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Wie KI-Modelle Quellen auswählen: Neue Analyse zu ChatGPT, Google und Perplexity

Nils Bedke Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nils Bedke

Wie KI-Modelle Quellen auswählen: Neue Analyse zu ChatGPT, Google und Perplexity Glocalist Press
Wie KI-Modelle Quellen auswählen: Neue Analyse zu ChatGPT, Google und Perplexity

Eine Auswertung von 250.000 Antworten zeigt, welche Quellen ChatGPT, Google AI Overviews und Perplexity tatsächlich nutzen und welche Strategien für Startups daraus entstehen können

Die Auswahl und Gewichtung von Quellen durch große Sprachmodelle wie ChatGPT, Google AI Overviews und Perplexity ist für Unternehmen und insbesondere für Startups von wachsender Bedeutung. Eine aktuelle Analyse von 250.000 KI-generierten Antworten im Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2026 liefert erstmals detaillierte Einblicke, welche Inhalte von den Modellen bevorzugt zitiert werden und welche Konsequenzen sich daraus für die Sichtbarkeit von Unternehmen ergeben.

Analyse der Quellenverteilung

Die Untersuchung basiert auf rund 2.000 Prompts aus den Bereichen Technologie, Handel, Finanzen, Marketing und Industrie. Demnach stammen 66,2 Prozent aller von den Modellen zitierten Quellen aus dem sogenannten Corporate Content, also direkt von den Websites der Unternehmen. Ohne strukturierte und zugängliche Inhalte auf der eigenen Website bleibt die Sichtbarkeit in KI-generierten Antworten gering. Allerdings reicht die eigene Präsenz allein nicht aus, da Sprachmodelle Aussagen von Unternehmensseiten häufig durch externe Quellen validieren.

Fachpresse und Nachrichtenportale machen 12,6 Prozent der zitierten Quellen aus. Hier zeigt sich eine breite Streuung: Medien wie Die Welt, Handelsblatt, Chip, Focus, Bild, FAZ, WirtschaftsWoche und Süddeutsche Zeitung werden regelmäßig herangezogen. Bewertungsplattformen wie OMR-Reviews, test.de, kununu.de und idealo.de spielen ebenfalls eine relevante Rolle, insbesondere durch verifizierte Nutzerbewertungen, die häufig die Sprache der Suchanfragen widerspiegeln.

Bedeutung von UGC-Plattformen und sozialen Netzwerken

Eine der auffälligsten Erkenntnisse der Analyse ist die starke Präsenz von User-Generated Content (UGC). Unter den einzelnen URLs führen YouTube (15,18 Prozent) und Reddit (14,55 Prozent) das Feld an, gefolgt von Wikipedia (9,05 Prozent) und LinkedIn (7,12 Prozent). Während LinkedIn zu Beginn des Jahres noch kaum eine Rolle spielte, hat die Plattform inzwischen deutlich an Bedeutung gewonnen. Besonders bei ChatGPT ist Reddit eine der wichtigsten externen Quellen, während Google AI Overviews stärker auf YouTube, Instagram und Facebook setzt.

Für Startups ergibt sich daraus, dass eine aktive und authentische Präsenz auf diesen Plattformen die Sichtbarkeit in KI-Antworten erheblich steigern kann. Ein gut gepflegter LinkedIn-Account, die Beteiligung an relevanten Diskussionen auf Reddit oder kurze Erklärvideos auf YouTube können mit vergleichsweise geringem Aufwand einen messbaren Effekt erzielen. Die gezielte Ansprache von Bewertungsplattformen bleibt ebenfalls ein zentraler Hebel, da Nutzerbewertungen von den Modellen häufig als vertrauenswürdige Referenz herangezogen werden.

Unterschiedliche Zitationsmuster der Modelle

Die Analyse zeigt deutliche Unterschiede im Zitationsverhalten der drei untersuchten Modelle. ChatGPT stützt sich stärker auf Referenzquellen wie Reddit, Wikipedia und etablierte Medien. Google AI Overviews bevorzugt Inhalte aus sozialen Netzwerken und UGC-Plattformen, darunter YouTube, Instagram und LinkedIn. Perplexity nimmt eine Zwischenposition ein und kombiniert UGC-Quellen mit klassischen Medien und Bewertungsportalen. Für Unternehmen bedeutet dies, dass die Wahl der Plattformen und Inhalte gezielt an die bevorzugten Kanäle der jeweiligen Modelle angepasst werden sollte.

Startups mit begrenzten Ressourcen können so ihre Sichtbarkeit gezielt steuern: Wer auf Nutzer von Google AI Overviews abzielt, sollte insbesondere in YouTube- und LinkedIn-Inhalte investieren. Wer hingegen auf ChatGPT-Nutzerinnen und -Nutzer setzt, profitiert von einer stärkeren Präsenz in Fachmedien und auf Reddit. Eine gleichzeitige Bespielung aller Kanäle ist für kleinere Unternehmen meist nicht realistisch, weshalb eine Priorisierung nach Zielgruppe und Modellnutzung sinnvoll erscheint.

Strategien für nachhaltige KI-Sichtbarkeit

Die Untersuchung legt nahe, dass nachhaltige Sichtbarkeit in KI-generierten Antworten auf drei Säulen basiert: eigene strukturierte Inhalte, kontinuierliche Präsenz in Fachmedien und aktive Pflege von Bewertungs- sowie UGC-Plattformen. Startups, die nur auf eine dieser Säulen setzen, laufen Gefahr, von Wettbewerbern verdrängt zu werden, die ein breiteres Spektrum abdecken. Entscheidend ist dabei weniger das Budget als vielmehr ein klarer Prozess zur Identifikation relevanter Prompts und zur Beobachtung der tatsächlich zitierten Quellen.

Die Analyse zeigt zudem, dass keine einzelne Plattform oder Quelle dauerhaft dominiert. Vielmehr ist die Streuung der Zitate ein Hinweis auf die zunehmende Fragmentierung der Informationslandschaft. Für Unternehmen bedeutet dies, dass Flexibilität und Anpassungsfähigkeit bei der Content- und PR-Strategie wichtiger werden, um in den Antworten der großen Sprachmodelle präsent zu bleiben.

Sprachmodelle wie ChatGPT, Google AI Overviews und Perplexity nutzen für ihre Antworten eine Vielzahl von Quellen, die sich in drei Hauptkategorien gliedern lassen: Corporate Content (eigene Unternehmensseiten), Earned Media (Fachpresse, Nachrichtenportale) und User-Generated Content (Bewertungsplattformen, soziale Netzwerke, Foren). Die Auswahl und Gewichtung dieser Quellen erfolgt modellabhängig und spiegelt sowohl technische als auch gesellschaftliche Entwicklungen wider. Für Unternehmen und insbesondere für Startups ist das Verständnis dieser Mechanismen zentral, um die eigene Sichtbarkeit in KI-basierten Such- und Antwortsystemen gezielt zu erhöhen.

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