unsicherheiten beim Zugriff auf externe Dienste können die Zuverlässigkeit und Effizienz von Geschäftsprozessen beeinträchtigen.

Sicherheits- und Compliance-Anforderungen

Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, regulatorische Vorgaben und hohe Sicherheitsanforderungen zu erfüllen. Die Einhaltung von Datenschutzgesetzen und branchenspezifischen Compliance-Regeln ist bei lokaler Datenhaltung oft leichter zu gewährleisten als bei der Nutzung internationaler Cloud-Dienste. Besonders sensible Daten, etwa aus dem Finanz- oder Produktionsbereich, lassen sich auf eigenen Speichersystemen gezielter schützen und kontrollieren.

Ein weiterer Aspekt sind die Kosten: Während Cloud-Dienste meist nutzungsbasiert abgerechnet werden und bei wachsendem Datenvolumen schnell teurer werden können, sind die Kosten für lokale Speicherlösungen in der Regel besser kalkulierbar. Unternehmen unterschätzen laut Branchenbeobachtungen häufig die Zusatzkosten für Datentransfers, Schnittstellen oder Monitoring-Funktionen, die über die reinen Speichergebühren hinausgehen.

Technische Entwicklung lokaler Speicherlösungen

Moderne lokale Speichersysteme bieten heute eine Skalierbarkeit und Verfügbarkeit, die mit vielen Cloud-Angeboten vergleichbar ist. Enterprise-NAS-Systeme mit RAID-Konfigurationen und redundanten Controllern ermöglichen einen ausfallsicheren Betrieb und lassen sich sowohl durch größere Festplatten als auch durch zusätzliche Systeme nahezu unbegrenzt erweitern. Damit können Unternehmen ihre Speicherinfrastruktur flexibel an wachsende Anforderungen anpassen, ohne auf zentrale Cloud-Anbieter angewiesen zu sein.

Die technische Weiterentwicklung hochkapazitiver Festplatten und die Integration in leistungsfähige Netzwerkspeicher machen lokale Lösungen für viele Anwendungsfälle wieder attraktiv. Insbesondere dort, wo Daten in Echtzeit verarbeitet werden müssen oder regulatorische Vorgaben eine lokale Speicherung verlangen, können On-Premises-Systeme Vorteile bieten.

Die Entscheidung zwischen Cloud und lokaler Infrastruktur bleibt jedoch komplex. Unternehmen müssen individuell abwägen, welche Daten und Anwendungen sich für welche Speicherform eignen und wie sich Risiken, Kosten und regulatorische Anforderungen am besten ausbalancieren lassen.

Der Begriff "digitale Souveränität" bezeichnet die Fähigkeit von Unternehmen oder Staaten, die Kontrolle über ihre eigenen digitalen Infrastrukturen, Daten und Prozesse zu behalten. Im Kontext von Cloud- und Speicherstrategien bedeutet dies, Abhängigkeiten von externen Anbietern zu minimieren und kritische Daten sowie Anwendungen unter eigener Kontrolle zu halten. Digitale Souveränität gewinnt angesichts wachsender geopolitischer Unsicherheiten und steigender Anforderungen an Datenschutz und Compliance zunehmend an Bedeutung, insbesondere für Unternehmen in regulierten Branchen oder mit sensiblen Geschäftsprozessen.

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