Die European Payments Council verschiebt die Einführung strukturierter Adressformate im SEPA-Raum. Was das für Banken und digitale Dienste in Europa bedeutet - und warum die Fristverlängerung nötig wurde.
Die European Payments Council (EPC) verschiebt die Abschaffung des unstrukturierten Adressformats in den SEPA-Zahlungsschemata. Banken, Zahlungsdienstleister und digitale Plattformen in Europa bekommen damit mehr Zeit, ihre Systeme an die neuen Vorgaben anzupassen. Die Entscheidung betrifft klassische Finanzinstitute genauso wie Anbieter digitaler Zahlungsdienste im europäischen Binnenmarkt.
Warum die Adressumstellung kommt
Mit der SEPA-Initiative (Single Euro Payments Area) will die EPC Zahlungsprozesse europaweit vereinheitlichen. Ein wichtiger Schritt ist das strukturierte Adressformat. Es soll die bisherige, oft ungenaue unstrukturierte Adressangabe ersetzen. Ziel ist bessere Datenqualität bei grenzüberschreitenden Zahlungen und mehr Sicherheit im Zahlungsverkehr. Dafür müssen die IT-Systeme der Unternehmen technisch angepasst werden.
Was die Fristverschiebung für Banken bedeutet
Durch die Verschiebung haben Banken und Zahlungsdienstleister mehr Zeit, ihre Systeme umzustellen. Bisher wurden Adressdaten oft als Freitext übermittelt. Künftig müssen sie in klar definierten Feldern und Formaten stehen. Das soll Fehler verringern und Transaktionen nachvollziehbarer machen. Die EPC rät allen Beteiligten, die gewonnene Zeit für technische und organisatorische Vorbereitungen zu nutzen.
Die technischen Spezifikationen für SEPA-Überweisungen (SCT/SCL) und Lastschriften (SDD/SCL) treten bis auf Weiteres nicht in Kraft; die Versionen vom 5. Oktober 2025 bleiben über den 15. November 2026 hinaus gültig.
Regulatorische Lage und offene Punkte
Das EPC Payment Scheme Management Board hat die Frist am 9. September 2026 verschoben. Das ursprünglich geplante Enddatum, der 15. November 2026, ist damit aufgehoben. Ein neues Enddatum gibt es noch nicht. Im Oktober 2026 will das Gremium erneut über den Zeitplan beraten. Die Bundesbank stellt klar: Die Migration auf strukturierte Adressdaten bleibt Teil der offiziellen SEPA-Regelwerke und Implementierungsrichtlinien. Die technischen Vorgaben vom 5. Oktober 2025 gelten weiter. Das gibt den Marktteilnehmern Planungssicherheit.
Die SEPA-Schemata regeln den Zahlungsverkehr im Euro-Raum. Sie betreffen fast alle Banken und Zahlungsdienstleister, die Überweisungen und Lastschriften in Euro abwickeln. Die Einführung strukturierter Adressdaten ist Teil einer größeren Strategie für bessere Datenqualität, mehr Sicherheit und höhere Effizienz im europäischen Zahlungsverkehr. Ein strukturiertes Adressformat heißt: Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort werden in getrennten, standardisierten Feldern erfasst. Das erleichtert die automatische Verarbeitung und senkt die Fehlerquote, vor allem bei internationalen Zahlungen. Mehr zu regulatorischen Standards und aktuellen Entwicklungen gibt es im Bundesbank-Portal zum Zahlungsverkehr.
Die EPC betont, dass die Verschiebung bewusst erfolgt ist, um den Marktteilnehmern genug Zeit für die technische Umsetzung zu geben. Das Ziel bleibt: Die vollständige Umstellung auf strukturierte Adressdaten kommt und wird mittelfristig verpflichtend. Unternehmen sollten ihre Migrationsprojekte weiter vorantreiben und die regulatorischen Entwicklungen genau verfolgen, um rechtzeitig auf neue Fristen reagieren zu können.