Cisco hat im abgelaufenen Quartal neue Höchstwerte bei Umsatz und Gewinn erzielt und erwartet für das Geschäftsjahr 2026/2027 deutlich höhere Erlöse als bislang angenommen. Die Prognose bleibt dennoch mit Unsicherheiten behaftet
Cisco Systems hat am Mittwoch Geschäftszahlen für das vergangene Quartal veröffentlicht, die sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn neue Rekordwerte markieren. Nach Angaben des US-Unternehmens lag die Nachfrage insbesondere im Bereich Rechenzentren und Cloud-Infrastruktur deutlich über den Erwartungen. Die Produktivität im Unternehmen erreichte laut Finanzchef Mark Patterson ein Niveau, das seit drei Jahrzehnten nicht mehr beobachtet wurde. Diese Entwicklung wird vor allem auf den anhaltenden Bauboom bei Rechenzentren und die Investitionen großer Cloud-Anbieter zurückgeführt.
Starke Nachfrage aus dem Cloud-Sektor
Ein wesentlicher Wachstumstreiber für Cisco ist die steigende Nachfrage sogenannter Hyperscaler, also der weltweit größten Cloud-Anbieter wie Amazon Web Services, Google und Microsoft. Nach Unternehmensangaben werden diese drei Anbieter in den kommenden Monaten voraussichtlich rund zehn Prozent zum Gesamtumsatz von Cisco beitragen. Bisher war das Unternehmen von einem geringeren Anteil ausgegangen. Die hohe Investitionsbereitschaft im Cloud-Sektor spiegelt sich auch in den aktuellen Zahlen wider: Im Geschäftsjahr 2025/2026 steigerte Cisco den Umsatz um zwölf Prozent auf 63,3 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte um 14 Prozent auf 4,33 US-Dollar zu.
Prognose für 2026/2027 über Markterwartungen
Für das laufende Geschäftsjahr 2026/2027 hat Cisco eine Umsatzspanne von 72,2 bis 73,4 Milliarden US-Dollar angekündigt. Diese Prognose liegt rund fünf Milliarden US-Dollar über den bisherigen Schätzungen von Analysten. Das Unternehmen verweist dabei auf die anhaltend hohe Nachfrage nach Netzwerk- und Rechenzentrumslösungen. Allerdings bleibt offen, inwieweit diese Entwicklung auch in den kommenden Jahren stabil bleibt. Die Prognose basiert auf aktuellen Auftragseingängen und Markttrends, ist jedoch mit Unsicherheiten behaftet, etwa im Hinblick auf makroökonomische Risiken und mögliche Veränderungen im Investitionsverhalten der Großkunden.
Marktreaktionen und internationale Einordnung
Die Veröffentlichung der Geschäftszahlen und der optimistischen Prognose führte im nachbörslichen Handel an der Wall Street zu einem kurzfristigen Kursanstieg der Cisco-Aktie um drei Prozent. Ob sich dieser Trend fortsetzt, bleibt angesichts der volatilen Marktlage abzuwarten. Die Entwicklung bei Cisco steht im Kontext einer breiteren Dynamik im Technologiesektor, in dem auch andere Unternehmen wie Roku zuletzt deutliche Umsatzsteigerungen und erstmals operative Gewinne gemeldet haben. Ein Beispiel für diese Entwicklung findet sich in der jüngsten Berichterstattung zu Roku, das im zweiten Quartal 2026 ein starkes Wachstum verzeichnete (siehe Analyse zu Roku). Für den europäischen Markt bleibt relevant, inwieweit die Investitionen in Rechenzentren und Cloud-Infrastruktur auch in Deutschland und der EU anhalten und welche Rolle Anbieter wie Cisco dabei künftig spielen werden.
Der Begriff Hyperscaler bezeichnet Unternehmen, die weltweit große Cloud-Infrastrukturen betreiben und damit erhebliche Investitionen in Rechenzentren, Netzwerktechnik und Energieversorgung tätigen. Zu den bekanntesten Hyperscalern zählen Amazon Web Services, Google und Microsoft. Ihre Nachfrage nach leistungsfähigen Netzwerk- und Rechenzentrumslösungen beeinflusst maßgeblich die Investitionsentscheidungen von Technologieanbietern wie Cisco. Die Bedeutung von Hyperscalern für den globalen IT-Markt hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, da immer mehr Unternehmen und öffentliche Einrichtungen auf Cloud-Dienste und skalierbare Infrastruktur setzen. Schlagwörter: Cisco, Cloud-Computing, Rechenzentren